Über hundert Verletzte bei versuchter Räumung der Plaça Catalunya - Innenminister erwägt Räumung der Puerta del Sol in Madrid
Madrid - In zahlreichen spanischen Städten gingen am Freitagabend Menschen auf die Straße, um gegen den brutalen Polizeieinsatz bei der Räumung der Plaça Catalunya in Barcelona zu protestieren.
Einheiten der katalonischen Polizeieinheit Mossos d´Esquadra hatten am Vormittag versucht, die von Demonstranten besetzte Plaça Catalunya zu räumen. Zwölf Menschen, wurden im Krankenhaus behandelt, zwei davon mit Knochenbrüchen. 121 erlitten nach
Angaben der Rettungsdienste leichte Verletzungen, darunter 37 Polizisten.
Allein in Madrid strömten um 19 Uhr Tausende auf die zentral gelegene Puerta del Sol, die seit zwei Wochen besetzt ist. Es mussten sogar Zelte abgebaut werden, um Platz für die Protestierenden zu schaffen.
"Barcelona, du bist nicht allein"
Die Demonstranten riefen "Barcelona, du bist nicht allein" und "Nein zur Gewalt" und hielten Blumen in die Höhe. Auch in zahlreichen anderen Städten kam es zu Solidaritätskundgebungen.
In Valencia kamen laut der Zeitung "La Vanguardia" Tausende auf die Plaza del Ayuntamiento, um drei Schweigeminuten abzuhalten.
Champions-League-Finale am Samstag
In den Morgenstunden hatten Arbeiter der Stadtverwaltung Barcelonas begonnen, alle von den Protestierenden errichteten Strukturen abzubauen. Damit sollte laut Behördenangaben verhindert werden, dass nach dem Champions-League-Finale am Samstag herumliegende Gegenstände als Wurfgeschoße verwendet werden.
Obwohl die Einsatzleitung versicherte, dass nach der Reinigungsaktion alle Demonstranten auf den zentral gelegenen Platz zurückkehren könnten, versuchten etwa hundert Protestierende, 35 mit den Habseligkeiten der Demonstranten beladene Fahrzeuge der Stadtverwaltung aufzuhalten, indem sie sich auf den Boden setzten und als Zeichen der Gewaltfreiheit die Hände hoben.
Entgegen der Zusage, dass lediglich Gegenstände abtransportiert werden sollten, die bei einer möglichen Siegesfeier des FC Barcelona am Samstag zu einer Gefährdung des Publikums führen könnten, wurden auch Computer, Transparente und Schlafsäcke aufgeladen.
Die Polizei kesselte die Gruppe ein. Allerdings kamen unerwartet rasch zahlreiche Unterstützer auf den Platz, sodass die Polizisten sich einer Überzahl Demonstranten gegenübersahen.
Polizisten wurden umringt und vom Platz gedrängt und setzten Gummigeschoße gegen die Protestierenden ein.
Lager wiedererrichtet
Nach Verhandlungen zwischen dem Rechtshilfeteam der Platzbesetzer und der Einsatzleitung zogen sich die Beamten um 13 Uhr schließlich zurück. Auf der Kundgebung in Madrid wurde am Abend über Lautsprecher bekanntgegeben, dass das Lager auf der Plaça Catalunya wiedererrichtet wurde, was großen Jubel auslöste.
Auf der Plaça Catalunya kamen bereits am Freitagachmittag erneut 9000 Menschen zusammen, abends war der Platz laut spanischen Medien voller als je zuvor.
Innenminister droht mit Räumung der Puerta del Sol
Ein Protestcamp im katalonischen Lleida wurde am Freitag geräumt. Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba erwägt unterdessen, auch das Protestcamp auf der Puerta del Sol in Madrid räumen zu
lassen.
Er habe entsprechende Anfragen der Madrider Regionalregierung sowie von
Geschäftsinhabern am Platz erhalten, sagte Rubalcaba. "Ich werde
die Lage zusammen mit der Polizei analysieren und dann werden wir eine
Entscheidung treffen."
