Interview zu Belarus

"Als würden meine Bänder reißen"

25. Mai 2011, 18:17

Ales Michalewytsch, einer der sieben Präsidentschaftskandidaten der Opposition, im STANDARD-Interview

"Als würden meine Bänder reißen" Ales Michalewytsch, einer der sieben Präsidentschaftskandidaten der Opposition in Weißrussland, wurde in der Haft gefoltert. Im Gespräch mit Ingo Petz schildert er seine Erlebnisse.

***

STANDARD: Sie waren einer der sieben Präsidentschaftskandidaten, die am Wahlabend in Minsk verhaftet wurden. Nach Ihrer Freilassung haben Sie öffentlich erklärt, dass Sie gefoltert wurden.

Michalewytsch: Ich und andere Gefangene wurden im Gefängnis fünf-, sechsmal täglich einer Leibesvisitation durch Männer mit schwarzen Masken unterzogen. Dabei mussten wir nackt mit gespreizten Beinen stehen, wobei unsere Beine zu einer Spreizung fast im Spagat gezwungen wurden. Wenn unsere Beine aus dieser Stellung gelöst wurden, hatte ich ein Gefühl, als würden meine Bänder reißen, und es war schwer, danach zu gehen. Wir mussten nackt einen Meter von der Wand entfernt stehen, maskierte Männer zwangen uns, uns mit den Händen gegen die Wand zu lehnen. In einem Raum, dessen Temperatur zehn Grad nicht überstieg, wurden wir auf diese Weise 40 Minuten lang festgehalten, bis unsere Hände angeschwollen waren. Mehrmals wurde mir befohlen, meine Hände mit den Handflächen nach oben an die Wand zu stützen und in dieser Position stehenzubleiben. Es gab aber auch noch andere Foltermethoden.

STANDARD: Am 19. Februar 2011 wurden Sie entlassen, nachdem Sie eine Erklärung unterschrieben hatten, mit der Sie dem KGB Ihre künftige Zusammenarbeit bestätigten.

Michalewytsch: Ich habe diese Erklärung unterschrieben. Ich wurde durch keinerlei Druck oder Folter dazu gezwungen. Mir ging es darum, nach meiner Entlassung die Öffentlichkeit darüber zu informieren, wie die Gefangenen vom KGB behandelt wurden, wie die Haftbedingungen waren. Ich habe diese Erklärung also als Mittel zum Zweck benutzt. Hätte ich sie nicht unterschrieben, säße ich wohl immer noch im Gefängnis. Ich war nie ein Agent des KGB und hatte keinerlei Absicht, einer zu werden.

STANDARD: Wie beurteilen Sie die gegenwärtige Repressionswelle?

Michalewytsch: Das Regime hat durch die Ereignisse seit Dezember nur verloren. Mit der schweren Wirtschaftskrise, dem Terroranschlag im April in der Minsker U-Bahn und den sich verschlechternden Beziehungen zur EU und den USA befindet es sich in einer sehr heiklen Situation.

STANDARD: Wird es die Wirtschaftskrise überleben?

Michalewytsch: Das Regime hängt nun von russischen Krediten ab, aber die können die Situation nicht nachhaltig verbessern. Wir brauchen eine ernsthafte wirtschaftliche, soziale und politische Modernisierung. Aber das Regime wird diese kaum anstoßen, da es damit sein Ende besiegeln würde.

STANDARD: Was fordern Sie von der EU?

Michalewytsch: Die EU muss das Regime schnellstens dazu bringen, die Folter zu stoppen und alle politischen Gefangenen zu entlassen. Mittlerweile bin ich auch für Wirtschaftssanktionen der EU. Die demokratischen Kräfte, die Zivilgesellschaft und unabhängige Medien müssen viel stärker unterstützt werden.  (DER STANDARD, Printausgabe, 26.5.2011)

Ales Michalewytsch (35) trat bei den Präsidentschaftswahlen 2010 für die "Union für Modernisierung" an. Am Wahltag, dem 19. Dezember, wurde er zusammen mit den sechs anderen Oppositionskandidaten verhaftet. Nach seiner Freilassung floh er über Russland und die Ukraine nach Prag.

