Gewalttätige Proteste seit der Unabhängigkeit vor 20 Jahren
Berlin - Die Südkaukasusrepublik Georgien hat mehrere schwere
innenpolitische Krisen mit zum Teil gewalttätigen Protesten und Bürgerkriegen
erlebt.
1991: Georgien erklärt seine Unabhängigkeit von der Sowjetunion, im Mai wird
Swiad Gamsachurdia zum Präsidenten gewählt. Ende des Jahres verkündet die
georgische Region Südossetien gegen den Widerstand von Tiflis ihre
Unabhängigkeit.
1992: Gamsachurdia flieht nach einem blutigen Aufstand nach Russland. Im
August marschieren georgische Truppen in die nach Unabhängigkeit strebende
Region Abchasien ein. Der folgende Bürgerkrieg endet mit einer Niederlage
Georgiens. Im Oktober wird der sowjetische Ex-Außenminister Eduard Schewardnadse
Präsident.
1998: In Abchasien kommt es zu neuen Zusammenstößen.
2003: Die Opposition wirft der Regierung Wahlfälschung vor. Demonstranten
stürmen in der Hauptstadt Tiflis das Parlamentsgebäude, Schewardnadse verhängt
den Ausnahmezustand. Nach drei Wochen "Rosenrevolution" tritt er zurück,
Parlamentspräsidentin Nino Burdschanadse wird seine Übergangs-Nachfolgerin.
2004: Als Volksheld der "Rosenrevolution" kommt Michail Saakaschwili an die
Macht. Der Konflikt um Südossetien eskaliert erneut, später wird ein
Waffenstillstand vereinbart.
2007: Saakaschwili lässt Regierungskritiker niederknüppeln und verhängt den
Ausnahmezustand.
2008: Die Opposition wirft Saakaschwili Betrug bei seiner Wiederwahl vor. Im
August führt Georgien um Südossetien und Abchasien einen Krieg mit Russland.
Nach Verkündung einer Waffenruhe erkennt Moskau die Unabhängigkeit von
Südossetien und Abchasien an. Seit der militärischen Niederlage fordert die
Opposition freie Wahlen und Saakaschwilis Abschied von der Macht.
2009: Bei wochenlangen Straßenprotesten mit bis zu 100.000 Demonstranten
gegen den Präsidenten gibt es Dutzende Verletzte. (APA)