"Lange Nacht der Kirchen"

Knapp 310.000 Besucher trotz Unwetters

28. Mai 2011, 08:41

Trotz Regens und teilweisen Unwettern großer Andrang

Wien - Knapp 310.000 Menschen - davon mehr als 120.000 alleine in Wien - haben nach ersten Schätzungen am Freitagabend die "Lange Nacht der Kirchen" besucht. Erste Statements von Besuchern und Veranstaltern fasste Koordinator Bernhard Linse in einer Aussendung folgendermaßen zusammen: "Trotz Regens war die Stimmung in den Kirchen hervorragend.

Bedingt durch den Regen verweilten die Besucherinnen und Besucher länger in den Kirchen. Viele waren enttäuscht, ihr geplantes Programm aufgrund des heftigen Regens nicht absolvieren zu können. Alles in allem sind die Pfarrverantwortlichen zufrieden", hieß es.

Es gab mehr als 3.300 Einzelveranstaltungen in insgesamt 715 Kirchen zwischen Arlberg und Neusiedlersee, hieß es in der Aussendung weiter. Mit den unterschiedlichen Programmpunkten spiritueller, musikalischer und kultureller Art hätten die Kirchen einen bunten Einblick in alles, was zu Kirche gehört, gegeben. "In Diskussionen setzten sich Repräsentanten von Kirche und Wissenschaft mit gesellschaftlichen Fragen auseinander. Dazu gab es besondere Anziehungspunkte, denn gerade Kirchengebäude üben eine große Faszination auf die Menschen aus."

In Wien waren solche Anziehungspunkte neben dem Stephansdom, der mit einer Lichtinstallation von Victoria Coeln außen und innen erleuchtet war, die erstmals wieder geöffnete Virgilkapelle, in der ein Eintauchen in das unbekannte Mittelalter ermöglicht wurde. In allen Landesteilen läuteten zu Beginn der "Langen Nacht" zehn Minuten lang die Kirchenglocken.

In Wien gab es erstmals vier verschiedene Eröffnungsfeiern. Auf dem Gebiet der Erzdiözese Wien (Stadt Wien und östliches Niederösterreich) konnten insgesamt 185 offene Gotteshäuser besucht werden. Großer Zulauf war laut Veranstaltern wie alle Jahre zu jenen Orten in den Kirchen, die für Kirchenbesucher normalerweise nicht zugänglich sind wie Kirchtürme, Sakristeien, Krypten und Klostergänge. Die nächste Lange Nacht der Kirchen findet am 1. Juni 2012 statt. (APA)

 

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 42
1 2
Dirty Sanchez
 
02
30.5.2011, 11:56
Bei der langen Nacht des Dirty Sanchez

gab es nicht ganz so viele Besucherinnen, aber die waren dafür vollends zufrieden und sicherlich besserer Stimmung und befriedigter als die Teilnehmerinnen bei der langen Nacht der Kirchen.

Mathias
 
00
30.5.2011, 13:23
... und befriedigter als die Teilnehmerinnen bei der langen Nacht der Kirchen.

Ziemlich sicher hatten Ihre Besucherinnen ein anderes Durchschnittsalter als die Kirchenbesucherinnen ;-)

Dirty Sanchez
 
00
30.5.2011, 13:43
Dies und vor allem

ein besseres Aussehen.

marv II
00
29.5.2011, 02:48
Hmm Kirchen...

...Leichen dienten als Mauersteine und ihr Blut als Mörtel. So war es doch?

Bewährungshilfe für Politiker
43
28.5.2011, 14:09
Belege für diese Zahlen gibts aber wohl nicht. Nur Behauptungen!

Antonio Balicassio
612
28.5.2011, 09:41
einfach pompös

Trotz angeblicher Schönheit, der stilvollen Kunst und der Kunsthandwerke, mit denen alles in diese Bauwerke eingearbeitet wurde, dürfen die Qualen, Nöte und Entbehrungen vieler tausender Menschen nicht vergessen werden, die am Bau dieser steinernen Riesen oftmals auch ihr Leben verloren haben. Es darf nicht vergessen werden, dass die Finanzierung vieler alter christlicher Kirchen mit dem Blut und dem konfiszierten Vermögen der durch die Inquisition hingerichteten Menschen erfolgte.

