Gewinner und Verlierer unter den Meeressäugern halten sich die Waage

29. Mai 2011, 15:10

Internationales Forscherteam simuliert Auswirkungen der Meereserwärmung auf Robben, Wale oder Delfine

Die Artenvielfalt von Meeressäugetieren ist vor allem in der gemäßigten Zone der Südhalbkugel hoch - und daran wird auch der Klimawandel in den kommenden 40 Jahren vermutlich wenig ändern. In Hinblick auf die verschiedenen Arten ist das Bild uneinheitlich: Während es für knapp die Hälfte durch den Verlust von Lebensraum enger werden könnte, vergrößern sich die Verbreitungsgebiete der anderen Hälfte um bis zu 40 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die ein internationales Forscherteam in dem Internet-Fachportal PlosOne veröffentlicht hat.

Die WissenschafterInnen aus den USA, Kanada, Brasilien und Deutschland unter der Leitung der Meeresbiologin Kristin Kaschner vom Institut für Biologie I der Universität Freiburg haben erstmals Karten auf der Basis eines Vorhersagemodells erstellt, die zeigen, wo die Artenvielfalt der Meeressäuger im weltweiten Vergleich besonders hoch ist. Dafür haben sie sowohl ozeanografische Daten wie Wassertiefe, Oberflächentemperatur oder Eisbedeckung als auch Sichtungsdaten zu den verschiedenen Tierarten ausgewertet.

Anschließend haben sie simuliert, wie sich ein Anstieg der Oberflächentemperatur des Meerwassers und die Abnahme des Polareises bis zum Jahr 2050 auf das Vorkommen der einzelnen Arten und damit auf die Verteilung der besonders artenreichen Gebiete auswirken könnten. Diese befinden sich derzeit vor den pazifischen Küsten Nordamerikas und Japans, nördlich von Neuseeland und in den Gewässern mehrerer subantarktischer Inseln.

Polarregionen am meisten betroffen

In der Simulation veränderten sich die Verteilungsmuster der Meeressäuger bis 2050 weltweit nur geringfügig. Am stärksten beeinflusst der Klimawandel die derzeit vergleichsweise artenarmen Polarregionen, in denen gebietsweise ein Verlust von mehr als 80 Prozent der ursprünglichen Arten zu erwarten ist. Gleichzeitig könnte sich die Artenvielfalt dort mehr als verzehnfachen, weil Meeressäuger aus subpolaren und gemäßigten Gebieten zuwandern.

Auch in tropischen Gewässern steht ein Artenverlust bevor, jedoch in geringerem Ausmaß. Allerdings betonen die Forscher, dass die Ergebnisse der Studie die Auswirkungen des Klimawandels eher unterschätzen, da die indirekten Folgen der Erderwärmung, etwa die veränderte Verteilung von Beutetieren oder der Verlust von Lebensraum bei polaren Arten, nicht im Modell berücksichtigt werden konnten.

Schützenswerte Meeresgebiete

Da Säugetiere für die Nahrungsnetze in Meeren eine wichtige Rolle spielen, geben Informationen über ihre Verbreitung wertvolle Hinweise auf die gesamte biologische Artenvielfalt. Auf der Basis von Vorhersagemodellen wie dem hier angewandten ist es möglich, besonders schützenswerte Meeresgebiete zu identifizieren. Eines der Hauptziele des internationalen Übereinkommens über die biologische Vielfalt besteht darin, ein Netzwerk von Meeresschutzgebieten auszuweisen, das bis zum Jahr 2020 mindestens zehn Prozent der globalen Meeresoberfläche umfassen soll. Mit derzeit knapp über einem Prozent ausgewiesener Schutzgebiete ist die Staatengemeinschaft von diesem Ziel aber noch weit entfernt. (red)

Topfenbaby
11
30.5.2011, 04:15
Das Problem ist eher,

dass die Meere rücksichtslos ausgebeutet und zusätzlich noch nachhaltig verdreckt werden. Mit dem Klimawandel hingegen- der immer schon stattgefunden hat und weiterhin stattfindet - haben und hatten die Meeresbewohner kein Problem.

glückliches Sein - unsägliches Haben
00
Die Übersäuerung schadet Tieren, die Kalkgerüste bauen,

wie Korallen und maritimen Schalentieren, die Schleppnetze tun auch nicht gut. Überdüngung und zunehmende Wassertemperatur sind dem Sauerstoffhaushalt nicht zuträglich.

Armin Bierbauer
20
29.5.2011, 16:01

Wie sieht's eigentlich aus mit den Beweisen zur Anthropomorphie des Klimawandels bzw. der globalen Erwärmung bzw. der Klimakatastrophe oder wie auch immer man das heute nennt?

1000undeine8
03
29.5.2011, 17:23

für eine "anthropomorphie" des klimawandels gibt es keinerlei beweise.

http://de.wikipedia.org/wiki/Anth... morphismus

Armin Bierbauer
00
30.5.2011, 13:17

Danke für die Aufklärung. ;)

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