"Wann ist ein Nein ein Nein?"

Christa Nebenführ , 27. Mai 2011, 17:51
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    foto: dapd/natalie nollert

    Mai 2011: Wettermann Jörg Kachelmann auf dem Weg zum Gericht.

Hat Jörg Kachelmann seine Exgeliebte vergewaltigt? - Von Christa Nebenführ

Hat Julian Assange seine beiden Geliebten vergewaltigt? Hat Dominique Strauss-Kahn das Zimmermädchen vergewaltigt?

***

Als Robert Mitchum Marilyn Monroe vor der Kulisse des Studiowaldes zu küssen versucht, reißt sie sich los und rennt davon. Aber er setzt ihr nach, und als sie schließlich zu Boden gehen, gibt sie ihren Widerstand auf und damit zu, dass dieser gar nicht ernst gemeint war. Diese Szene bekomme ich nicht aus dem Kopf. Otto Premingers River of No Return von 1954 hat mich sozialisiert. In Dornenvögel war's auch nicht viel anders. Da rennt die erblühte Megan dem Pater Ralph am Strand davon, bis er sie erwischt, niederwirft und, wenn ich mich recht erinnere, endlich macht, was sie die ganze Zeit von ihm gewollt hat. Zumindest codiere - oder decodiere - ich das so. Schließlich wurde mir das männliche Vorrecht der "Aufforderung zum Tanz" seinerzeit mit dem Balzszenario aus dem Tierreich erklärt: Das Weibchen flüchte stets vor dem Männchen, allerdings nur bis an jene Grenze, an der es von diesem noch eingeholt werden kann. Kann, soll, darf oder will?

Diese Grenze beschäftigt derzeit die Gerichte. Und sie ist nicht die einzige. Wann beginnt das Leben, und wann endet es? Historisch haben wir es mit einer geradezu unüberschaubaren Bandbreite an Grenzziehungen zu tun, aber was machen wir jetzt? Hat Jörg Kachelmann seine Exgeliebte vergewaltigt? Hat Mosche Katzav seine Mitarbeiterin vergewaltigt? Hat Wilfried Berchtold seine Parteikollegin vergewaltigt? Hat Julian Assange seine beiden Geliebten vergewaltigt? Hat Dominique Strauss-Kahn das Zimmermädchen vergewaltigt? Der letzte Fall ist anders gelagert als die ersten vier, aber davon später.

Frage eins soll am 31. Mai verbindlich beantwortet werden, zwei und drei wurden schon entschieden, und vier geht in die nächste Runde. Was auch immer herausgekommen ist oder herauskommen wird, der Richterspruch ist in jedem Fall performativ. Er schafft den Sachverhalt, den er behauptet - wie ein Standesbeamter bei der Eheschließung. Es geht nicht darum, zu entscheiden, ob sie's getan haben, sondern ob das, was sie getan haben, Sex oder Gewalt war. Sex ist gestattet, Gewalt ist geächtet. Und das ist noch nicht so lange her. Soll sich die Gesellschaft bei der Unterscheidung raushalten oder einschalten?

Anfang März hat Marie Schmidt in der Zeit eindrucksvoll den Bogen von der Unterstellung der klammheimlichen Komplizenschaft des Opfers zu Germany's next Topmodel gespannt: Mit "Wir sehen einfach nicht, dass du es wirklich willst", treibt Heidi die Mädchen nicht nur an, sich bis zur Selbstverleugnung zu verausgaben, sondern sich in der Selbstverleugnung zu verausgaben. Sie dürfen auf keinen Fall ihre Wut, Angst, Enttäuschung und Unsicherheit durchblicken lassen. Im Dezember des Vorjahres wurde in ebenjener Zeit konstatiert, dass eine von Jörg Kachelmanns Geliebten, die als Zeugin einvernommen wurde, am 29. März 2010 lediglich einen "Geschlechtsverkehr, bei dem sie passiv dagelegen und geweint habe, weil sie das Treffen zum Reden über die Beziehung habe nutzen wollen" geschildert hätte. Hätte Kachelmann das nicht merken müssen?

Wer hat sich also verschätzt?

