Kulturreferenten der Länder protestieren gegen den Rückzug des Bundes
Salzburg - Die Kulturreferenten der Länder wollen sich gegen
einen "grauen Finanzausgleich" des Bundes bei der Finanzierung
kultureller und wissenschaftlicher Projekte wehren. Derzeit sei die
Tendenz festzustellen, dass sich der Bund immer mehr zurückziehe und
die Finanzierung den Ländern alleine aufhalse. Diese wollen jetzt
derartige Kürzungen zusammenzählen, um für Verhandlungen mit dem Bund
gerüstet zu sein, kündigte der Salzburger Kulturreferent David
Brenner am Donnerstag nach einem Treffen mit seinen Kollegen an.
Als Beispiel nannte Brenner die Ankündigung des
Wissenschaftsministeriums, die Förderung für außeruniversitäre
Institute, Forschungs- und Vermittlungseinrichtungen ab 2012 gänzlich
einzustellen. "Bei diesen außeruniversitären Instituten handelt es
sich jedoch um integrale Bestandteile des wissenschaftlichen Lebens,
die Forschungsaufgaben übernehmen, die von universitären
Einrichtungen nicht wahrgenommen werden können", so Brenner.
Weitere Beispiele seien das Forschungszentrum Dürrnberg, das Büro
für Angewandte Sozialforschung und Entwicklung in Salzburg oder die
drei Jugendmusikwettbewerbe "prima la musica", "Gradus ad parnassum"
und "podium.jazz.pop.rock". Für diese Wettbewerbe forderten die
Landes-Kulturreferenten den Bund in einem einstimmigen Beschluss auf,
sich an der Finanzierung wieder entsprechend zu beteiligen.
"Wir werden uns nun gemeinsam mit den anderen Bundesländern
zusammensetzen und die Gesamtsummen der verschiedenen Bundeskürzungen
abgleichen, um anschließend für entsprechende Verhandlungen mit dem
Bund gerüstet zu sein. Hier geht es um erhebliche Summen, die
auszugleichen die Länder sicher nicht dauerhaft in der Lage und
gewillt sind", stellte Brenner klar, der zurzeit den Vorsitz der
Konferenz führt. (APA)