Unser journalistisches Kabinettstück

27. Mai 2011, 16:16
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daStandard.at wurde mit dem Europäischen CIVIS Online Medienpreis 2011 ausgezeichnet. Die Lobrede der Jury trug Andreas Zick vor

Gestern wurde der Civis Medienpreis unter der Schirmherrschaft des deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff und EU-Parlamentspräsident Jerzy Buzek im Auswärtigen Amt in Berlin verliehen. Der Civis Medienpreis in der Kategorie Online ging an daStandard.at. Dr. Andreas Zick (Universität Bielefeld) würdigte damals in seiner Laudatio die hohe journalistische Qualität und "integrierte Selbstverständlichkeit" der Berichterstattung:

Meine Damen und Herren,

ich habe die Gelegenheit, ein journalistisches Kabinettstück zu loben, und ich fühle mich sehr geehrt, dass ich das für die Jury tun darf. Diese Ehre und unsere Hochachtung für die nominierte Webseite daStandard hat zwei wesentliche Gründe.

Einerseits hat die Jury nach herausragender journalistischer Qualität gesucht. Sie hat einen Journalismus gesucht, der zur Integration in Europa beiträgt indem er mit hoher Qualität von Integration berichtet, Diversität, Multikulturalität und Toleranz aufspürt und Ungleichwertigkeit mit journalistischem Blick kenntlich macht. Gesucht wurde ein online-Journalismus, der hinter die Fassade von Ideologien und Plattitüden der Integration schaut. Ein Journalismus, der sich nicht mit einfachen "So-oder-so-Berichten" abmüht, sondern sich selbst und seine Positionen kenntlich macht.
Gesucht wurde ein Journalismus, der investigativ in einem gesellschaftlichen Spannungsfeld ist, das für die Zukunft Europas eine zentrale Aufgabe ist und dessen Kern auch ständig in der Gefahr steht, zertrümmert zu werden: Integration, Teilhabe, Gleichwertigkeit. Diesen Journalismus haben wir mit daStandard gefunden.

Ich freue mich andererseits, weil ich als Konfliktforscher sagen darf, dass wir eine Redaktion gefunden haben, die Integration realisiert und ihre Kompetenz und ihre journalistische Sicht uns, den KollegInnen, den Medienmachern, den Konsumenten, eben der Gesellschaft, bereit stellt. daStandard ist im Feld hoch qualitativen Journalismus Realisation von Integration.

Integration durch Tun, ohne Test und Vermessung von Defiziten. daStandard wird gemacht von einer Migranten-Generation 3.0, wo das Web erst 2.0. ist.

daStandard erfüllt Standard!

Die kulturellen und geistigen Wurzeln sind nach der Selbstbeschreibung der Redaktion auf ihrer Website durch folgende Signalbegriffe gekennzeichnet: "Albanien, Bosnien, Deutschland, Feminismus, Fußball, Kaffeestudien, Interkulturelle Studien, Irak, Journalismus, Ösi, Polen, Psychologie, Russland, Salzkammergut, Schweden, Serbien, Slowakei, Spanien, Türkei und und und."

Es ist eben eine unabhängige multikulturelle Redaktion beim Standard. Ein Novum: das "Beiboot" einer bekannten Tageszeitung bietet ein zusätzliches eigenständiges transnationales journalistische Angebot.

Warum ist daStandard preiswürdig? Ich habe bereits die wichtigsten Kriterien genannt. Wir hatten in der Online Jury mehr als 22 Kriterien zur Auswahl der BewerberInnen. Zusätzlich hatten die Jury-Mitglieder sicherlich noch viele weitere Kriterien. In aller Kürze kann ich folgende Kriterien nennen, die uns für daStandard als besonders preiswürdig erschienen:

Es ist ein Webangebot, das publizistisch vielgestaltig ist. Es widmet sich mit multimedialer Vielfalt den wirklich wichtigen Themen des neuen multikulturellen Europas. Die Klicks sind organisiert nach Arbeit, Leben, Kultur und Politik und das sind genau die Integrationsbereiche, oder eben einfach jene Alltagsbereiche in denen Integration, Teilhabe, und Verständigung oder das Gegenteil davon passiert. Es geht in diesen Bereichen um Fragen der Integration, Migration und kulturellen Vielfalt, für die daStandard journalistisch gut recherchierte, aufbereitete und präsentierte Antworten und Interpretationen anbietet.

Und dies alles ohne eine religiöse noch kulturelle Ethnisierung, sondern in einer integrierten Selbstverständlichkeit. Das soll noch einmal betont sein: Neuere Studien zeigen, dass Integration, interkulturelle Kontakte und Multikulturalität nicht nur in Medien gelernt werden können, sondern stellvertretend erlebt werden kann. daStandard bietet eine Redaktion als Vorbild an.
daStandard ist dabei alltagstauglich. Es ist ein Angebot, dass sich nicht ausschließlich für Intellektuelle eignet, aber sehr intelligent ist.

Was können Sie da klicken?
"Egal, ob Mann, Frau oder Außerirdischer: Frauen in der serbischen Literatur" Okay zu intellektuell, dann hard core:
"Umstrittene Thesen zum Kopftuchstreit"
"Der Nachname lautet immer „illegal" - die staatenlosen HaitianerInnen."
"Ein Kampf der Werte - Bericht aus London"

Mit daStandard ehren wir eine internationale, sich selbst refinanzierende Plattform - mit Werbung, die sich deutlich vom redaktionell verantworteten Bereich getrennt ist.

daStandard ist daneben mit allen Ausstattungen eines modernen web2.0-Angebots versehen. Ob es ein App hat weiß ich nicht, aber es gibt Schrift, Bild, Ton, Blogs usw. usw. Die Klicks sind übersichtlich, schnell, gut überlegt.

Der Civis-Preis ist wie jeder Preis: Er soll motivieren, dazubleiben, weiter zu machen und besser zu werden. Aber bevor wir jetzt berichten, was sich die Jury alles noch gewünscht hätte, klicken Sie sich erstmal durch daStandard. Besser geht's nämlich kaum.

Prof. Dr. Andreas Zick für die Jury

  • "daStandard.at widmet sich mit multimedialer Vielfalt den wirklich wichtigen Themen des neuen multikulturellen Europas."
    foto: civismedia.eu

    "daStandard.at widmet sich mit multimedialer Vielfalt den wirklich wichtigen Themen des neuen multikulturellen Europas."

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