Fett und salzig

25. Mai 2011, 10:49
  • Von den 13 getesteten Produkten schnitten drei mit der Note "sehr gut" ab, weitere drei mit "gut".
    foto: vki/würth

    Von den 13 getesteten Produkten schnitten drei mit der Note "sehr gut" ab, weitere drei mit "gut".

Oft hohe Keimzahlen - Nur drei der getesteten 13 Produkte schnitten im Test mit "sehr gut" ab

Wien - Bei Würstelständen zählen Debreziner zum Standardangebot, aber auch in vielen Kaffee- und Wirtshäusern gehören die scharfen Würste zu den Klassikern. Nach Frankfurtern nahm der Verein für Konsumenteninformation (VKI) für das Magazin "Konsument" nun Debreziner genauer unter die Lupe. Wie erwartet wurde bei den getesteten Würstel-Produkten nicht mit Salz und Fett gespart. Für Überraschung sorgte dagegen, wie viele Produkte erhöhte Keimzahlen aufwiesen.

Debreziner bestehen hauptsächlich aus Schweine- und Rindfleisch, Speck, Wasser, Gewürzen, Salz sowie Paprika, der für die ­rote Farbe und den scharfen Geschmack sorgt. Anders als bei den Frankfurtern ist hier die Wurstmasse (Brät), die ebenfalls in Schafdärme gefüllt wird, wesentlich gröber. Statt Schweine- und Rindfleisch kann auch Geflügelfleisch wie etwa Pute verarbeitet werden.

Erhöhte Keimzahlen

"Konsument" testete insgesamt 13 Debreziner. Elf Produkte waren verpackt, zwei wurden offen an der Wursttheke gekauft. Untersucht wurde die Zusammensetzung der Debreziner, die mikrobiologische Beschaffenheit der Würstel sowie die Kennzeichnung der einzelnen Produkte. Außerdem erfolgte eine Verkostung aller Proben sowohl durch Experten als auch durch Laien. Das Ergebnis: Nur jeweils drei Produkte erhielten eine "sehr gute" oder "gute" Gesamtwertung: Tadellos im Prüfpunkt Mikrobiolologie waren nur die Produkte von Testsieger Radatz sowie von Wagner & Delikat und Schirnhofer. In etlichen Produkten wurden dagegen überhöhte Keimzahlen gefunden. Die Debreziner von Windisch und Berger waren überhaupt verdorben und mussten weggeworfen werden.

Hoher Fettanteil

Radatz, Wagner & Delikat und Schirnhofer haben nicht nur in der Gesamtwertung die Nase vorn, sondern auch beim Fettanteil. Die Würstel bestanden hier zu rund einem Viertel und mehr aus Fett. Deutlich magerer waren nur die getesteten Produkte mit Putenfleisch - die Debreziner von Hofstädter, Hütthaler oder Pöttelsdorfer.

Der mittlere Fettgehalt aller 13 untersuchten Debreziner lag bei 22,2 Gramm Fett pro 100 Gramm Wurst. Nach dem Bewertungsschema der britischen Food Standards Agency stünde die Ampel bei neun Produkten auf Rot. Auch die übrigen Würstel kämen über ein warnendes Gelb nicht hinaus. Deutlich fettärmer waren Geflügelprodukte. Beim Salzgehalt blinkt die Ampel bei allen Produkten Rot. Der Nitritgehalt hingegen lag erfreulicherweise unter der Nachweisgrenze.

Nicht immer heimische Ware

Ob trotz Auslobungen wie "hergestellt in Österreich" auch immer heimische Ware in den Debreziner-Würsteln enthalten ist, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. "Eine Garantie, dass tatsächlich österreichisches Fleisch verarbeitet wurde, bieten derzeit nur das AMA-Gütesiegel und das AMA-Biozeichen mit Herkunftsgarantie", informiert die VKI-Ernährungswissenschafterin Birgit Beck. (red)

Weitere Informationen

In der Juni-Ausgabe des "Konsument" oder online unter www.konsument.at

Frankfurter im Test

Ganz schön deftig

Kommentar posten
25 Postings

"Außerdem erfolgte eine Verkostung aller Proben sowohl durch Experten als auch durch Laien"...

ich glaub´, bei Debrezinern könnte ich auch als Experte auftreten.

verzichtet auf fleisch

ich mach das seit 15 jahre und leb noch immer ohne medikamente.

