Saakaschwili macht Moskau verantwortlich
Zwei Tote und mehr als 30 Verletzte hat die Konfrontation zwischen der Polizei und Gegnern der georgischen Regierung in Tiflis nur Stunden vor der Militärparade zum Unabhängigkeitstag gefordert. Sicherheitskräfte lösten in der Nacht auf Donnerstag mit Gewalt eine Versammlung von Oppositionellen auf, die vor dem Parlament ausharrten und die Parade verhindern wollten.
Die mehrere hundert Regierungsgegner wurden von der früheren Parlamentspräsidentin Nino Burdschanadse angeführt. Als die Polizei mit Tränengas und Wasserwerfern gegen die Demonstranten vorrückte, brachten sich Burdschanadse und ihr Ehemann in Sicherheit. Es soll ein Wagen ihres Konvois gewesen sein, der mit hoher Geschwindigkeit einen Polizisten mitriss und einen Demonstranten überfuhr. Beide starben kurze Zeit später.
Saakaschwili machte in seiner Rede zum Unabhängigkeitstag Russland und die Sezessionisten in den georgischen Provinzen für die Organisation der Proteste verantwortlich: "Der Besetzer unseres Landes hat diesen Tag als Ziel gewählt." Russland war im August 2008 in Georgien einmarschiert und hat später die Provinzen Südossetien und Abchasien als unabhängige Staaten anerkannt. (Markus Bernath aus Tiflis/ DER STANDARD, Printausgabe, 27.5.2011)