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Posting 1 bis 25 von 55
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Standard Leser4
 
32
26.5.2011, 12:10
Nachdem gestern Lukaschenka in Astana erklaert hat d alle freikommen sobald die Verfahren abgeschlossen sind....

bzw ja nur mehr 2 Personen einsitzen, sieht Herr Ales d er auf die falsche Karte gesetzt hat. Nun kann er nicht mehr ohne Gesichtsverlust zurueck. In Belarus wuerde er als Oppositionspolitiker viel mehr von den 87 Mil USD Spenden der EU kassieren. Da z Zeit der freie Kurs bei ca 8.500 Rubel zum Euro liegt, koennte er ein Leben in Luxus fuehren. Nun muss er immer wieder die Geschichterln ueber die angeblichen Folter aufwaermen, zuerst war es ein Handbruch, nun sind es Leibesvisitationen, ein richtiger Schwindler der bei Kaffe und Kuchen lachend u scherzend dem KGB anbot, alles zu tun, auch von der Politik Abstand zu nehmen, wenn er entlassen wird.
Beweisvideos gibt es im Netz. Seine Reise via Russland, Kiew nach Tschechien sagt alles!

elento
 
00
26.5.2011, 13:12
I love Belarus

Bis Du die Songcontest-Tante oder bezahlter Agent?

xxx...yyy...
00
26.5.2011, 12:30
ah, der pressesprecher westeuropa

vom diktatore lukaschenko. klar sind alle die sich gegen den despoten stellen keine oppositionspolitiker sondern verbrecher im dienste des cia/der eu/des kgb (wie immer es beliebt).

warum leben sie eigentlich nicht in diesem paradies von lukaschenkos gnaden?

Belaruski
00
18.6.2011, 07:43
Ich lebe z.B. die meisste Zeit in Belarus

und ich bin erstaunt wie die objektiven Berichterstattung in Bezug auf Belarus in einigen westlichen Medien mit Füßen getreten werden.
Das ist kein Journalismus sondern Hetzepropaganda die denen von Göbbels gleichkommen.
Strache wird stets des Faschismus bezichtigt. Die wahren Faschisten sitzen jedoch in einigen Redaktionen der Westpresse.
Die Diktaturen tummeln sich in Brüssel herum jedoch um davon abzulenken wird Lukaschenko vollkommen fälschlicherweise als Dikatator bezeichnet.

Seit 7 Jahren verbringe ich den Großteil der Zeit in Belarus und nehme für mich in Anspruch eine Diktatur zu erkennen. 30 Jahre war ich in in einer Demokratie basispolitisch tätig.

Standard Leser4
 
00
26.5.2011, 14:19

Zum Interview oben habt Ihr beiden leichtglaeubigen elento und xxx nichts zu sagen ?
Euch kann man auch alles auf die Nase binden was so Ingo Petz von sich gibt. Warum geht Ihr nicht nach Belarus und sieht selbst was dort los ist.
Dort leben normale Menschen, keine Monster und auch nicht mehr Natis wie in Oesterr.
Danach sprechen wir uns wieder.

elento
 
00
26.5.2011, 15:35

Aber eins muss man Dir lassen - für einen Weisrussen kannst Du super Deutsch...

elento
 
00
26.5.2011, 15:30

Ich glaub jedenfalls dem Interview mehr als irgendeinem Schreiberling im Forum, der offensichtlich extrem subjektiv und gereizt rumpostet und damit die Glaubwürdigkeit seiner ohnehin schon sehr vagen "Argumente" schmälert. Aber wirst schon recht haben - die böse Welt vs. dem friede-freude-Eierkuchen-Regime in Weißrussland. BTW waren die Videos mit einem Präsidenten der an einen Verrückten erinnerte wahrscheinlich auch gefälscht, oder?

Standard Leser4
 
00
26.5.2011, 20:13

Und Sie haben diese Videos gesehen, auch verstanden? und meinen diese wurden nicht zusammengeflickt ?
Ich muss mir "gezwungermassen" taeglich etwa eine Stunde die Reden der Herren Putin und Medwedew im Russischen Sender die von Yanukovych aus Kiew und die von Lukaschenka aus Belarus ansehen. Ausser d er sehr Bauernschlau zwischen den Machtbloecken Russland und EU laviert und sich nicht einschuechtern laesst, gerne Gartenarbeiten macht und Ratschlaege bei der Weizenernte gibt konnte ich nichts verruecktes an ihm feststellen, und ich mus es ja wissen, ich kenne jede Zuckung der Augenlider von den 4 Musketieren der Post Sowjetischen Staaten. Also immer schoen bei den Fakten bleiben und nicht Propaganda nachplappern!

