Ägypten öffnet Grenze zum Gazastreifen

28. Mai 2011, 16:40

Palästinensische Männer brauchen Sondergenehmigung für Einreise - Israel über Lockerung der Blockade besorgt

Der einzige Grenzübergang zum Gazastreifen, der nicht von Israel kontrolliert wird, soll nun dauerhaft geöffnet bleiben. Die neue Regierung in Kairo löst damit ein Versprechen ein und demonstriert die neue Außenpolitik.

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Seit Samstag 9 Uhr in der Früh ist der ägyptische Grenzübergang zum Gazastreifen in Rafah offen. Das wird in Zukunft sechs Tage die Woche der Fall sein. Es gibt klare Öffnungszeiten und klare Bestimmungen, wer welche Papiere benötigt. Männer zwischen 18 und 40 Jahren müssen sich ein Visum beschaffen, was mehrere Wochen dauern kann. Für alle andern der 1,5 Millionen Einwohner des Gazastreifens gilt nun Reisefreiheit nach Ägypten.

Etwas mehr als 350 Palästinenser und Palästinenserinnen haben am Samstag die Grenze in Rafah Richtung Ägypten überquert, rund 150 Menschen strömten in die Gegenrichtung, viele bepackt mit elektronischen Geräten. Hunderte weitere folgten am Sonntag.

Rafah ist das einzige Tor zum Gazastreifen, das nicht von Israel kontrolliert wird. Der Übergang ist nur für Personen. Güter werden hier keine abgefertigt. Es gibt keine Einrichtungen für den Transit von Waren in großen Mengen. Eine Ausnahme sind Medikamente und medizinische Ausrüstungen von Hilfsorganisationen, die über diesen Weg in den Gazastreifen gelangen.

Es gelten strenge Sicherheitskontrollen, wie sie schon seit Jahren angewandt wurden, wenn die Grenze jeweils für kurze Zeit geöffnet wurde, vor allem um Kranke, Studenten und Mekka-Pilger ein- und ausreisen zu lassen. Mit dem Hinweis auf dieses Kontrollsystem entgegnen die ägyptischen Behörden den israelischen Befürchtungen, es könnten Waffen geschmuggelt werden. Für Waffen eignen sich die rund 500 Tunnels, über die bisher Waren in den Gazastreifen gelangt sind, besser.

Mit der permanenten Öffnung der Gaza-Grenze löst die Regierung in Kairo ein Versprechen ein, das sie Ende April gegeben hatte, nach der erfolgreichen Vermittlung eines Abkommens zwischen den palästinensischen Rivalen Hamas und Fatah.

Bruch in der Außenpolitik

Der Entscheid ist ein radikaler Bruch mit der Außenpolitik unter Ex-Präsident Hosni Mubarak, der die israelische Blockadepolitik trotz massiver Kritik im eigenen Land über vier Jahre mitgetragen hatte. Wie eine Sprecherin des Außenministeriums in Kairo betonte, sei der Schritt erfolgt, um das Leiden der Menschen im Gazastreifen zu lindern. Er sei ohne Konsultationen oder Absprachen mit andern Ländern unternommen worden.

Die Außenpolitik ist eines jener Felder, das nach der ägyptischen Revolution des 25. Jänner die dramatischsten Veränderungen gesehen hat. Architekt der Neuausrichtung ist Außenminister Nabil Elaraby, der auf Vorschlag der Jugendbewegung von den Generälen auf den Posten berufen wurde.

Der 75-jährige, versierte Diplomat hat in wenigen Wochen neue Akzente gesetzt. Im Vordergrund stehen nun die ägyptischen Interessen, und Kairo ist nicht mehr, wie bisher, in erster Linie ein Vertreter der amerikanischen Interessen in der Region.

Das Ziel ist klar; das neue, demokratische Ägypten will die alte Bedeutung als Regionalmacht zurückgewinnen.

Die neue Strategie zeigt sich vor allem in drei Bereichen schon ganz konkret. Das sind neben dem israelisch-palästinensischen Konflikt die Beziehungen zum Iran und zu den afrikanischen Ländern des Nilbassins. Im Fall von Israel bleibt zwar der Friedensvertrag unangetastet, Kairo will aber mehr tun, um den Menschenrechten der Palästinenser Geltung zu verschaffen. Israel als Staat soll keine Präferenz oder Priorität gegenüber anderen Ländern mehr genießen. Die Gaza-Blockade war in den Augen der ägyptischen Bevölkerung ein Schandfleck, den sich nur ein autoritäres Regime leisten konnte. (Astrid Frefel aus Kairo /DER STANDARD, Printausgabe, 30.5.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 375
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coexistence
48
30.5.2011, 20:01
"BERECHTIGUNG" für das MASSAKER aus der Sicht eines Nobelpreisträgers

@ Fritz Wunderlich
"Das Massaker von Deir Jassin hatte nicht nur seine Berechtigung – ohne den ,Sieg....."

Friedensnobelpreisträger Menachem Begin

http://de.wikipedia.org/wiki/Mass... Deir_Yasin

gabi huber
21
31.5.2011, 18:49
@ Coexistence ...