Jemand der nicht erkenne, ob eine Frau mit ihm schlafen möchte, sei als Bürgermeister und Gemeindeverbandspräsident untragbar, sagte die sozialdemokratische Gesundheitssprecherin Gabriele Sprickler-Falschlunger laut Vorarlberg.orf.at vom 9. 3. 2011 in Bezug auf Wilfried Berchtold. Während also Heidi hoch dafür bezahlt wird, zu erkennen, was ein Mädchen möchte, scheitert ein Bürgermeister daran, das nicht erkannt zu haben. Woran erkennt sie das eigentlich? Woran hätte Kachelmann erkennen können, dass seine damalige Geliebte das Treffen eigentlich zum Reden nutzen wollte? Daran, dass sie weinte? Das tun die in den CastingShows dauernd und machen trotzdem weiter, weil sie es wirklich wollen.

Ende März berichtete dann Gerichtsreporterin Gisela Friedrichsen für den Spiegel von "Kripobeamtinnen, die sich von den Tränen und dem Zittern der angeblich von Kachelmann vergewaltigten Claudia D. unmittelbar nach der 'Tatnacht' hatten beeindrucken lassen." Für Funk und Fernsehen qualifizieren sie sich damit nicht. Da heißt es draufhalten. Irgendwie ist das alles gar nicht so weit entfernt vom Milgram-Experiment. Im Gegensatz zum Milgram-Experiment, bei dem gemessen wurde, wie viele Schmerzen die Versuchspersonen jemand anderem zuzufügen bereit sind, wenn es ein Versuchsleiter fordert, illustriert Germany's next Topmodel, wie weit sich die Versuchspersonen demütigen lassen, wenn es die Quote fordert - und natürlich auch, wie weit die Nutznießer eines Medienapparates zu gehen bereit sind. Auf der einen Seite die etablierte Macht, auf der anderen Seite das Interesse, daran zu partizipieren. Wen das nicht interessiert, der/die klärt die Bedingungen: Besprechung im Besprechungszimmer, Beziehung unter bestimmten Rahmenbedingungen. Natürlich ist die Wut von Frauen zu verstehen, die dem Kerl nachgegeben haben und trotzdem nicht aus dem Nachtclub auf die Farm geholt wurden, wie Marilyn von Robert. Aber was berechtigte sie zu dieser Hoffnung?

Wer hat sich also verschätzt? Vier Typen, bei denen es sich nicht um hormonverwirrte Jungs, sondern um Männer in Machtpositionen handelt? Oder vier Frauen, die es anscheinend genau wissen wollten? Auch wenn ich mit meinem Ex aufs Zimmer gehe, werde ich nicht mit ihm schlafen! Könnte hinter einem solchen Vorsatz die Reinszenierung eines alten Traumas stecken? Oder hinter den Übergriffen der Elder Boys eine bodenlose Selbstüberschätzung in Bezug auf die Loyalität der Vasallinnen? Auch wenn sie plärren, sie werden nicht so weit gehen, die Show zu sprengen! Und auf welche Seite schlage ich mich?

1973 brachte die Theatergruppe Rote Grütze den mehr oder weniger kollektiven Sinneswandel, missbrauchten Kindern nicht mehr das Gefühl der Mitschuld an etwas Unaussprechlichem zu geben, mit ihrem Theaterstück Darüber spricht man nicht auf den Punkt. Neue Kinderbücher thematisierten Missbrauch, Gewalt, Sucht u. v. m. Die Kinder sollten erkennen, dass sie sich nicht zu schämen brauchen, dass sie Fragen und Anschuldigungen formulieren dürfen. Das führte natürlich auch zu falschen Anschuldigungen. Intime Übergriffe sind praktisch nicht nachzuweisen, sonst wären sie ja nicht intim.

Ich frage mich eigentlich, ob es vorstellbar ist, dass ein respekt- und verständnisvoller Partner seine Geliebte nach elf Jahren plötzlich vergewaltigt, ich frage mich, warum eine Frau, die von einem Mann bereits einmal im Büro vergewaltigt wurde, diesen im Hotel aufsucht, ich frage mich, ob es wirklich hinterlistig ist, sich der schlafenden Geliebten zu nähern. So hinterlistig, wie geheime Dokumente öffentlich zu machen? Geheimnisse haben ihren Grund, aber es ist nicht ausgemacht, dass das immer ein guter ist. Ebenso wenig ist ausgemacht, dass es immer einen guten Grund gibt, sie auszuplaudern. Assange kennt beide Seiten.

