Muzicants Ideen für eine Wiener "Problemzone"

26. Mai 2011, 18:01
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    foto: apa/spielauer

    Nahe dem Denkmal für die Opfer der Gestapo am Morzinplatz kann sich IKG-Präsident Muzicant einen großen Museumskomplex vorstellen. Entschieden ist noch nichts.

Ein "neues Museumsquartier" wünscht sich der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Ariel Muzicant, für den Morzinplatz – Auch der Direktor des Wien-Museums wäre nicht abgeneigt, die Stadt will noch nachdenken

Wien - Ariel Muzicant hat große Pläne für den Morzinplatz. Ein "neues Museumsquartier" könnte man dort errichten, meint der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG). Eine "architektonische Großtat" schwebt ihm vor, wegen der Touristen sogar extra nach Wien reisen würden. Im Zuge der schon länger köchelnden Debatte über einen neuen Standort für das Wien-Museum hat Muzicant ein Papier erarbeitet, in dem er der Stadtregierung vorschlägt, auf dem Platz beim Donaukanal das Wien-Museum, das Jüdische Museum, das IKG-Archiv und das Wiesenthal-Institut unter einem Dach zu vereinigen.

In fünf bis zehn Jahren, meint Muzicant, könnte man ein derartiges Projekt realisieren, zu möglichen Kosten wollte er sich aber nicht äußern. Kolportiert wurden bisher bis zu 70 Millionen Euro. "Ich arbeite der Politik zu", sagte Muzicant am Donnerstag zum Standard, die Entscheidung liege bei der Stadtregierung.

"Ein Vorschlag von vielen"

Im Büro von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SP) sieht man die Ideen Muzicants als "einen Vorschlag von vielen". Ähnlich beurteilt man die Situation im Ressort von Planungsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne): Für den Morzin- und den Schwedenplatz gebe es eine "Unzahl von Ideen". Auch Mahn- oder Denkmäler seien im Gespräch, schließlich befand sich am Morzinplatz während des Zweiten Weltkrieges die Gestapo-Zentrale. Ein Leitbildprozess inklusive Bürgerbeteiligung stehe an, und im Herbst startet - wie berichtet - eine Ausstellung mit Ideen.

Für Wolfgang Kos, den Direktor des Wien-Museums, gibt es zwei Möglichkeiten für die Erneuerung seines Hauses: Einen Bau an einem "zentralen Ort", wobei der Morzinplatz der klare Favorit sei, oder eine Erweiterung des derzeitigen Standortes am Karlsplatz. Erstere Lösung könnte ein "Impuls für eine innerstädtische Problemzone" sein. Grundsätzlich könne er sich vorstellen, im neuen Museumsstandort auch eine andere Institution zu integrieren, wenngleich zwei Museen unter einem Dach "problematisch" sein könnten. Entscheidend ist für Kos, dass die Größe des Standorts für das Wien-Museum ausreiche - "und das scheint zu gehen". Er hofft 2012 auf einen Beschluss der Stadtregierung. Dann würde sich in dieser Legislaturperiode noch der Spatenstich ausgehen. (Andrea Heigl, DER STANDARD, Printausgabe, 27.5.2011)

Kommentar posten
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^gutmensch
01
15.6.2011, 17:56
ist doch der Judenplatz schon zubetoniert

Gerhard Schwarz6
 
17

Bei allem Geschichtsbewußtsein - aber warum kann der Schwedenplatz nicht einfach ein Platz bleiben? Entschandelt, autoverkehrsfrei, bepflanzt und unbebaut?

transistron
00

architektur in wien. ich wünsch es mir!

Max Arnstein III.
 
04
Wieso kann man Wien die freie Fläche nicht lassen?

Weil ein Makler an freien Flächen nichts verdient.

fredi 1990
03
ist der herr nicht markler?

DThl
00
Kontrovers

Den Vor-Postings entnehme ich, dass über die Neugestaltung des Morzin-Platzes und die Finanzierung des Projektes kontroverse Vorstellungen bestehen. - Schlage vor, nach Einbringung mehrere Konzepte eine Volksabstimmung in Wien durchzuführen. Damit sollte die Diskussion beendet sein.

ordy
72
31.5.2011, 11:29

Bravo.
Der Muzicant hat endlich mal eine gute Idee.
Während die Grünen den Platz lieber weiter vergammeln lassen, denkt er an die Zukunft.

Aber warum hat man den Platz eigentlich so verschandeln lassen?
Die Antwort ist beklemmend. Weil die Nazis ihn aufpäppeln wollten.
Und nur darum lässt man ihn bis heute so herunterkommen.
Das ist der eigentliche Skandal.
Wenn Muzicant dem ein Ende setzt, dann hat er etwas Gutes getan.

Gerhard Schwarz6
 
12

Ich glaub eher das ist ein Immobilien-Makler-Vorschlag.

Bodypainter
12
so ein blödsinn! der platz vergammelt, weil er in den 60er/70erjahren falsch konzipiert wurde.

und weil seit daher keiner eine idee hat, wie man den platz besser lösen könnte.

