Bagdad - Angesichts wachsenden Unmuts über ständige
Stromausfälle verteilt die irakische Regierung kostenlos Treibstoff an die
Betreiber von Generatoren. Dafür müssten die Unternehmer aber die von ihnen
versorgten Haushalte mindestens zwölf Stunden am Tag zu von den Provinzräten
festgelegten Preisen mit Elektrizität beliefern, teilte das Kabinett des
Golfstaats am Mittwoch mit.
Die ständige Knappheit hat bereits Straßenproteste
gegen die ohnehin nicht besonders stabile Regierungskoalition von
Ministerpräsident Nuri al-Maliki ausgelöst.
Es wird damit gerechnet, dass die Temperaturen in diesem Sommer über 50 Grad
steigen werden, gleichzeitig aber höchstens halb so viel Strom wie benötigt zur
Verfügung gestellt werden kann. Grund ist das schlechte Stromnetz, in das Jahre
lang nicht investiert wurde und das durch den Krieg massiv beschädigt wurde.
Viele Privatunternehmer haben die Gunst der Stunde genutzt und zahlreiche
Stromversorgungsfirmen gegründet, die mit ihren kleinen Generatoren gezielt
einzelne Nachbarschaftsviertel versorgen. Diese sollen nun umsonst Treibstoff
erhalten. (Reuters)