Wie kann man nur so blöd sein, den Code falsch zu knacken, sodass das Ding in die Luft fliegt? Einem Mann vertraut zu haben, der es nicht wert war? Die eigene Unwiderstehlichkeit nicht infrage gestellt zu haben? Vorauszusetzen, dass er merkt, was sie hofft oder vorauszusetzen, dass sie will, was er hofft? So blöd, im Privaten Respekt und Loyalität zu erwarten, wenn Respektlosigkeit und Illoyalität öffentlich vorgetanzt werden? Oder so gerissen, zum eigenen Vorteil privat und öffentlich umzucodieren? "Richter wälzen die Last der Entscheidung auf Gutachter ab", beklagte Martin Klingst 2003 in der Zeit. Allerdings ging es in diesem Essay um die Sicherheitsverwahrung pathologischer Triebtäter, zu denen wohl keiner der ersten vier Verdächtigen zu zählen ist. Die massakrieren keine Passantinnen, die wüten in ihrem Revier wie die gute alte Mafia. Beim Chef des IWF bin ich mir da nicht so sicher. Da verfestigt sich bei mir der Eindruck, er hätte in der scheinbaren Gewissheit, dass sich sein Opfer nicht wehren kann, echt Beute zu machen versucht.

Ansonsten frage ich mich, was leben die Leute für Beziehungen? Aber das geht mich nichts an - zumindest nicht, bis die Beziehung vor dem Strafrichter landet. "Ein Autor, der ... die betroffene Person aus eigenem sexuellen Erleben kennt, hat ... praktisch keine Möglichkeit, die Darstellung von Sexualität so zu fiktionalisieren, dass der verfassungsrechtliche Schutz greift", argumentierte Richter Hoffmann-Riem in Bezug auf Maxim Billers verbotenen Roman Esra und die Freiheit der Kunst. Das heißt im Klartext, dass man die eigene Sexualität nicht öffentlich machen darf, sofern man sich nicht nur selbst die Hand geschüttelt hat oder es sich um Nötigung handelt. Maulkorb oder Anschuldigung. Ich bin dafür, die Show zu sprengen! Aber ich frage mich, ob die diskutierten Prozesse nicht nur eine andere Show im selben Theater sind. (Christa Nebenführ, DER STANDARD/ALBUM - Printausgabe, 28./29. Mai 2011)

Christa Nebenführ, geb. 1960 in Wien, ist Schriftstellerin und Journalistin. Sie lebt seit 20 Jahren zufrieden monogam, hatte aber davor genug Zeit für Recherchen. Zum Thema hat sie in der Wissenschaftsreihe des Milena-Verlages das Sachbuch "Sexualität zwischen Liebe und Gewalt" herausgebracht. Im Sommer erscheint ihr Kinderbuch "Ludwig ist zu laut", in dem weder Suff noch Sex vorkommen.

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Posting 1 bis 25 von 49
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manutschau
00
18.6.2011, 17:06

Das Problem ist halt, daß ein Richter niemals genau wissen wird, wer in einem Verfahren die Wahrheit spricht. Und im Zweifel wird der Angeklagte freigesprochen. Was wäre die Alternative?

Wunderbare Welt
 
00
12.6.2011, 12:20
und es geht doch um gewalt und macht...

natürlich sind die fälle unterschiedlich aber bei katzav, assange und Strauss-Kahn geht es um gewaltmonopol und macht. alle 3 täter hatten eine gesellschaftlich höherstehende position und alle 3 opfer waren gesellschaftlich nicht gleichrangig mit ihnen. soweit ich weiß wird assange vorgeworfen mit einer seiner geliebten verkehr gehabt zu haben während sie schlief. wenn einer der beiden sexpartner nicht bei vollem bewußtsein ist, ist es vergewaltigung und nichts anderes. es ist ihr körper. bei katzav und strauss-kahn ist es der klassische fall "ich bin mächtig, ich nehme was ich will". mehr ist es nicht und das ist leider auch realität in vielen schlafzimmern und vielen beziehung normaler bürger.

