Studie: Direktoren halten Innovationen im Schulbau für nötig

25. Mai 2011, 16:28
24 Postings

Bedarf nach Veränderung in Schulgebäuden und Klassenzimmern - Starre "Gangschule" dominiert

Wien - Mit der Zeit ändern sich die Anforderungen an Formen des Unterrichts und Lernens an Schulen - nicht aber der physische Raum, in dem diese stattfinden. Seit jeher dominiert in Österreich der starre Typ der "Gangschule". Dass der Bedarf und Wunsch nach Veränderung und Innovation in Schulgebäuden und Klassenzimmern auch vonseiten der Schuldirektoren besteht, zeigt eine Umfrage im Rahmen einer vom Unterrichtsministerium finanzierten Studie. Dabei wird vor allem der Ruf nach mehr Flächen für offenen, flexiblen Unterricht laut.

"Differenzierte Lernsituationen"

So wünschen sich 80 Prozent der rund 1.160 österreichweit befragten Schulleiter "offene Lernstraßen", also Flächen, wo Lehrer Lernstationen aufbauen können. Vorhanden sind sie laut Umfrage bisher jedoch nur an 20 Prozent der Schulen. Ebenfalls als wünschenswert angesehen, aber nur in rund der Hälfte der Schulen vorhanden, sind differenzierte Lernsituationen, Lernorte im Freien oder Lernzonen im Gangbereich.

Zwar sind zwei Drittel (66 Prozent) der Direktoren mit der Qualität ihres Schulgebäudes zufrieden - das aktuelle Leitbild der Schulen unterstützt die vorhandene Architektur laut mehr als der Hälfte der Befragten (54 Prozent) jedoch nicht. So dominiert optisch noch immer der um 1950 entstandene Schultyp der Mittelgangerschließung mit kaum natürlicher Belichtung (laut 48 Prozent der Befragten). Die für die 90er Jahre typische Schulgestaltung mit "großzügigen mehrgeschoßigen Erschließungsbereichen" wirkt sich auch auf die Zufriedenheit aus: Gesamteindruck und Entsprechung von Leitbild und Architektur sind hier positiver bewertet.

Direktoren fühlen sich zu wenig informiert

Dabei ist der Wille zur Veränderung laut der Studie durchaus vorhanden: Beinahe 90 Prozent der Direktoren schreiben dem Thema des Schulraums eine hohe Relevanz zu, jedoch fühlt sich knapp die Hälfte wenig über innovative Konzepte informiert. Vor allem nationale und internationale Best-Practice-Modelle sind den wenigsten geläufig. Knapp 40 Prozent der Schulleiter geben an, bereits ein innovatives Projekt durchgeführt zu haben - am häufigsten auf Schulebene ist die Schaffung von zusätzlichen Räumen (35 Prozent), im Bereich der Klassenzimmer drehen sich die Projekte meist um Möblierung und Gestaltung.

Projekte wie diese erfordern auch innovationsbereite Lehrer: Die sind nach Einschätzung der Direktoren vor allem im städtischen Bereich sowie generell an Volksschulen sowie Neuen und Kooperativen Mittelschulen (KMS) zu finden. Bei den Bundesländern sind Wiener und steirische Lehrkräfte die Spitzenreiter in Sachen Innovationsfreude.

"Pädagogik und Raum" in Ausbildung miteinbeziehen

Auch wenn sie in manchen Schulen stärker präsent sind als in anderen: Es gibt sie, die innovationsbereiten Lehrer, da sind sich die Studienautoren der Uni Wien und TU Wien sicher. Pädagogisch-räumliche Innovationen sollen ihrer Meinung nach daher bei der Ressourcenverteilung für Sanierung und Neubau eine größere Rolle spielen und Schulleiter und Lehrkräfte stärker einbezogen werden. Ihr Informationsstand soll verbessert, das Thema "Pädagogik und Raum" in ihrer Ausbildung einen höheren Stellenwert erhalten. (APA)

  • Studie zum Download.

    Download
  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die meisten Schulen wurden in den 1970er-Jahren errichtet.

Share if you care.