Migrantenanteil wirkt sich nicht negativ auf Klassenklima aus

26. Mai 2011, 18:09

Laut Österreichischem Integrationsfonds - Schüler aus sieben Bundesländern befragt - Konfliktpotenzial variiert nach Schultypen, nicht Herkunftsländern

Wien - Aggressiver, leistungsschwächer und nicht bereit, Deutsch zu sprechen: Gängige Vorurteile wie diese, wonach sich Schüler mit Migrationshintergrund angeblich schlecht auf das Klassenklima in österreichischen Schulen auswirken, widerlegt eine heute, Donnerstag, präsentierte Studie des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF). Demnach gibt es keinen signifikanten Zusammenhang zwischen hohem Migrantenanteil und schlechtem Klassenklima. Konflikte innerhalb der Klassengemeinschaft treten zudem nicht zwischen Schülern mit und ohne Migrationshintergrund auf, sondern spielen sich vor allem innerhalb der Migrantengruppen ab.

Knapp 3.100 Schüler aus der dritten und vierten Klasse von AHS-Unterstufe, Neuen Mittelschulen und Hauptschulen in ganz Österreich - mit Ausnahme von Wien und Salzburg, wo die Genehmigung durch die Landesschulräte fehlte - wurden u.a. zu Mobbing, Freundschaften und Klassengemeinschaft befragt. Unterschiede in den Antworten zeigen sich dabei vor allem zwischen Klassen mit wenigen bzw. vielen Schülern mit Migrationshintergrund: Mobbing und Gewalt kommen demnach in Klassen mit relativ hohem Migrantenanteil (67 bis 80 Prozent) oder keinem bzw. sehr geringem Anteil (0 bis 15 Prozent) häufiger vor. Die ideale Situation scheint in Klassen mit einem Migrantenanteil von 16 bis 35 Prozent zu herrschen. Mögliche Gründe nennt die Studie nicht.

"Wenn ich einen Fehler mache, werde ich ausgelacht": Knapp die Hälfte der Schüler mit türkischem Hintergrund (49 Prozent) bejahen diese Aussage, während sich nur rund ein Drittel (31 Prozent) der österreichischen Schüler mit Mobbing konfrontiert sehen. Lehrer, die in 51 qualitativen Interviews Auskunft über Klassengemeinschaften gaben, orten Konflikte häufig zwischen Migrantenkindern, während österreichische Schüler nach ihrer Beobachtung als passive Außenstehende agieren.

Signifikante Unterschiede sehen die befragten Lehrkräfte nicht zwischen den Herkunftsländern, sondern den Schultypen: So sind Schüler mit Migrationshintergrund in AHS engagierter und fleißiger als ihre österreichischen Klassenkollegen, während sie in Hauptschulen oftmals negativ auffallen und schlechtere schulische Leistungen erbringen. Dasselbe Bild zeichnet sich auch bezüglich des Elternhauses. Suchen Eltern mit Migrationshintergrund an AHS öfter den Kontakt mit Lehrern als österreichische Eltern, meiden sie diesen an Hauptschulen. Als Grund dafür nennen Lehrer das Sprachproblem, wonach viele Mütter keine Gespräche auf Deutsch führen können, während sich Väter tendenziell aus dem Schulleben heraushalten.

Zuhause sprechen Kinder mit Migrationshintergrund weiterhin vorwiegend ihre Erstsprache - knapp die Hälfte gibt aber an, daneben auch Deutsch zu sprechen. Das deckt sich laut Studienautorin Monika Potkanski mit anderen Studien, wonach Kinder und Jugendliche mit nicht-deutscher Muttersprache daheim zunehmend Deutsch sprechen. Auch einen weiteren positiven Trend erkennt die ÖIF-Studie: Jugendliche mit Migrationshintergrund, die im weiterführenden Bildungswesen laut Studien derzeit stark unterrepräsentiert sind und häufiger die Schule abbrechen, streben zunehmend an, nach der Unterstufe eine AHS-Oberstufe oder eine berufsbildende höhere Schule zu besuchen. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 71
1 2
ride my pimp
02
31.5.2011, 18:25

das glaubt man gleich.
am besten ist es, wenn viele migranten in einer klasse sind, am besten aus möglichst verschiedenen ländern, so dass keiner gescheit deutsch kann und so keiner den anderen ausrichten kann.

gelernt wird sowieso nichts, hauptsache das "klima" ist gut.