Konservative fordern Erklärung
Enric Millo, Sprecher der Europaparlamentsfraktion des konservativen PP, forderte am Freitag vom katalanischen Innenminister Felip Puig eine sofortige Erklärung für die Einsatztaktik der Mossos d´Esquadra.
Er äußerte zwar Verständnis dafür, dass es die Lage im Zentrum Barcelonas erforderlich gemacht habe zu handeln, kritisierte aber, dass die Räumung erst nach den Regional- und Kommunalwahlen am Wochenende angeordnet wurde und warf der katalanischen Regionalregierung vor, der Einsatz sei "unverhältnismäßig" gewesen. (Bert Eder aus Madrid, derStandard.at, 27.5.2011)
Gewaltloser Widerstand = Attentat gegen die Autorität
Ein neues Gesetz ist in Planung, welches gewaltlosen Widerstand in Spanien zur Straftat machen soll. Wenn man von der Polizei aufgefordert wird zu gehen, MUSS man gehen.
Des Weiteren ein anderes Gesetz, das verbieten soll, sich via Internet zu mobilisieren, weil das in den Bereich Terrorismus fällt.....!?
Wer spanisch kann, darf sich den Artikel zu meinem ersten Punkt gerne durchlesen, SOLLTE es auch
"Spanish television (TVE) tried to stop a live broadcast when they realize that there's a group showing their signs in support of spanishrevolution and against police treatment suffered in Plaza Catalunya, Spain."
Hunderte Hooligans sind auf die Polizei losgegangen. Kein Wort von den brutalen Handlungen der Polizei. Danke ORF für die unabhängige Berichterstattung. Mir schwillt der Hals!!!!!
In dem Bericht ging es nicht um die Demonstranten am Platz sondern, um die Hools, die den Sieg von Barca gefeiert haben, und gleichermaßen gegen Polizei und Linke Demonstranten vorgingen.
komme gerade vom Stephansplatz, - tatsächlich wurden die SpanierInnen allein gelassen. (wurscht, Stimmung ist gut - geht noch bis 15h) statt mit ihnen gemeinsam was zu tun.
vaya revolution
ich war heute nicht dort (verhindert), aber dafür letzte woche bei der botschaft und am stephansplatz
und mir ist aufgefallen, dass die spanier ein bißchen im eigenen saft schmoren. so grandios ich diese bewegung finde und so sehr ich mit ihr sympathisiere, so negativ ist mein eindruck, dass es relativ wenige bemühungen gibt, zumindest war es auf den beiden kundgebungen so, sich an die leute vor ort zu richten. die parolen sind zwar teilweise auf deutsch, aber an der öffentlichen debatte bei der botschaft letzte woche konnte jemand, der des spanischen nicht mächtig ist, nicht teilnehmen. das soll jetzt keine fundamentalkritik sein, aber ein bißchen mehr kommunikation mit den menschen vor ort, die eben in den seltensten fällen spanisch sprechen, wäre auch für die bewegung selbst kein schaden.
war dort und hab nach 3 Sätzen gleich eine Kontaktadr. gekriegt. "die Leute vor Ort" werden die SpanierInnen nicht kennen, daher sicher schüchtern, bzw. keine "Ansprechperson" bekannt.
"...konnte jemand ... nicht teilnehmen" glaub ich dir schlicht nicht.
trotzdem lg
die erste läuft gerade. die zweite findet um 18:00 am Stephansplatz und am Karlsplatz (vor der TU) statt. Das ist auch die, die in allen Ländern Europas, in mehr als 200 Städten, gleichzeitig stattfinden wird.
yw:
"die in allen Ländern Europas, in mehr als 200 Städten, gleichzeitig ...."
Gibts da einen Grossen Organisator? Oder wills einer werden?
In Madrid geht die "asamblea popular" seit 12Uhr.
Vernetzung ist wichtig, ohne Transparenz allerdings ein Käse. Auf der hp von DRY steht jedenfalls nix, dafür aber die Warnung vor fakes, vor Sprechen "im Namen von ..."
Und was ist das für ein grauslicher Diktator in Spanien der auf sein eigenes Volk schiessen lässt?
Wieso bekommen die Spanischen Rebellen keine Waffenlieferungen und Bodentruppen als unterstützung?
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