Windgesänge

26. Mai 2011, 17:19
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Der Quadriga Consort erweckt mit "Ships Ahoi! - Lieder von Wind, Wasser und Gezeiten" alte Popmusik

Die Musikreise ging bis ins ferne 17. Jahrhundert, man "fuhr" durch England, Irland wie Schottland und fand 19 altehrwürdige Songs über Seemannsfantasien, -sehnsüchte und sonst so einiges zwischen Melancholie und Ausgelassenheit. Was sich eben so an Gefühlen und Erfahrungen in kleine Musikformen packen lässt. Die Reisenden, der Quadriga Consort, eines österreichischen Ensembles für alte Musik, setzen diese Erinnerung an alte Popmusik delikat um, wobei das Ganze von der Stimme Elisabeth Kaplans geprägt wird. Die Miniaturen vermittelt sie unaufgeregt, mit klarer und vibratoloser Diktion, was dem Material eine pittoreske Ausstrahlung verleiht.

Natürlich stimmt auch der instrumentale "Rahmen": Das Ensemble verfügt über eine gediegene Kammermusikhandschrift; so verdanken auch die rein instrumentalen Nummern ihre elegante Munterkeit dem so feinen wie bei Bedarf energischen Zugriff des Ensembles um Leiter Nikolaus Newerkla. Der Quadriga Consort existiert seit 2000, wurde in Graz gegründet und ist längst international präsent - originelle Repertoiresuche und gediegene Umsetzung überzeugen wohl.

Im Mai wird die Produktion mit dem Ö1-Pasticcio-Preis ausgezeichnet, vergeben in Kooperation mit dem Standard und Musik-Redakteur Ljubisa Tosic als Jurymitglied. (red/ DER STANDARD, Printausgabe, 27.5.2011)

  • "Ships Ahoi! - Lieder von Wind, Wasser und Gezeiten"
    foto: alpha

    "Ships Ahoi! - Lieder von Wind, Wasser und Gezeiten"

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