Von den Nationalsozialisten beschlagnahmte Bücher sollen besser auffindbar werden
Berlin - Tausende Bücher, die von den
Nationalsozialisten ihren Besitzern geraubt wurden, können nun über
das Internet aufgespürt werden. Unter www.bergungsstelle.de
haben das Landesarchiv und die Zentral- und Landesbibliothek Berlin
die Listen der nach dem Krieg sichergestellten Bibliotheken veröffentlicht. Sie stammen von der sogenannten Bergungsstelle, die
zwischen Sommer 1945 und Anfang 1946 für den Berliner Magistrat die
Bücher sammelte und an öffentliche Bibliotheken weitergab, teilte die
Landesbibliothek am Donnerstag mit.
Dabei übernahm die Bergungsstelle auch Buchbestände aus den Depots
des NS-Reichssicherheitshauptamtes und anderer Einrichtungen, die
sich am Kulturgutraub beteiligt hatten. Diese Bücher befinden sich
noch heute in den Bibliotheken oder wurden weit über Berlin hinaus
verteilt. Mit Hilfe der digitalisierten Bergungsakten sowie weiterer
Informationen sei es nun möglich, diese Bücher zu ermitteln und sie
den rechtmäßigen Eigentümern zurückzugeben. (APA)