Pferde

na dann kann ich beruhigt meine Pferde-Debreciner essen. Mein Geheimtipp!

Pfui...

Ponnyfleisch ist viel besser!

sg. fr. Birgit Beck,

das ama-gütesiegel ist eine erfindung der ama-marketing gmbh

das ama-gütesiegel ist "kein" behördlich anerkanntes prüfsiegel. es ist ein "pickerl" auf einer verpackung! mehr nicht.

das oben erwähnte bio-kennzeichen wird allerdings überprüft.

Und ich dachte

bei dem, was in der Wurscht drin ist, KANN da drinnen nichts überleben

was muss dann erst in einer "eitrigen" sein... ;-)

Super

schon wieder ein Test, der besagt, dass Würstel fett und ungesund sind

Und wieder etwas gelernt :-)

Bei dem fetten Zeug bekommt man schon vom Hinschauen einen Gallenanfall.
Kein Wunder, daß sich die Kebapstandeln so gut halten.

na du scheinst auch keine ahnung zu haben, was

auf so einem kebapspieß alles sitzt !

Und zwar? Fleisch halt, billiges Fleisch aber immerhin Fleisch.

Weißt woraus Extrawurst ist? Kannst dir vorstellen, wie einer mit dem Kärcher über die Schweinskarkasse geht, und das dann zusammenfegt und püriert?

(Es ist nicht die Schuld der Kebabstandeln, dass vor ein paar Jahren bayrische Betrüger abgelaufenes Fleisch an Dönerhersteller verkauft haben.)

es ist sehrwohl schuld der kebapstandln wenn sie aber nicht gekennzeichnete ware

möglichst billig aufkaufen.

1000 mal lieber

eine fette käsekrainer als gesundes (na genau-haha) kebab

stimmt, bei käsekrainer weiß man das es minderwertiger dreck ist

also gibts wenigstens keine überraschungen und enttäuschungen

also wo die hendln die da für den "kebab herhalten müssen kommen, das will ich gar nicht wissen. und wenn sie meinen daß die nicht fett sind...

Alles Phosphatpimmel! Nichts geht über die gute alte Bernerwurst.

nachdem Debreziner im Normalfall gekocht werden sind mE die Keime nichgt so tragisch

Debrezener

werden gebrüht nicht gekocht. Beim Kochen platzen sie.

Achtung AK Test

Ja ja, der um diese Jahreszeit schon übliche AK-Test mit den üblichen 'erschreckenden' Ergebnissen. Natürlich macht sich kein Journalist die Mühe, die fragwürdigen Methoden der AK zu hinterfragen. Klingt ja so viel besser!

Könnten Sie da Ihr Insiderwissen offenbaren?

Oder haben Sie generell Schwierigkeiten mit dem Thema Konsumentenschutz?

und die marke "ja! natürlich!" ...

... hat wieder ´mal ein "nicht zufriedenstellend" abgeräumt; als eifriger konsument-leser ist es schon auffallend, welch mangelhafte qualität diese linie bei den unterschiedlichsten produkten an den tag legt.

Erestens ist wie von den anderen erwähnt ihre Aussage falsch ...

... und zweitens ist es eigentlich zu erwarten, dass in Bio-Produkten höhere Keimzahlen zu erwarten sind als in Produkten die mit Konservierungsmitteln & Co vollgestopft sind.

Mir persönlich sind ein paar Bakterien mehr lieber als die Chemiekeule. Oder dass in meinem Vanille-Joghurt auch echte Vanille drin ist und nicht Vanillin.

ja eben, gerade wegen dieser Einstellung kann man bio-Konsumenten schlechteres Zeug andrehen. Das scheint ganz gut zu funktionieren.

unrichtig

ja! natürlich bekam ein "gut"

Da haben sie wohl im falschen Artikel gelesen.

Bei den Frankfurtern ist das zutreffend, beim Debreziner Test hat die Marke ein Gut mit 62% bekommen (also knapp). Quelle: Konsument Online
;-).

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.