ISS offiziell fertiggestellt

27. Mai 2011, 23:18

Gesamtkosten 100 Milliarden Dollar - Erstes ISS-Bauteil kam 1998 ins All

Houston - Nach zwölf Jahren Bauzeit im All und 100 Milliarden Dollar Kosten ist die Internationale Raumstation (ISS) seit Freitag offiziell fertiggestellt. Nach letzten Arbeiten meldete der US-Astronaut Mark Kelly dem Zentrum der US-Raumfahrtbehörde Nasa in Houston Vollzug: "Der Bau der Raumstation ist abgeschlossen." Das Forschungslabor fliegt 355 Kilometer über der Erde und gilt als größtes Technologieprojekt aller Zeiten. An ihm sind 16 Länder beteiligt. Es wird betrieben von den USA, Russland, Kanada Japan und den Mitgliedsländern der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Wichtigster ISS-Partner der ESA ist Deutschland. Für das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) ist die ISS ein "Außenposten der Menschheit im All".

Nach vielen Jahren der Vorbereitung war am 20. November 1998 als erstes Bauteil das russische Modul "Zarya" ins All geschossen worden. Seitdem folgten zahlreiche andere Transport- und Versorgungsflüge. Geforscht wird auf der Station bereits seit 2001. Mit der Fertiggestellung hat die ISS eine Masse von rund 455 Tonnen. Im Inneren ist in etwa soviel Platz wie in einem Boeing-747-Flieger. Die Solar-Flügel zur Strom-Versorgung der Station haben die Größe eines Fußballfeldes.

159 Weltraumspaziergänge

Die letzten Arbeiten an der ISS erledigten am Freitag die US-Astronauten Mike Fincke und Greg Chamitoff bei einem Außeneinsatz. Es war der insgesamt 159. "Weltraumspaziergang" an der Station. Die Astronauten waren Mitte Mai mit der US-Raumfähre "Endeavour" zu deren letzten Flug ins All gestartet. Sie brachten einen zwei Milliarden Dollar teuren Teilchendetektor und Ersatzteile zur ISS.

Im Juli ist der letzte Start eines Nasa-Shuttles geplant, wenn die "Atlantis" Nachschub zur ISS bringen soll. Danach schicken die Amerikaner die Raumfähren ins Museum, weil sie die jährlich vier Milliarden Dollar Betriebskosten einsparen wollen. Danach fliegen zunächst nur noch russische Raumschiffe Astronauten zur ISS. Zum Preis von 50 Millionen Dollar pro Platz nehmen sie auch Nasa-Astronauten mit. Versorgungsflüge übernehmen darüber hinaus Europa, Japan und kommerzielle US-Firmen. Die USA arbeiten derweil an neuen Raumschiffen, die eine größere Reichweite haben sollen.

Deutsche Wissenschaftler sind dem DLR zufolge seit Beginn der wissenschaftlichen Nutzung der ISS im Jahr 2001 mit dabei. Sie haben dort seither zahlreiche Experimente durchgeführt. Diese dienten vor allem der Untersuchung des menschlichen Gleichgewichtssystems, der Züchtung von Proteinkristallen, der Grundlagenphysik und strahlenbiologischen Fragestellungen.

Die "Endeavour" hat gerade erst ein unter deutscher Beteiligung entwickeltes und gebautes Spektrometer an der ISS angebracht. Es soll Spuren von Dunkler Materie und Antimaterie registrieren. An dem Gerät haben 500 Wissenschaftler in mehr als 15 Ländern mitgearbeitet, darunter Forscher von der Technischen Hochschule Aachen (RWTH) und der Universität Karlsruhe. (Reuters)

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13 Postings
Stimme der Vernunft
00
20.6.2011, 12:39
Deutsche Agenturmeldung?

Wurde hier eine deutsche Agenturmeldung einfach unveraendert uebernommen? Woher kaemen sonst die vielen Hinweise auf "deutsche Beteligung"?

Diese deutsche Beteiligung geht mir aber am A vorbei. Ich moechte naemlich wissen, ob's auf der ISS irgendwas aus Oesterreich gibt.

Standard, bitte recherchieren!

Kell-Conerem
01
31.5.2011, 22:06

Die ISS wird eine ewige Baustelle bleiben. Ich rechne damit das auf der ISS immer wieder neue Module angedockt werden, bis sie schließlich zu einer groß Station so wie wir sie aus diversen SF-Filmen / Spielen kennen ausgebaut wird. Warscheinlich sind die Jetzigen Module dann nur noch für den Tourismus gedacht zum durchgehen in der art "Fühle die Retro Raumfahrt" :D

Ich bin klug
00
29.5.2011, 20:16
Es kommen noch:

#)European Robotic Arm (ESA) per russischer Protonrakete
#)russisches Forschungsmodul Nauka
#)Docking Adapter für das Orion-Raumschiff (privat)
#)drei weitere russische Module bis 2015 (Finanzierung?)

Stimme der Vernunft
00
20.6.2011, 12:35
Orion?

Die Orion ist doch schon vor Monaten abgeblasen worden, oder?

joe ka
09
28.5.2011, 19:45
t 3
 
05
28.5.2011, 01:19
hurrrah.

ich meine natürlich die tatsache, dass das fussballfeld wiedermal als flächenmaß dienen durfte. wird eigentlich schön langsam zeit für eine offizielle erklärung zur maßeinheit mit zugehörigem zeichen; vorschlag: ??
...

Kelvan
00
31.5.2011, 12:30

Dann bitte auch VW Golf als Währung einführen. ;)

mozi1
03
29.5.2011, 09:24
Ein Fußballfeld darf laut DFB zwischen 90 und 120 m lang und 45 bis 90 m breit sein

(wikipedia)
Damit sprechen wir über eine Flache zwischen 4050 und 10800 m².
Als Maßeinheit ist das Fußballfeld also eher untauglich ;)
Umso seltsamer, dass der Vergleich sogar in einem sog. "Qualitätsmedium" bemüht wird ;)

t 3
 
01
29.5.2011, 21:08
darauf hätte mein

hier durch zwei ?? ersetztes maseinheitszeichen (ein doppel-lambda) durchaus bezug genommen. es MUSS ja ned immer alles so genau sein, oder...

Solus Ipse
01
28.5.2011, 13:19

Wie viele Qudratfuß hat eigentlich so ein Fußballfeld?
Und ist es ein ganzzahliges Vielfaches eines Sandkastens?

helpu
04
28.5.2011, 22:05

Ja, etwa so dick wie 14 Laptops. Das entspricht etwa der halben höhe einer Badewanne

vicaut
01
27.5.2011, 23:49
Der Bau der ISS ist nicht abgeschlossen.

Nur für die USA. Die Russen haben noch ein Modul, dass 2012 dazukommen soll.

Steve Zissou
00
28.5.2011, 12:02

darüber hinaus planen die russen drei weitere module zwischen 2013 und 15.

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