Ein Friedensnobelpreistraeger sagte ...
“Peace for us means the destruction of Israel. We are preparing for an all-out war, a war which will last for generations.”
“We plan to eliminate the state of Israel and establish a purely Palestinian state. We will make life unbearable for Jews by psychological warfare and population explosion. . . . We Palestinians will take over everything, including all of Jerusalem.”
"We will not bend or fail until the blood of every last Jew from the youngest child to the oldest elder is spilt to redeem our land!"
Yasser Arafat

coexistence
38
30.5.2011, 19:50
Erläuterung des Begriffs "SEMITEN"

@ Fritz Wunderlich

http://de.wikipedia.org/wiki/Semiten

Irgan Nakbu
04
30.5.2011, 17:11
Beruhigend

Den Freiheitssinn und die Ideale vieler PosterInnen hier erkennt man, dass sie ein Problem darin sehen, dass zu Gaza wieder ein geregelter Grenzverkehr möglich ist?
Mit der Einstellung wird sich sicher bald was ändern...

"Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu belassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert." Albert Einstein

dr mike
33
30.5.2011, 20:42

alles beim alten belassen ist doch die Haltung der hamas

Irgan Nakbu
21
30.5.2011, 16:24
Die Gaza-Blockade war in den Augen der ägyptischen Bevölkerung ein Schandfleck, den sich nur ein autoritäres Regime leisten konnte.

sic

pollice verso
83
30.5.2011, 15:06
Es gibt keine Lösung dieses Problems!

Tatsache ist, dass es einfach zu wenig Platz dort gibt, und man endlich eingestehen sollte, dass es ungerecht war, jedem deutschen, russischen, polnischen oder sonstwo herkommenden Juden zu sagen, er hätte ein RECHT darauf, genau in dieser Ecke der Welt zu siedeln.

Ungerecht vor allem der arab. Bevölkerung gegenüber, deren historischen Rechte auf dieses Land mindestens einige 1000 Jahre älter sind als die der Juden.

Das Judentum ist eine Religion und kein nationales Gebilde. Mit dem gleichen Recht müsste man SOFORT den Kurden einen eigenen Staat geben, sie mit hochmodernen Waffen versorgen und allen seit Jahrzehnten über Europa verstreuten Kurden sagen, sie hätten ein Recht, sich von Türkei, Irak, Iran, Syrien Gebiete zu holen.

kurt haenel
 
00
@ pollice verso

Die Kurden und die Juden waren tatsächlich jene Volksgruppen, die nach WK 1 Betrogen worden sind.
Und was die Juden in Arab. Ländern betrifft so empfehle ich Ihnen eine Webseite:

http://en.wikipedia.org/wiki/Jewi... Arab_lands

und so nebenbei:
Israels ca 25 000 km²
(Ganz WJL beträgt ca 5000 km² = 1/4 von NIederösterreich)

Araber ca 5 000 000 km²....
Früher haben Juden und araber überall in der Ggend gelebt;

Warte auf Ihre Argumente...

Rester
10
31.5.2011, 12:47
haben sie sich schon mal die bevölkerungsdichte von israel angesehen?

dr mike
00
30.5.2011, 20:45

abgesehen lesen sie was sfoglio schreibt

sfoglio
15
30.5.2011, 16:58
juden leben dort seit

über 3000 jahren. jerusalem (vor der zionistischen einwanderung) war ende des 19. jhdts. sogar mehrheitlich jüdisch.

Chien de Pique
13
30.5.2011, 16:56
Jedes Land kann seine Einwanderungsbestimmungen selbst festlegen. Die in IL geborenen Generationen haben sowieso jedes Recht, dort zu leben - wie

umgekehrt die Generationen im Ausland geborener Pal. endlich dort eingebürgert und integriert gehören.
Abgesehen davon ist es nicht so einfach wie Sie suggerieren: Wenn man mit "Rechten" 1000 J zurückgeht, kann man auch 2000 zurückgehen, und da waren die einzigen Araber in der weiteren Region die Nabatäer. Freiwillig verlassen, aufgegeben wurde das Land nicht, sondern infolge Vertreibung! Umgekehrt war das ganze Gebiet in der osmanischen Zeit dünn besiedelt und weitgehend Brachland. Es gab dabei aber immer, schon vor Beginn der modernen Einwanderung, eine nicht ganz unbedeutende jüd. Restbevölkerung, v.a. in Jerusalem. Es wanderten auch viele Araber erst aus anderen Gebieten ein, als das Land allmählich wirtschaftlich erschlossen wurde.

kurt haenel
 
00
@ Chien de Pique

das können Sie noch mmindestens 1000 mal schreiben, bevor es die Braunen zu kapieren anfangen.

Was mich betrifft, so glaube ich, dass der ganze Judenhass sowieso erst durch die mächtige katholische Kirche angezettelt, gepflegt und gefördert wurde.
Später bekam sie dann Unterstützung von den Mohammedanern.

sunshineFX
42
30.5.2011, 11:10
Es ist ein Trick...