D/E
01
Die Überschrift des Artikels ist ja auch ziemlich willkürlich.

Die Studie selbst zeigt nämlich sehr wohl, dass ein zu hoher Migrantenantil die Situation zum Kippen bringt.

sonne-licht
 
00
31.5.2011, 09:34
wien ist anders zum negativen!

darum gibts ja jetzt für wien einen integrationskasperl!

es liegt an der kompetenz der lehrer, eltern ob integration in einer klasse funktioniert!

hab unkompetente lehrer/eltern gesehen meistens sinds bei lehrveranstaltungen, sowieso nicht anwesend, des einzige positive damit blokierens nicht die eltern/lehrer, die was für die klasse beibringen, die kinder können ja durch die abhängigkeit/zuteilung lehrer/familie nichts dafür

jedes kind ist lernwillig, wenns gefördert/unterstützt wird!

pitt stehler
00
28.5.2011, 11:12
warum nicht positiv

statt nicht negativ. wie heißt das umfärbeministerium bei orwell gleich?

absurdistanerin
03
28.5.2011, 09:36
ohne wien

gut, dass der wiener stadtschulrat nicht eingewilligt hat, sonst wär die schöne studie des ÖIF doch glatt nicht ganz so schön ausgefallen

nina yankow
03
28.5.2011, 13:42

blödsinn. ich war bis jetzt im rahmen der lehrerausbildung an verschiedenen HS im 10. bezirk, und in einer sehr durchmischten 4. klasse (bis vor ein paar monaten keine, dann eine schülerin mit deutsch als muttersprache, ansonsten mindestens 5 verschiedene herkunftsnationen) war eine echt unglaubliche klassengemeinschaft (kein mobbing, kein mädchen-buben-konflikt, keine gewalt, sehr viel hilfsbereitschaft und humor) und in allen anderen klassen zumindest eine halbwegs gute klassengemeinschaft. ich selbst war als schülerin nach der VS nur in klassen ohne ein einziges migrantenkind, und die klassengemeinschaft war ziemlich mies (außenseiter, wenig hilfsbereitschaft und zusammenhalt, cliquenprobleme)

marie berg
32
29.5.2011, 19:10
danke für

ihren einblick. ich bin ebenfalls davon überzeugt, dass "die" migrantenkinder besser sind als ihr ruf. schön langsam habe ich den eindruck, dass nur weil ein paar lehrer ihren job nicht gut machen, wir wiedermal ein "migrationsproblem" haben.

clangi
12
genau!

die lehrer sind schuld am migrantenproblem!
lehrer sind ja grundsätzlich immer und überall schuld!

bei ihren unzähligen problemen/komplexen/psychosen... auch?

marie berg
10
wie "bildungsfördernd"

sich unser derzeitiges schulsystem auf kinder mit migrationshintergrund auswirkt, können sie u.a. hier:http://derstandard.at/130455344... hre-Eltern
nachlesen.

asinus
11
30.5.2011, 04:54

Hauptsache ist, dass Sie wieder einmal ihren Standardsatz losgeworden sind: "weil ein paar Lehrer ihren Job nicht gut machen".

marie berg
20
30.5.2011, 21:46
ja,

ich trau mir doch glatt zu schreiben, dass es ein paar lehrer gibt, die ihren job nicht gut machen. gibt es die ihrer meinung nach nicht oder trollen sie einfach nur gerne rum?

asinus
02
31.5.2011, 01:11

Das ist bei Ihnen vollkommen wurscht - Sie meinen ja auch nicht einige, sondern so gut wie alle, und von herumtrollen tät ich an ihrer Stelle gar nicht reden...

marie berg
10
31.5.2011, 06:51
sie wissen

also, was ich meine. lesen überfordert sie?

Denker9
03
29.5.2011, 08:46

Migrantenklassen haben große Vorteile- alle haben etwas gemeinsam, das sie eint: keiner kann ganz gut Deutsch.
Schlecht ist, wenn wenige Kinder mit deutscher Muttersprache und viele Migrantenkinder in einer Klasse sind!

