Flughafen Wien

AUA verliert am "Home Hub" Marktanteil

26. Mai 2011, 14:43

Wien - Die AUA (Austrian Airlines) hat heuer im ersten Quartal an ihrem "Home Hub", am Flughafen-Wien, zugunsten der Billigairlines wieder an Marktanteil verloren. Wie die börsenotierte Flughafen Wien AG am Donnerstag im Quartalsbericht mitteilte, verzeichnete die AUA-Gruppe bis März 2011 am Flughafen Wien einen Passagierzuwachs von 0,5 Prozent. Damit habe sich ihr Anteil am Schwechater Passagieraufkommen im Jahresabstand von 49,8 Prozent auf 47,4 Prozent verringert.

Dagegen konnten die Low-Cost-Carrier bis März ihre Passagierzahlen in Summe um 10,4 Prozent steigern. Ihr Passagier-Anteil am Flughafen Wien betrug per Ende März 23,4 Prozent - nach 22,3 Prozent in der Vorjahresperiode.

Die AUA hat ihrerseits heute Kritik an der Flugsicherung Austro Control geübt, die diese Woche Bilanz gelegt und einen Gewinn von 10 Mio. Euro für 2010 gemeldet hat. Die Austro Control verfehle die Vorgaben der EU zur Senkung von Gebühren und Verspätungen massiv, beschwerte sich die Airline in einer Medienmitteilung.

Die EU-Kommission gibt den europäischen Flugsicherungsdienstleistern im Rahmen der Einführung des Einheitlichen Europäischen Luftraumes vor, Gebühren und Verspätungen bis zum Jahr 2014 stark zu reduzieren. Diese Vorgaben seien schon nicht ambitioniert, meint die AUA. Und die Austro Control verfehle sie in ihrer derzeit vorliegenden Planung dennoch deutlich.

Bei den Gebühren, die die Flugsicherungsgesellschaften ihren Kunden verrechnen, gebe Brüssel von 2012 bis 2014 pro Jahr eine Absenkung um 3,5 Prozent vor. Ursprünglich hatte die EU eine Verbilligung um 4,5 Prozent pro Jahr gefordert, dieses Verlangen aber auf Druck der Nationalstaaten reduziert.

Ärger über Austro Control

Als große Schwachstelle der EU-Vorgabe wertet es die AUA, dass die Flugsicherer die Inflation von den 3,5 Prozent abziehen und Stückkostensenkungen verrechnen dürften, die automatisch durch das Verkehrswachstum bei den Airlines entstehen. Die Vorgabe von minus 3,5 Prozent pro Jahr sei, so die AUA, also ein rein theoretischer Wert, der in der Praxis einen weiteren Anstieg der Gebühren zulasse. Umso enttäuschender sei, dass die Austro Control "nicht einmal dieses weiche Ziel" erreichen, sondern die Gebühren nur um "theoretisch" 2,8 Prozent pro Jahr senken wolle. Sie liege damit noch einmal um ein Viertel unter der EU-Vorgabe.

Die EU schreibe zudem vor, dass Verspätungen pro Überflug bis 2014 auf 0,23 Minuten sinken müssen. Die Austro Control komme, so die AUA, auf einen Wert, der fast drei Mal so hoch sei wie die EU-Vorgabe: nämlich auf 0,65 Minuten.

AUA-Vorstand Peter Malanik hat am Donnerstag namens des Verbands der europäischen Airlines bei EU-Verkehrskommissar Siim Kallas die Enttäuschung der Airline-Branche über die "unambitionierten Gebührenvorgaben" der EU deponiert. Zudem kritisierte er die zögerliche Umsetzung in den Nationalstaaten.

Morgen, Freitag, wollen die AUA-Vertreter ihr Anliegen bei einer ersten Runde der "österreichische Konsultation im Rahmen des Einheitlichen Europäischen Luftraumes" unter Leitung des Verkehrsministeriums thematisieren. (APA)

Auslandsösterreicher
00
10.6.2011, 12:22

Anscheinend beschäftigt sich die AUA mit den Kosten seiner Lieferanten wie Austro-Control, anstatt sich um die eigenen Misstände zu kümmern.

Sollen Sich doch freuen, dass sie Marktanteile verlieren, dann müssen sie auch weniger an Austro-Control bezahlen.

Und da sich die AUA-Vorstände und das Management sich sog. "variable" Gehaltanteile auszahlen, ungeachtet des wirtschaftlichen Zustandes der Airline, erscheinen diese Argument um so kleinlicher.

Also heisst es weiter abwarten, bis die Lufthansa irgendwann die Lust verliert und mit dem groben Besen durchgeht.

Airbusflieger
00
15.6.2011, 20:26
Lieferantenkosten sind ein guter Teil des Problems, ...

der Andere ist die ineffiziente, weil überbordende Verwaltung.

Ihren zweiten Satz zu kommentieren spare ich mir.

Mag sein, nein ist ganz sicher unbedarft, unbedacht und typisch für diese Schwachköpfe, aber als Ablenkung von den Problemen mit VIE/ACG/ÖMV/... dienen sie nicht.

Der Besen wird sicherlich am falschen Ort eingesetzt, das war so, das ist so und das wird so bleiben!

Was Soll`s.
00
In dem Artikel

fehlt mir irgendwie der Marktanteilsverlust den die Emirates und die Qatar der Austrian abgeknöpft haben.

In D kosten sie der LH genug. Hat sogar dazu geführt das den Emirates die Landerechte für neue Städte in
D verwehrt wurden.

fasziniert
00
Bei den Gebühren, die die Flugsicherungsgesellschaften ihren Kunden verrechnen, gebe Brüssel von 2012 bis 2014 pro Jahr eine Absenkung um 3,5 Prozent vor.

Da sieht man wieder einmal, was einseitige Deregulation ist und was man bei der EU von freiem Markt hält.

Denn wenn dann für Flugverfahren, die auf die Bevölkerung Rücksicht nehmen und die vielleicht aufwendiger zu kontrollieren sind, kein Spielraum mehr über bleibt, geht das auch zu Lasten des österreichischen Steuerzahlers, der dann - über steigende Gesundheitskosten - die Tickets jener Lobbyisten subventionieren darf, die ihm diese Regelung in Brüssel eingebrockt haben.

Dafür wie Flugrouten schon in den vergangen Jahren im Interesse der Airlines auf Kosten der Bevölkerung "optimiert" wurden, ist die unnötige Verlegung einer Flugroute auf den dicht besiedelten 23. Bezirk ein Paradebeispiel!

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