...dass man Frauen und Kinder ungehindert über die Grenze bei Rafah lässt und Männer ein Visum beantragen müssen. Die patriarchische Gesellschaft sorgte einst für Krieg und für einen sogenannten Friedensvertrag zwischen Ägypten und Israel. Da die Männer Palästinas nun nicht so ohneweiters ausreisen dürfen, kann Israel nichts dagegen unternehmen. Ägypten steht sauber da, Israel hüpft vor Wut. Mit einem runden Tisch-Gespräch ließe sich jahrhunderte alte Geschichte und Probleme leider nicht lösen. Hier existiert keine Lösung, außer erneut Krieg, auf den sich Israel wohl freuen würde...

dr mike
00
30.5.2011, 20:48

die Ägypter haben kaum genug um ihre Bevölkerung zu ernähren. Aber Krieg hilft jedem Regime in derartigen Staaten den Unmut nach außen abzuleiten. Ägypten hat damit schon reichlich Erfahrung 1948 1967 bleibt nur noch die Frage offen ob es daraus etwas gelernt hat.

Annata
38
30.5.2011, 09:21
(PLO executive committee member Zahir Muhsein, in a 1977 interview with the Dutch newspaper Trouw.) said: "The Palestinian people does not exist. The creation of a Palestinian state is only a means for continuing our struggle against the state

of Israel for our Arab unity. In reality
today there is no difference between Jordanians,
Palestinians, Syrians and Lebanese. Only for political andtactical reasons do we speak today about the existence of a Palestinian people, since Arab national interests demand that we posit the existence of a distinct 'Palestinian
people' to oppose Zionism.
"For tactical reasons, Jordan, which is a sovereign state with defined borders, cannot raise claims to Haifa and Jaffa. While as a Palestinian, I can undoubtedly demand Haifa, Jaffa, Beer-Sheva and Jerusalem. However, the moment we reclaim our right to all of Palestine, we will not wait even a minute to unite Palestine and Jordan."

m+m
00

Wenn jemand eine korrupte, syrische PLO Marionette aus den 70er Jahren zitiert, sagt das einiges über die Geisteshaltung der Person aus.

Annata
00

Ich bitte sie erleuchte sie mich. I behaupte nicht alle Fakten zu haben und ich habe keine emotionale Bindung zu meiner Meinung, sondern passe diese gerne den Beweisen an.

kurt haenel
 
94
29.5.2011, 19:13

wenn Ägypten nun als verantwortungsvoll gelten will, dann soll das Land des gaza-Streifen politisch üebrnehmen.

Ansonsten kann man sich wirklich fragen, was ein Friedensvertrag wert sein soll.

Klaus aus Haus
57
29.5.2011, 21:47
ok

und das westjordanland dann bitte komplett zu jordanien,inkl siedlungen+siedler...... dann beginnen ziemlich sicher die isifundis zum raketen schmeissen-und die jordanier
veranstalten eine operation "gegossenes blei" in deren gehege.

kurt haenel
 
24
30.5.2011, 00:39
@ Klaus aus Haus

ich würde eher befürworten, dass man sich zur Lösung des Gesamtproblems um einen runden Tisch setzt und die in der Geschichte begangenen Fehler und Ungerechtigkeiten wieder gut macht.

Dazu würde natürlich auch die Wiedergutmachung fûr die Israelis zählen, die aus arabischen Landen rausgeschmissen wurden.

Das aber würde einen ziemlichen Haken in sich birgen, wenn man weiss, dass der Besitz der israelis (Juden) im arabischen Raum ein Vielfaches des heutigen israels ausmacht.

Ein link dazu:
http://en.wikipedia.org/wiki/Jewi... _countries

m+m
00

eine aufschlussreiche Aufstellung
allerdings ist die Angabe bei Palestine Mandate (Jordanian part) mit 0 nicht glaubhaft, da wurden die Siedlungen im Westjordanland wohl bewusst ausgelassen.

gabi huber
13
30.5.2011, 07:29
... nur ein Problem!

Die Araber kommen dann wieder mit der alten Laier:
"... there were no Jewish refugees from Arab countries."

Der elegante Herr von nebenan
 
2017
29.5.2011, 16:16

Netanjahu hat Recht wenn er sagt: "Israel ist das was richtig ist."

Israel ist vergleichbar mit Westberlin seinerzeit. Und das was damals der Kommunismus war, ist bei Israel der Islam. Israel ist das wo die moslemischen Staaten hinwollen. Der Unterschied besteht nur darin, dass die Menschen im Kommunismus längst wußten, dass Westberlin wirtschaftlich und politisch fortschrittlicher war. Denn die allermeisten kommunistischen Länder standen zuvor unter dem Einfluss der Aufklärung. Bei den islamischen Ländern ist das anders. Die islamische Hasspropaganda fällt wegen des geringen Bilungsstandard (noch) auf fruchtbaren Boden. Oder was soll sich für die islamischen Staaten ändern wenn Israel verschwindet. Bricht dann das Paradies aus?

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