Stromausfälle im Irak

Gratis-Treibstoff für Generatoren

25. Mai 2011, 22:47

Bagdad - Angesichts wachsenden Unmuts über ständige Stromausfälle verteilt die irakische Regierung kostenlos Treibstoff an die Betreiber von Generatoren. Dafür müssten die Unternehmer aber die von ihnen versorgten Haushalte mindestens zwölf Stunden am Tag zu von den Provinzräten festgelegten Preisen mit Elektrizität beliefern, teilte das Kabinett des Golfstaats am Mittwoch mit.

 

Die ständige Knappheit hat bereits Straßenproteste gegen die ohnehin nicht besonders stabile Regierungskoalition von Ministerpräsident Nuri al-Maliki ausgelöst.

 

Es wird damit gerechnet, dass die Temperaturen in diesem Sommer über 50 Grad steigen werden, gleichzeitig aber höchstens halb so viel Strom wie benötigt zur Verfügung gestellt werden kann. Grund ist das schlechte Stromnetz, in das Jahre lang nicht investiert wurde und das durch den Krieg massiv beschädigt wurde.

 

Viele Privatunternehmer haben die Gunst der Stunde genutzt und zahlreiche Stromversorgungsfirmen gegründet, die mit ihren kleinen Generatoren gezielt einzelne Nachbarschaftsviertel versorgen. Diese sollen nun umsonst Treibstoff erhalten. (Reuters)

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Dieser Generator versorgt mehrere Häuser in Bagdad

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Improvisierte Verkabelung

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Generatorfachgeschäft

Kommentar posten
10 Postings
Solus Ipse
01
26.5.2011, 22:59

Eine wunderbare Basis zum Aufbau einer dezentralen Stromversorgung.
Jetzt müssen sie nur noch selbstgemachtes Pflanzenöl für die Generatoren verwenden und ein paar Solarzellen und Windräder aufstellen.
Und schon ist die Macht der Energiekonzerne gebrochen.

gracchus l'ouverture
00
27.5.2011, 18:23
Entschuldigung...

aber das ist schlicht Blödsinn. Der Irak hat so schon mit Wasserknappheit zu kämpfen,und da sollen dann auch noch (gerade dort,wos die zweitgrößten Ölvorkommen der Welt gibt) Pflanzen zu Treibstoff verarbeitet weden?
Außerdem garantiert der Staat ja nicht für die Versorgung. Die private Stromversorgung können sich bei weitem nicht alle leisten. Weiters sind die Generatoren eine Qual für Fußgänger (sie verbrauchen für gewöhnlich eine Gehsteigbreite Platz), sie sind gefährlich, laut und verschandeln das Stadtbild. Abgesehen davon ist Erdgas auch ziemlich Umweltverträglich und allen Vermutungen nach in raren Mengen in einem technisch vertretbaren Umkreis um jede größere Stadt vorhanden.Was liegt also wohl Nahe?

Solus Ipse
00
28.5.2011, 16:11

Mein Posting war ironisch gemeint.

Martin Müller10
 
05
26.5.2011, 07:54
Demnächst auch in Tripolis

Weh mir
03
26.5.2011, 07:12
da hat die USA-NATO

ja wohl zehntausende neue Ziele auszuschalten, um die jeweilig betroffenen Zivilisten zu shcützen

gracchus l'ouverture
00
27.5.2011, 18:28
die ärgern sich drüber vermutlich eh nicht so.

Wohl eher die warlordartigen lokalen Honoratioren, die sich bei so vielen Kleinstunternehmen teilweise schwer tun beim Schutzgeldkassieren.
Sorry, aber das Stromproblem geht echt nicht auf die Rechnung der Invasoren. Die vollkommen inkompetenten, in schlicht unglaublichem Grad korrupten Beamten in Baghdad, Erbil und Basra (da ists am schlimmsten) stehen zwischen den Irakern und ihrem Recht auf Strom.(klingt pathetisch,aber wie wärs wohl in Österreich ohne Heizung?Sicher,historisch gabs keine Klimaanlage, historisch gabs aber auch völlig andere Bautechniken,in denen nach Kolonialismus,zahlreichen Kriegen etc. 1. keiner mehr wohnt und die 2. die meisten Architekten leider nicht mehr kennen. Oder zu kennen scheinen,man weiss es nicht immer.)

Bertel Mann
09
26.5.2011, 06:11
"Grund ist das schlechte Stromnetz, in das Jahre lang nicht investiert wurde und das durch den Krieg massiv beschädigt wurde. "

Richtig wäre:
"Grund ist das Stromnetz das durch den Krieg massiv beschädigt wurde, und in das Jahre lang nicht investiert wurde."

Das ganze ist wohl wieder mal ein Beispiel für die "Ursachenkompetenz" einer Qualitätszeitung. (Reuters)

gracchus l'ouverture
00
27.5.2011, 18:19
nein

leider nicht.
Tatsächlich war in den 90ern das Stromnetz schon zusammengebrochen. Die meisten Journalisten haben davon aber nix mitgekriegt, weil Bagdad auf Kosten der anderen Landesteile (denen dafür der Strom zeitweise abgestellt wurde) durchgehend mit Strom versorgt wurde. Nach 2003 ist zusätzlich die Versorgung der Haushalte mit diversen Gerätschaften richtiggehend explodiert (davor gabs Importbeschränkungen). Investiert wurde übrigens massiv, der Großteil vom Geld ist aber irgendwo zwischen dem Schreibtisch des Zuständigen und der Baustelle verschwunden.
Die jetzige Regelung stellt im übrigen eine Subvention für die reicheren Teile der Bevölkerung dar. Die Abermillionen verarmten können sich die Generatoren nicht leisten.

Vincent_Vega
02
26.5.2011, 03:28
sollte das beschädigte Stromnetz nicht die Koalition der Willigen

wieder in Stand setzen?

schließlich, wars ja ein Völkerrechtlicher überfall, da der "kriegsgrund" ja offensichtlich erstunken und erlogen war...

der irak musste übrigends nach dem 1. golfkrieg 40 Milliarden $ abdrücken für Kriegsschäden, wärend im eigenen Land hundertausende Kinder an unterernährung starben....

42 6F 62 6F 66 6F 74 7A 65 21
00
26.5.2011, 15:53

Nicht ganz Richtig, nachzulesen in der UNSC #687 von 1991.

zB: http://www.fas.org/news/un/i... es0687.htm

Es wurden im Zuge des Oil for food Programms geschätze 20 Milliarden $, primär an zivile Opfer der Invasion in Kuwait "abgedrückt".

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