Ole
41
31.5.2011, 08:51
Wieso im Zentrum

Da auch die Bewohner über der Donau an den Schrecken des 2. Weltkrieges und die Naziherrschaft erinnert werden sollen, plädiere ich für den Bau dieses Museums in Kagran!

Gusti Rentner
 
156
30.5.2011, 17:15
Vassilakou hat Reht: Dem Umstand, dass sich auf dem Morzin-Platz die Gestapo-Zentrale befand, sollte mit einem herausragenden Denkmal Rechnung getragen werden.

Vielleicht könnte das OMOFUMA-Denkmal auch an der Stelle einen würdigen endgültigen Platz finden.

NIEMALS VERGESSEN!

Wiener Brut
67
Der würdigste Platz für das Drogendealer-Denkmal ist der Schrottplatz!

Fritz - Ulrich Hein
 
14
30.5.2011, 15:53
Auf Trauer

folgt Freude. Also macht einen Lustpark (2. Prateramüsement) draus, oder lasst den Platz einfach frei. Will jemand was anderes, soll er es vollständig finanzieren.

TRex30M
916
30.5.2011, 07:17

Ich bin zu 100% dafür, dass man nie vergisst, was damals im 2. Weltkrieg an Unrecht und Grauen passiert ist.
Allerdings finde ich auch, dass die Jüdische Gemeinde, mittlerweile genug finanzielle Zuwendungen und auch Denkmäler bekommen hat, die diesem Zweck dienen.
Wie die jüdische Gemeinde auch noch, völlig an diesem Grauen unbeteiligten Generationen, Vorwürfe machen und Geld abringen?
Vielmehr sollte sich auch die jüdische Gemeinde, damit beschäftigen die Probleme in Israel zu lösen.

knuuuut
34

die hiesige jüdische gemeinde sind keine israelis, sondern österreicherInnen, deshalb auch "hiesige" gemeinde. die sind für probleme in israel nicht zuständig.

Timagoras
 
117
30.5.2011, 14:16
"Vorwürfe machen und Geld abringen?"

.
"geld abringen".

aha?

klingt nach "geldgierig" oder "raffgierig" ....

King Of Wörschtlständ
21
Da ist es nicht mehr weit zum...

"lasst nicht vom Juden bauen" hat sich der blade Franz so seine Gedanken gemacht.
Is leicht der Mörtel a Jud? hat unser Gustl, naja eigentlich unser Ungustl, am Ständl gefragt. Der Ungustl is unser Kumpel der was liaber daham is anstatt zahm oder wia des depperte Sprüchel geht, auf jeden Fall gehört er zu de, de 3 Bier bestellen und von unserm bladen Franz dann nur an Eistee zur Haßn bekommen und ka anzige Hülsn. Aus Sicherheitsgründen.
Ja soicherne Kumpels ham mir am Ständl aa, aber mia san a tolerantes Ständl.
Des is egal ob der Mörtel a Jud is oder net und der baut da sowieso nix. Der baut nur mehr auf den Vorbau von seine Hasn. Hat der Franz dem Gustl geantwortet und dann noch gesagt, do host dein Eistee.

TRex30M
45

Ist auch so gemeint.
Man hält einfach immer wieder das rote Tuch der Vergangenheit hoch.
Gibt es Geld schweigt man wieder für eine Weile.
Dann geht es wieder von vorne los.
Und wie lange noch bitte?

Fritz Wunderlich
42

solange es leute wie sie gibt, die fragen, wie lange noch
so simpel ist das

Gusti Rentner
 
43
29.5.2011, 22:29
Und wer wird das Business mit dem Umbau machen? ... ;-)

Mahnmale existieren gerechterweise ja bereits jetzt!

Timagoras
 
159
30.5.2011, 14:47
"Und wer wird das Business mit dem Umbau machen?"

.
dieses forum verkommt wirklich immer mehr zu einer kloake, in der sich alles versammelt, was sich an braunen ausscheidungen delektiert .....

Fritz - Ulrich Hein
 
58
Sie

und ihre Glaubenbrüder können es nicht vertragen, dass wir Nachkriegsgenerationen eine andere Denke haben ohne braun zu sein. Uns nervt nur, dass ihre Glaubenbrüder und Sie uns immer nur das Geld aus der Tasche ziehen wollen.

Fritz Wunderlich
12

wir
nachkrieg
denke
braun
immer nur
geld aus der tasche
das programm der fpö??

THE MGT.
11

Sie erliegen einigen fundamentalen Irrtümern, einer ist der, dass sie glauben für "die Nachkriegsgenerationen" sprechen zu können, ein anderer der, dass Sie mit "uns" für Leute sprechen zu dürfen glauben, die mit Leuten wie Ihnen aber schon garnichts zu tun haben wollen.

TRex30M
02

Fäkalien sind in der Regel braun. ;-)
Nie käme ich auf die Idee, mich daran zu delektieren. *igitt*

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