Jürgen Rembremerding
94
28.5.2011, 21:49
"Es darf nicht vergessen werden, dass die Finanzierung vieler alter christlicher Kirchen mit dem Blut und dem konfiszierten Vermögen der durch die Inquisition hingerichteten Menschen erfolgte"

Kompletter Schmarrn!

W.Hammerl
62
28.5.2011, 14:30

Sie wissen aber schon, dass es in Österreich keine Inquisition gegeben hat?

Verdad
10
29.5.2011, 16:26

Leider gab es sehr wohl Inquisition und Hexenverfolgung auch in Österreich.

Lern' Geschichte.

Antonio Balicassio
02
28.5.2011, 15:29
Was spielt Österreich für eine Rolle?

Seinerzeit zB:
„Das große Konzil von Tours, das Alexander III. 1163 abhielt, befahl >ALLEN< weltlichen Fürsten, die Ketzer einzukerkern und ihr Eigentum zu konfiszieren.“ (Charles Lea, „Geschichte der Inquisition im Mittelalter“, Aalen 1980, Bd. 1, S. 562) „Sobald ein der Ketzerei Verdächtigter vorgeladen und verhaftet worden war, belegten die weltlichen Beamten sein Vermögen mit Beschlag.“ (ebenda, S. 565)

Interessant ist auch, wie dieses Blutgeld aufgeteilt wurde. Die Kirche bekam zB. jeweils ein Drittel des geraubten Geldes, des Landes oder der Häuser des Ermordeten, in anderen Fällen die Hälfte. Oft erhielt ein Drittel die Ortsbehörde, ein Drittel die Inquisitionsbehörde –damit sie am Laufen blieb – und ein Drittel der Bischof/Vatikan.

gnadevorrecht
00
29.5.2011, 20:17
Die Gewalt, die den "Ketzern" angetan wurde, verdient keinen Applaus. Aber man sollte dennoch auch die näheren Umstände dieses Themas beleuchten:

Die so genannten Ketzer haben nämlich folgende Auffassung vertreten: Die Menschen seien keine Schöpfung Gottes, sondern des Satans. Außerdem haben sie den Geschlechtsverkehr (auch zwischen Eheleuten!) als teuflischen Akt abgelehnt. Die (angeblich ja so leibfeindliche!) Kirche ist damals gegen diese Unwahrheiten vorgegangen. Man darf nicht vergessen, dass es daher in der Ketzerthematik nicht nur eine Frage der Wahlfreiheit der Religion gegangen ist (wie heute mit der Weisheit des Rückblicks so heuchlerisch von unseren "Aufgeklärten" uns die Geschichte gelehrt wird), sondern schlicht und ergreifend um die Frage des physischen Weiterbestehens des gesamten christlichen Abendlandes.
Hätten die sich durchgesetzt, könnten Sie heute nicht posten.

Enrico
02
28.5.2011, 14:20
Menschen haben auch den Wunsch, mitzuwirken an der Zukunft, an Bleibendem,

an Sinn, der nicht morgen schon obsolet ist, heute würde man sagen: an "Nachhaltigem". Dafür nehmen viele auch freiwillig Mühen und Entbehrungen, manchmal riesige Entbehrungen auf sich, und ich denke, das sind nicht die Dümmsten.
Ich bin zuversichtlich, auch von Ihnen bleibt irgendwann einmal mehr als in jeder Kirchensuppe ein Haar zu finden - und sei es nur ein Kind oder ein Baum oder eine Radierung mit dem Stephansdom? >> http://tinyurl.com/st-stephan

Clarissa Goldsmithprawndown
00
28.5.2011, 18:02

... oder sei es auch nur die durch Ihren Beitritt wirkungsvoll unterstützte www.atheistische-religionsgesellschaft.at oder www.amnesty.at oder www.attac.at oder ... GIBT ES NICHT WIRKLICH SO VIEL GUTES, das von uns bleiben kann?

Antonio Balicassio
10
28.5.2011, 15:05
vermutlich sprechen sie für sich selbst?