Freie Welt
00
13.6.2011, 12:38
Gibt es etwa

bei Strauss-Kahn und Assange so wie bei Katzav bereits rechtsgültige Urteile?

nixusfixus
00

oder einfach mehr erhofft, um dann, nachdem die hoffnungen nicht erfüllt wurden, mit einer klage zum gewaltigen gegenschlag auszuholen.

ok, meist macht mann nicht klar schiff, verspricht das blaue vom himmel etc. aber rechtfertigt das soetwas? naja, ich hatte bisher das glück, nie mit diesem schlag frauen zu tun, glaub nämlich daran dass sich gleich und gleich gern gesellen, und deshalb dieser typ frau nicht an mir interessiert ist (gut so ;) ). vielleicht reichts aber auch aus berühmt zu sein...

oder es gibt wirklich haufenweise männliche a.... denn bei "nein" dreh ich bzw. dreht mann um. wer nicht mit wir will, der hat sowieso was verpasst, also wozu zwangsbeglücken ;)

The Only Cat in the Village
00
30.5.2011, 15:20

Die ganze Diskussion wrd bestimmt von dem Zeitpunkt an ernster genommen, wenn die Vergewaltigung von Männern diskutiert wird.
Zu welcher Art Artikel kommt es hier dann?

The Only Cat in the Village
00
30.5.2011, 15:37

(Nachtrag, da sprachlich denn doch ungenau):
Vergewaltigung von Männern=Männer als Vergewaltigungsopfer.

hubs6
00
30.5.2011, 12:56
toller artikel!

danke!
- es verkommt wirklich alles zu einer kapitalschlagenden reality-show / am problem vorbei

word8
01
30.5.2011, 01:13
hier wird versucht sich einem thema intellektuell zu nähern, das

in der wirklichkeit des realen lebens viel einfacher ist, als es uns hier suggeriert wird.

denn die frage ob vergewaltigung oder nicht ist grundsätzlich immer dann mit ja zu beantworten, wenn mit jemandem etwas getan wird, das er nicht will oder nicht wollen würde, wäre er bei sinnen.

das große problem ist die beweisbarkeit.

nixusfixus
12

schwer verliebt ist erwiesenermaßen nicht bei sinnen...gebrochenes herz die ernüchterung...ihr defintion greift somit zu weit.

das ist synallagmatisch oida!
00
29.5.2011, 22:35
toller artikel

fällt schwer bei dieser diskussion sinnvolles zu sagen, weil man immer so schnell in einer ecke steht.

brut-t
01
29.5.2011, 15:56
Es hat mich gefreut mitdenken zu dürfen

Danke für den Artikel!

Herr J.K.
13
28.5.2011, 21:43
"Wann ist ein Nein ein Nein?"

Wann und wie sagt eine Frau Nein? Wann beginnt Vergewaltigung in einer Beziehung? Die Autorin scheint (zurecht) fasziniert zu sein von diesen Fragen. Leider findet sie auch keine schlüssigen Antworten.

Trotzdem ein lesenswerter Artikel.

noirc80
101
28.5.2011, 22:17

nein, das ist nicht die frage, das ist ganz klar: wenn etwas gegen ihren willen gechieht ist es ein übergriff. ab wann etwas als vergewaltigung gewertet wird können sie dem strafgesetz entnehmen, falls sie schwierigkeiten haben, eine vergewaltigung von einer nötigung zu unterscheiden. das gesetz gilt übrigens auch für eheleute.

niemand muss "richtig" nein sagen, wenn sie jemanden berühren wollen, fragen sie bitte vorher, ob es für ihr gegenüber okay ist.

dieter van teese
03

"... wenn sie jemanden berühren wollen, fragen sie bitte vorher, ob es für ihr gegenüber okay ist."

ihr sexualleben muss sehr interessant und abwechslungsreich sein.

:)

Ein Mann
13
29.5.2011, 16:00

"wenn sie jemanden berühren wollen, fragen sie bitte vorher, ob es für ihr gegenüber okay ist."

haha, die aussage des jahres ;-)

wie alt sind sie bitte und haben sie überhaupt schon einmal sex gehabt? bitte nicht mitreden, wenn sie - was offensichtlich ist - keine ahnung haben. das ist vollkommen realitätsfern.

luna tic
06
29.5.2011, 13:23

>>>wenn sie jemanden berühren wollen, fragen sie bitte vorher, ob es für ihr gegenüber okay ist.<<<

alles klar, sie realitaetsfremder kasperl

viel spass bei ihrem vertraglich vereinbarten bluemchensex

Enrico
11
28.5.2011, 13:48
... Vergewaltigungsvorwürfe bei Beziehungsgeschichten sind fast immer

problematisch - zu häufig will da eine einem irgendwas "heimzahlen", meistens ist es sogar die Empörung darüber, dass er eben keine Lust mehr hat, sie zu "vergewaltigen". Zurückgewiesene Liebe führt oft zu maßloser Trauer - oder - als Flucht nach vorne - in die Aggression, zu dem eben so maßlosem Wunsch, das Liebes-(==Haß-)Objekt zu beschädigen. Dabei ist man/frau in der Wahl der Mittel nicht eben wählerisch, und es wird der erstbeste mögliche Vorwurf total übertrieben oder gar völligerfunden. Die differenzierte Sicht von Christa Nebenführ zeigt: Auch frau/man muss nicht blind Partei ergreifen, sondern jeden Fall gesondert betrachten, wenn man gerecht sein will, und nicht einem Beißreflex gehorcht.