Daisy Lord
00
29.5.2011, 13:02

Klassen mit einem sehr hohen Migrantenanteil von 90 - 100 Prozent können durchaus nette und angenehme Klassen sein - allerdings lernen die Kinder ungleich schwerer halbwegs richtiges Deutsch, weil sie - außer während der Unterrichtsstunden vom Lehrer - nie wirklich gutes Deutsch hören, da alle eben mehr oder weniger fehlerhaft sprechen, bzw. in den Pausen nur ihre Muttersprache verwenden.

Denker9
00
30.5.2011, 15:34

Halbwegs richtiges Deutsch sprechen auch wenig Kinder mit deutscher Muttersprache- vor allem in HS im städtischen Bereich! In Migrantenklassen, in denen keine Kinder mit deutscher Muttersprache sitzen, lernen die Kinder vor allem LIEBER Deutsch, damit sich sich alle miteinander verständigen können. Alle Projekte dazu sind überaus erfolgreich!

R. Lexer
00

Allerdings. Sprachförderbedarf hat nur bedingt mit Migrationshintergrund zu tun.

D/E
21
29.5.2011, 15:38
Es gab sogar erfolgreiche Versuche mit gezielt

organisierten Migrantenklassen. Trotz heftiger Kritik (vor allem vonseiten jener Bildungsexpert/inn/en, die n i c h t unterrichten) lief das Projekt recht gut.

marie berg
11
30.5.2011, 22:29
auja,

super idee, dürfen die dann im selben bus wie die kids aus den nicht-migranten-klassen fahren und die selben toiletten benützen? ihnen ist wirklich nicht mehr zu helfen!

D/E
11
31.5.2011, 08:27
Bilden Sie sich nicht ein,

dass ich auf Ihren Stumpfsinn auch nur antworte. Ich kann Ihre unerträglich dummen Stänkereien leider nicht übersehen, auch nicht ausblenden, aber das war es auch schon.

Werden Sie erwachsen.

marie berg
11
31.5.2011, 12:59
aha.

sie wiedersprechen sich selbst und nennen sich weiter unten trottel? jetzt passen sie mal auf, sie neunmalkluger: das hauptproblem an unserem derzeitigen schulproblem ist die trennung. bereits 10 jähre werden meist aufgrund ihrer HERKUNFT (leider hat die wahl hauptschule oder gym oft nichts mit der begabung des kindes zu tun) getrennt. sie gehen nun her und schlagen eine trennung nach migration - nicht migration vor? sehr schlau das konzept, so lernen kinder andere zu akzeptieren und solidarisch zu sein, da kommt so ein richtiges "wir" gefühl auf! aber hauptsache sie müssen nicht über ihren (lehrer)tellerrand blicken.

nina yankow
01
30.5.2011, 17:56

ist Ihnen nicht bewusst, welche gesellschaftlichen folgen die bewusste einrichtung von gezielten migrantenklassen hätte, oder ist Ihnen das einfach egal?

dass der unterricht in gezielt organisierten migrantenklassen "recht gut" läuft (nona, was soll auch groß schiefgehen), heißt noch lange nicht, dass das projekt aus gesellschaftspolitischer sicht zu begrüßen ist.

D/E
00
31.5.2011, 08:20
Es gibt keinen Grund, gleich loszuschreien.

Meiner Ansicht nach gilt, dass Kinder in der Schule vor allem etwas lernen sollen. Das ist in den beschriebenen Fällen sehr gut gelungen.

Wenn man nicht hysterisch wird, kann man so manche Probleme lösen: An unserer Schule werden Schüler nach Fahrstrecken in Klassen eingeteilt, an einer mir bekannten Hauptschule hat man sich an den Bedarf an zusätzlichem Deutschunterricht gehalten.

Wenn es möglich ist, mit guten Gründen die Koedukation in Frage zu stellen, bzw. für einzelne Fächer (oder in Versuchsschulen) auszusetzen, wird man ja wohl Schüler/innen mit ähnlichem Hintergrund gemeinsam unterrichten dürfen.

Seien Sie doch ein bisserl vorsichtiger mit Ihrem Urteil. Sie haben noch nicht ausgelernt.

D/E
11
29.5.2011, 21:42
Gratuliere dem Trottel,

der so etwas rot strichelt.

D/E
00
30.5.2011, 17:21
Hallo, Trottel.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 71
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.