E-Mobil ab 2015 günstiger als klassisches Auto

26. Mai 2011, 14:17
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Elektro-Autos sollten zu hundert Prozent mit Ökostrom betrieben werden, fordern Verbund, Klimabündnis und Greenpeace

Wien - Elektro-Autos sollten zu hundert Prozent mit Ökostrom betrieben werden, fordern Verbund, Klimabündnis und Greenpeace. Sie haben eine Allianz gegründet, in der es allerdings nicht nur um das Ersetzen der fossil betriebenen Fahrzeuge durch Elektrofahrzeuge geht. Sie treten für die generelle Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs ein und wollen daher auch keine Elektroautos fördern.

Das Budget soll nicht noch mehr belastet werden, sind sich die Umweltorganisationen und der Energieversorger einig. Der Mehrbedarf an Strom durch bis zu 235.000 Elektroautos im Jahr 2020 soll primär von Wasser-, Wind- und Sonnenkraft kommen, sagten die Chefs der drei Organisationen am Donnerstag vor Journalisten in Wien.

"Es braucht einen gesetzlichen Fahrplan, der sicherstellt, dass Elektrofahrzeuge ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden, sonst droht der Fortschritt zum ökologischen Rückschritt zu werden", sind sich Umweltorganisationen und Energieversorger einig. Das sei der wichtigste Schritt zu einer Senkung der CO2-Emissionen im Verkehrssektor. Um die Herkunft des Stroms müsse man sich keine Sorgen machen. "Österreich hat ein sehr gutes Stromzertifizierungssystem", so Wolfgang Anzengruber, Vorstand des Energieversorgers Verbund. Eine gemeinsame bei der TU Wien und der Beratungsfirma A.T. Kearney in Auftrag gegebene Studie soll bis Oktober eine Modelllösung liefern und den politischen Prozess unterstützen.

Gute Infrastruktur

Autofahrern soll mit einer guten Infrastruktur der Einstieg ins Elektrozeitalter schmackhaft gemacht werden. Eine direkte Förderung der Elektroautos wird ausgeschlossen, ab 2015/16 werde das E-Fahrzeug günstiger sein als konventionelle fossil betriebene Autos ergibt eine von Verbund und Umweltbundesamt erstellte Studie. Bis dahin solle die Politik den Österreichern den Umstieg mit einer Spreizung der Normverbrauchsabgabe (NoVa) auf Neuwagen schmackhaft machen. E-Mobile sollen begünstigt, Benzin- und Dieselfahrzeuge stärker zur Kasse gebeten werden als bisher.

Der Zusatzbedarf an Strom aus erneuerbaren Quellen von bis zu 500 Gigawattstunden im Jahr 2020 ist für die Allianz ohne große Probleme zu befriedigen. Neben einem maßvollen Ausbau der Wasserkraft müsse der Bedarf aus Windkraft und Solaranlagen "gesetzlich gesichert" werden, fordert Alexander Egit, Geschäftsführer von Greenpeace in Mittel- und Osteuropa. Er bezieht sich auf die vom Verkehrsministerium bis 2020 prognostizierten 200.000 E-Mobile auf Österreichs Straßen.(APA)

  • Niki Berlakovich im E-Mobil.
    foto: umweltbundesamt

    Niki Berlakovich im E-Mobil.

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