noirc80
11
28.5.2011, 18:01
realitätsverweigerung.

seltsam, die zahlen sprechen irgendwie gegen sie. im bereich sexueller gewalt liegt die anzahl der falschanschuldigung sehr niedrig. dafür die zahl der nicht angezeigten sexuellen gewalttaten sehr hoch. opferorganisationen berichten regelmäßig, dass nur ein bruchteil der opfer, die sie betreuen oder beraten, anzeige erstattet.

das waren zumindest bisher meine infos, können sie mir bitte etwas handfestes nachreichen zu ihrer behauptung: 'zu häufig will da eine einem irgendwas "heimzahlen" '?

word8
00
30.5.2011, 01:17
bloß stellt sich die frage

wie sie eine statistik über "nicht angezeigte" vergewaltigungen führen wollen?

peter schmidt
 
00
28.5.2011, 22:56
ich kann nur sagen das bei vorwürfen wegen vergewaltigung

insgesamt (in den fällen wo täter? und Opfer? sich vorher gut kannten) 60 % Freisprüche erfolgen. Und nachdem Freisprüche nicht auf den Bäumen wachsen ist das schon recht beachtlich. Selbst wenn man sagen würde jeder 2. wäre nur wegen der Unschuldsvermutung freigesprochen wären es 30 Prozent Falschbeschuldigungen. Eine surreal hohe Zahl die es z.b. bei Vermögensdelikten in keiner Weise gibt.

noirc80
11
28.5.2011, 23:33

relevant zur beantwortung meiner frage sind aber nicht die freisprüche beim vergewaltigungsvorwurf, sondern die schuldsprüche bei fehlanschuldigungen im bereich sexueller gewalt. sie vermischen da etwas.

die unschuldsvermutung gilt für JEDEN angeklagten. wenn sie nach der frei sprechen würden, würden sie JEDEN frei sprechen. ich glaube es wäre wirklich gut, sie würden sich etwas tiefer in die materie einlesen.

ich halte fest, sie haben keine beweise oder irgendetwas fundiertes, das den verdacht nahe legt, dass es eine signifikant hohe falschbeschuldigung im bereich sexueller gewalt gibt.

peter schmidt
 
01
29.5.2011, 01:48
Es ist für einen normalen Menschen nicht erforderlich

Statistiken im Bereich des Strafrechts zu kennen. Weiters ist es nicht erforderlich das System des Strafverfahrens in Theorie und Praxis zu verstehen.

Man sollte aber zumindest nicht andere genau über diese Dinge belehren wenn dies der Fall ist.

Ich kenne Strafverfahren in Theorie und Praxis. Ich arbeite in diesem Bereich. Und ich habe viele dieser Fälle miterlebt. Die Bandbreite geht von "es stimmt so wie die Frau es sagt bis zu "es gibt ein Video, dass das Gegenteil beweist."

Ein Mann
214
27.5.2011, 20:46
Zu Kachelmann gibt es bereits eine Antwort:

Nein. Die Belastungszeugin hat nachweislich wiederholt gelogen. Das angebliche Tatmesser weist keine DNA-Spuren auf, die laut Gutachter unbedingt da sein müssten, wenn ihre Geschichte stimmte. Das Weinglas, aus dem sie beide getrunken haben aber schon.

Ich hoffe, dass sich Frau Schwarzer nach dem Freispruch schämen geht und zumindest Manns genug ist, sich zu entschuldigen.

Und was die Beschuldigerin angeht: hier sollte man sich einmal überlegen, wie man gegen sie vorgeht. Sowas darf ja wohl nicht wahr sein :-(

johann weissmueller
01
30.5.2011, 11:08

ein entschuldigung reicht leider nicht, die karriere ist ruiniert.

noirc80
92
28.5.2011, 00:15
nein, gibt es nicht, denn das gericht wird erst nächste woche seine entscheidung mitteilen.

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