Über Sinn oder Unsinn der Institution Kirche und deren Instandhaltung zu urteilen überlasse ich gerne Ihnen. Die Klärung diesere Frage ist für mich abgeschlossen.

Ich habe darüber lange nachgedacht, weil Gräueltaten verleugnen und diese nachhaltig zu unterstützen liegt mir nicht.

Die Kirche kann sich absehbar "bald" nicht mehr am Markt behaupten und ist daher dem Konkurs geweiht. Ihr Produkt ist veraltet und entspricht nicht mehr dem Bedürfnis der Menschen. Ein langwieriger Prozess. Daher kann ich Ihnen nur aus dieser Perspektive Zustimmung geben.

Ganz offensichtlich lernen die Menschen aber, selbst zu denken und sich nicht mehr kritiklos von den Kirchen und ihren Pfarrherren, Bischöfen und Klerikern usw. hinters Licht führen zu lassen.

Enrico
00
28.5.2011, 15:58
... wer sich "am Markt behaupten" wird können, werden wir bzw. unsere Nachkommen ja sehen

, die Zukunftsaussichten sind ja für die ganze menschliche Rasse insgesamt nicht gerade berauschend, und dass die Gefahr einer dauerhaften unbewohnbar Machung der Erde eine reale geworden ist, geht nicht zuletzt auf Konto einer Geisteshaltung, die vor nichts mehr Ehrfurcht hat, sondern alles Gegebene nur mehr als ausbeutbaren Rohstoff sieht für menschliches Machen, als rein ökonomische Ressource, deren Wert sich in ihrem "Marktwert" erschöpft. Mit der Wahl Ihrer Vokabel aus der Wirtschaft haben Sie sich konsequent als Kind eben dieser Gedankenwelt geoutet.

Antonio Balicassio
00
28.5.2011, 16:16
Von der Masse der Menschheit ist nichts zu erwarten, auch nicht von der Wirtschaft,

denn diese lebt stur in ihrem gleichgültigen und selbstbezogenen Trott dahin. Darum liegt es beim einzelnen, dass er besseren Sinnes und zugänglich für die Wahrheit wird, um dann die Nächsten und Übernächsten mit sich zu ziehen. Das ist der einzige Weg, den es gibt, um die Gesamtmenschheit zum Besseren zu ändern und um das Leben und die Welt zu erhalten.

Warum tut der einzelne nichts? Denn beim einzelnen liegt es tatsächlich, dass sich alle Übel beheben lassen und dass alles zum Besseren geändert wird.

Darin stimme ich Ihnen sicherlich zu,
das Konto der Geisteshaltung: Industrie-Diener

Piefke in Tirol
45
28.5.2011, 11:28
Mein lieber Anton,

Sie sollten den Bau christlicher Kirchen nicht mit dem Bau der Pyramiden verwechseln. Der Bau der einzelnen Kathedralen und Kirchen hat den daran beteiligten Künstlern, Handwerkern und Arbeitern jahrzehnte-, wenn nicht jahrhundertelang Arbeit und Brot gegeben. Die Hilfskräfte sind ja geradezu zu diesen Bauten hingewandert, um teilweise der Fron durch die Großgrundbesitzer zu entgehen. Sie sollten sich mal darüber ausreichend informieren. Ein Michelangelo hat den Petersdom und die Sixtinische Kapelle bestimmt nicht als Sklave geschaffen! Oder glauben Sie wirklich, dass die größten Künstler und Baumeister ihrer Zeit nur für Gottes Lohn gearbeitet haben! ;-))

Bewährungshilfe für Politiker
44
28.5.2011, 14:14
Sie Ahnungsloser!

fahrenheit 451
24
28.5.2011, 12:43

zehntel? ablasshandel? in dem prachtbauten der kirche steckt einiges an blut.

nebenbei wurden die pyramiden von angestellten des pharaos gebaut. und glaubt man den letzten forschungen hatten diese eine rundumversorgung mit kostenloser krankenversicherung und bezahlten urlaub.

von solchen bedingungen sind heutige angestellte dank sich nur noch selbstverwaltenden gewerkschaften teils weit entfernt.

gnadevorrecht
21
28.5.2011, 15:08
Heute wären Sie froh, wenn der Steuersatz nur 1/10 des Einkommens ausmachen würde!

