Einfacheres deutsches System als Vorbild

24. Mai 2011, 20:59
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Teilnehmervorschlag betont Vorzüge des freien Marktes

Für ausländische Beobachter ist der österreichische Dauerstreit über das Mietrecht nur schwer zu begreifen. So etwa für Peter Schaffner, Managing Director der Aareal Bank, der Hausbank der deutschen Immobilienwirtschaft. Schaffner trat bei den Tischdiskussionen als Tischsprecher auf und präsentierte seinen Vorschlag für mehr Gerechtigkeit: ein "einfaches und transparentes Mietrecht zum Nutzen aller" - also für Mieter und Vermieter. Die übrigen Teilnehmer des Symposiums, die abstimmen konnten, hielten diese Forderung für die beste.

Im Standard-Gespräch beschreibt Schaffner, wie kompliziert er das österreichische Mietrecht im Vergleich zum deutschen wahrgenommen hat. Dies liege daran, dass in Deutschland die Gemeinnützigkeit abgeschafft und die Wohnbauförderung reduziert worden ist. Ein starker Kommunalwohnbau verhilft den sozial Schwächeren zu leistbaren Wohnungen, Wohnungsgenossenschaften bedienen die Besserverdiener, "der Rest ist dem freien Markt ausgesetzt", sagt Schaffner.

Ob dies der bessere Weg als der österreichische ist, mag Schaffner nicht zu sagen. Deutschland profitiere davon, dass dank früherer starker Förderungen der Wohnungsmarkt immer noch sehr entspannt ist. Aber jedenfalls sei das System viel einfacher. (ef, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25.5.2011)

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