EHEC-Keim: Rückrufaktion bei österreichischen Biohändlern - Ab Montag Beschlagnahmungen

29. Mai 2011, 08:42
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Konsumenten sollen aus den betroffenen Geschäften bezogenes spanisches Gemüse vernichten - mit Liste

Wien - Wegen des EHEC-Keims ist jetzt eine Rückrufaktion in Österreich gestartet worden: 33 österreichische Biohändler hatten von zwei deutschen Großhändlern Gemüse der betroffenen spanischen Produzenten bezogen, teilte die Generaldirektorin für öffentliche Gesundheit, Pamela Rendi-Wagner, der APA in der Nacht auf Sonntag mit. Das Gesundheitsministerium fordert nun die Konsumenten auf, aus diesen Geschäften bezogene spanische Gurken, Paradeiser und Melanzani auf keinen Fall zu verzehren, sondern zu vernichten. Die Liste der Händler ist auf der Homepage der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) abrufbar.

Die deutschen Lieferanten hätten bereits die Biohändler in Österreich angewiesen, das gelieferte spanische Gemüse umgehend aus dem Sortiment zu nehmen. Die Lebensmittelaufsicht werde ab Montag in den betroffenen Geschäften überprüfen, ob der Rückrufaktion Folge geleistet wurde, kündigte Rendi-Wagner an. 

"Bei Durchfall schnell Arzt aufsuchen"

Die Lebensmittelbehörde wird das betroffene Gemüse beschlagnahmen. In einem Labor soll dann geklärt werden, ob sie mit Bakterien verunreinigt sind. Konsumenten, die das Gemüse bereits gekauft haben, sollten es sofort entsorgen, sagte die Generaldirektorin für öffentliche Gesundheit, Pamela Rendi-Wagner, im APA-Gespräch. "Sollten in den nächsten Tagen Symptome wie Durchfall auftreten, muss schnell ein Arzt aufgesucht werden."

Rückrüfaktion als Vorbeugung

Es ist nicht sicher, ob sich EHEC-Keime auf den betroffenen Gemüsesorten befinden. Die Rückrufaktion sei als "vorbeugender Verbraucherschutz" ergangen. Betroffen sind Schlangengurken, wilde Tomaten, Strauchtomaten, Cherrytomaten sowie Melanzanis, da man nicht ausschließen könne, dass diese durch Transport oder Lagerung kontaminiert wurden. "Nach dem Entsorgen müssen die Hände gründlich gewaschen werden", so Rendi-Wagner.

Nach der Untersuchung im Labor werde man wissen, ob der Keim nach Österreich gelangt ist. "Das ist jetzt sehr wichtig." Die 33 österreichischen Biohändler hatten von zwei deutschen Großhändlern Gemüse der betroffenen spanischen Produzenten bezogen.

Bisher kein Österreicher unter Erkrankten

Bisher wurde kein Österreicher mit EHEC infiziert. Zwei Deutsche, die sich als Radurlauber in Oberösterreich aufhielten, wurden positiv auf den Keim getestet. Beide dürften sich in ihrem Heimatland infiziert haben. Die Fälle verliefen ohne Komplikationen, ein Deutscher war bereits am Samstag wieder zu Hause. Bei einem dritten Mann, einem Schauspieler aus Deutschland mit Durchfallsymptomen, stehen die Testergebnisse noch aus. Es handelt sich bisher noch um einen Verdachtsfall. "Es sind bisher nur importierte Fälle", so Rendi-Wagner.

Unterdessen breitete sich die EHEC-Epidemie in Deutschlands weiter aus. Zehn Menschen, davon neun Frauen, starben an dem von dem EHEC-Erreger ausgelösten hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS). Im gesamten Land wurden 1.000 bestätigte sowie EHEC-Verdachtsfälle registriert. Normalerweise gibt es im ganzen Jahr etwa 900 gemeldete Infektionen mit den Bakterien. (APA)

  • Die Liste der betroffenen Bio-Händler in Österreich.

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