;o)

fahrenheit 451
00
28.5.2011, 16:46

ja heute. aber dafür muss man sich bei arbeitslosigkeit nicht von den abfällen der reichen ernähren die sie wohltätig beim hinterausgang raussgeworfen haben. und wenn ich mal krank bin darf ich sogar zum doktor.

es wird zwar viel schindluder in dem system getrieben aber gegenüber dem mittelalter hat es doch seine vorteile. ;)

ok, gegen niedrigere steuern hätte ich aber auch nichts. fast die hälfte noch bevor man das gehalt bekommt abzugeben und dann nochmal 20% beim einkauf von notwendigen gütern ist schon ein bissl viel ;)

gnadevorrecht
00
28.5.2011, 23:31
... und WOFÜR werden diese - von Ihnen richtig erkannten - zu hohen Steuern verwendet?

Da wir seit den 1970ern eine heillose Schuldenspirale in Gang gesetzt haben, werden derzeit bereits fast 1/5 (!) aller Steuereinnahmen für den entsprechenden Zinsendienst verwendet. Nota bene: ZINSENdienst, und NICHT etwa SchuldenRÜCKZAHLUNG.

DABEI blutet die Bevölkerung und unser Land aus, und nicht in der von Ihnen falsch erkannten und beschriebenen Rolle der Kirche in der Vergangenheit.

Antonio Balicassio
16
28.5.2011, 11:49
Schau,

bizarr ist doch die Blutspur dieser „Firma“!

Selten sind die Kirchen in menschlichen und ehrfürchtigen Belangen mit gutem Beispiel vorangegangen, denn vielmehr haben sie den Menschen als Beispiel für negatives Verhalten, Unlogik, Gewalt und Zwang, Widersprüchlichkeit, Engstirnigkeit, Mord und Totschlag, Dogmatismus und Selbstgefälligkeit gedient sowie Kritik, Hass, Rache, Vergeltung, Lieblosigkeit, Unfrieden und Zweifel gelehrt usw.

Sie dürfen nicht über Tatsachen hinwegtäuschen. Die Entstehungsgeschichte der Kirche wurde seit ihrem allerersten Anfang mit Menschenblut geschrieben, und seit ihrem Bestehen hat sie unzählige unschuldige Opfer unter Frauen, Männern und Kindern gefordert.

Sie kennen die Wahrheit, oder? - hartes Brot;)

gnadevorrecht
20
28.5.2011, 15:07
Die Geschichte der Kirche wurde von Anfang an mit Blut geschrieben. Das stimmt - mit dem kostbaren Blut Jesu Christi.

Bei der Kreuzigung wurde Seine Seite mit einer Lanze durchstoßen und aus dieser Wunde flossen Blut und Wasser. Blut als Zeichen der Eucharistie und Wasser als Zeichen der Taufe. Durch das Stiften dieser Sakramente wurde zugleich auch die Kirche gestiftet. In jeder hl. Messe wird dieses Opfer in unblutiger Weise gegenwärtig - zu unserem Heil. Schon die Kirchenväter haben erkannt, welche Analogie hier zwischen Adam und Jesus Christus liegt: So wie Eva, Adams Braut, aus dessen Seite stammte, so stammt auch die Kirche, die Braut Christi, aus Seiner Seite. Hier erst schließt sich der Kreis aus der Schöpfungsgeschichte, die schon in einzigartigerweise auf das Geschehen auf Golgota hinweist. Das Kreuz: der Baum des Lebens.

Danke Jesus!

la chiesa pontifica amen
03
28.5.2011, 17:44

Was spricht also dagegen, der Heiligen Katholischen Kirche von Herzen und in schenkenden Taten dankbar zu sein, die uns im mitfühlenden Wissen um die - ich möchte fast sagen: himmelschreiende - geistliche Bedürftigkeit der vielen gottsuchenden Menschen zur Feier der Heiligen Messe ruft, in der wir aus dem Kelch des neuen und ewigen Bundes das kostbare Blut Christi trinken dürfen als innerzeitliche Stärkung und Vorgeschmack des ewigen Lebens?

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 42
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.