Aux armes, citoyens
00
26.5.2011, 14:59

Wo in der Welten leben nicht auch normale Menschen?
Dennoch gibt es verbrecherische Regime, die ihre Bürger quälen und vernichten.
Weißrussland ist allen Anschein nach eine dieser Diktaturen.

tignosa
00
26.5.2011, 11:11
den KGB gibts immer noch????

egal9
00
26.5.2011, 11:32

In Weißrussland ja, er wurde nicht umbenannt.

valtheWU
00
26.5.2011, 10:19
und der gusenb...

ermitaze33
80
26.5.2011, 03:21
Blutige Gedanken

Ohne Blut kein Preis. Es muss eher noch mehr Blut fliessen bevor Europa etwas unternimmt. Feigheit vor der Feind wurde es mal genannt.

Standard Leser4
 
00
26.5.2011, 12:12
und wo floss in Belarus Blut ?

elento
 
00
26.5.2011, 13:44

Frag die Russen.

Euere-heilige-Scheinheiligkeit
11
26.5.2011, 01:48
Wie aktive ist die EU hier ?

Ich erwarte , dass die (manchnal doch sehr unentschlossene schlabrige) EU , Andrej Sannikow u. die anderen Oppositionellen freiboxt. Möglichkeiten gibt es bestimmt. Zudem müssen die demokratischen Kräfte dort mit allen möglichen Mitteln unterstützt werden.
Diktaturen/ungerechtigkeiten rasch und entschlossen zu bekämfen/beseitigen, bedeutet auch für uns schlussendlich Kostenersparnis. Viele geistige Dumpfbacken können hier leider keinen kausalen Zusammenhang feststellen.

jaen-dos
00
26.5.2011, 11:35
Wie aktiv ist die EU in Georgien?

heute wurden 90 Oppositionelle verhaftet, und zwar von dem guten Freund des Westen Saakaschwilli.
Woher wollen Sie wissen das es nicht gelogen ist, was der gute Herr Michalewych von sich gibt? Das er von Westen bezahl wurde ist auch bewiesen. Ausserdem wen einer sagt: Ich bin für Wirtschaftssanktionen der EU, ist kein Volkvertreter

rr772
00
26.5.2011, 12:55
Pschhhttt!

Unsere Ex-Bohnenstangenaussenministerin hat damals wie Angie Merkel schon am selben Tag gewusst, dass die Russen und nicht die Georgier am Krieg schuld sind, hat sie am Bilderbergertreffen gehört...

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
20
26.5.2011, 01:26
Unfassbar: Die österr. telekom ermöglicht anscheinend -

dem diktator mittels handydaten die verfolgung von oppositionellen - abscheulich!

Standard Leser4
 
20
26.5.2011, 12:14
In Oesterr. geschieht dies natuerlich gar gar nicht,

wenn Sie versuchen das Bundeskanzleramt zu stuermen und die Glasscheiben einwerfen.

marcopolo1971
 
00
26.5.2011, 14:11

naja, in Ö kann man Politiker abwählen!

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
00
26.5.2011, 16:57

Rechtzeitige Abwahlen werden immer schwieriger wenn sich die regierungen selbst(!) u. ohne volksabstimmung die wahlperiode verlängern - wie unlängst in österreich passiert!

Standard Leser4
 
11
26.5.2011, 14:27

In Belarus auch ! Nur bisher war es eben so d die Opposition glaubt mit 9 Gegnern bessere Chancen zu haben. Trotz TV und Rundfunk in Belarus in allen Russischen, Polnischen Sendern konnten sie trotz Einsatz von viel Bestechungsgeld aus dem Ausland die Bevoelkerung nicht ueberzeugen. So ist es eben bei einer Wahl. Der mit den meisten Stimmen gewinnt, naja nur nicht in USA, da ist es etwas anders geregelt.
Nun nicht einmal die aergsten Feinde v Lukaschenko koennen abstreiten d er so oder so die meisten Stimmen erhalten hat.

marcopolo1971
 
00
26.5.2011, 14:59

Das nennen Sie Wahlen? Erzählen Sie Ihre Märchen woanders, Sie beleidigen unsere Intelligenz und die Weißrussen gleich mit, ekelhafter Demagoge.

Standard Leser4
 
00
26.5.2011, 17:51
Sie sind vor allen ein ziemlich selbstgefaelliger Deutscher Schwaetzer!

Zitate aus Ihren Kommentaren.

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