Wahlen in Albanien

Demokratie ohne Demokraten

24. Mai 2011, 18:49

Die Entscheidung der Wahlkommission war politisch motiviert

Der neue Machtkampf zwischen Demokraten und Sozialisten lockt die Albaner nicht mehr auf die Straße. Sie kennen das Theater zur Genüge und wissen, dass es nichts mit ihnen zu tun hat. Nachdem Oppositionschef Edi Rama bei den Bürgermeisterwahlen für Tirana mit zehn Stimmen vorne lag, beschloss die Wahlkommission, in der mehr Demokraten sitzen, auch Stimmen auszuzählen, die in falsche Urnen geworfen worden waren. Und siehe da: Nun ist der Regierungskandidat Lulzim Basha Erster.

Die Entscheidung der Wahlkommission war politisch motiviert: Wäre Basha von vornherein Sieger gewesen, hätte sie höchstwahrscheinlich keinen Finger gerührt. Eine unklare Rechtslage wurde also dazu benutzt, das Ergebnis umzukehren. Die Lokalwahlen in Albanien zeigen vor allem, dass sämtliche Institutionen von Parteien kontrolliert sind. Die Demokraten unter Premier Sali Berisha und die Sozialisten unter Bürgermeister Rama sorgen mit ihrem Klientelismus dafür, dass die Verwaltung abhängig bleibt und kein Vertrauen in den Staat entsteht. Die Wahlergebnisse reflektieren auch stark, wer über mehr Geld verfügt.

"Man kann nicht erwarten, dass eine Blutanalyse positiv ausfällt, wenn man einen so kranken Körper durchtestet", konstatiert der Intellektuelle Fatos Lubonja. Albanien ist eine Demokratie ohne demokratisch denkende Politiker an der Spitze. Der nächste Schritt wäre, dass die Albaner lernen, wie sie diese loswerden. Dringend. (Adelheid Wölfl/DER STANDARD, Printausgabe, 25.5.2011)

 

 

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22 Postings
Der_Klingone
11
25.5.2011, 11:04

Erst letztens habe ich in einer bosnischen Tageszeitung gelesen, daß Salih Berisha in einem Interview meinte, "Es ist egal wer regiert. Großalbanien muss das alleinige Ziel eines jeden Politikers sein."

Falls das stimmt, dann ist's doch eh' wurscht wer wo welche Wahlen in Albanien gewinnt, oder? ;-)

Kreshnik Krasniqi
00
25.5.2011, 11:25

Bosnische Zeitungen sollen sich lieber mit der Suspendierung der Nationalmannschaft kümmern als um Albanien.
Es wer Schade eine gute Mannschaft wie Bosnien nicht bei der EM zu sehn.

Es gibt kein Großalbanien,das sind serbisch-griechische Propaganda,das Ziel der Alb.Politikerr ist Bashkimi Troj(e)a Shqiptare.
Auf deutsch:
Vereinigung aller albanischen Siedlungsgebiete.

Christoph Baumgarten
11
25.5.2011, 16:36
Unabhängig davon,

ob die Aussage so gefallen ist: Was ist ein Albanien mit allen albanischen Siedlungsgebieten (d.h. Teile Serbiens, Mazedoniens und Griechenlands) als ein Großalbanien? Vor den großserbischen Träumen im Bürgerkrieg wurde ja gewarnt - die basierten auf der gleichen Überlegung. Ebenso die großkroatischen Phantasien - die werden aber bei uns unter den Teppich gekehrt. (Übrigens basierte das Großdeutsche Reich auf der gleichen Logik.) Die einzigen, die am südlicheren Balkan nix größeres wollen sind die Bosniaken und die Mazedonier.

Bloody Alboz
00
25.5.2011, 18:44
Unabhängig davon,

lässt sich das nicht vergleichen. Die großserbischen & großkroatischen bzw. die Großdeutschen Phantasien - basieren auf Vertreibung und Annektierung von Gebieten oder die Unterwerfung fremder Völker. Während die albanische Frage sich auf die Vereinigung der albanischen Siedlungsgebiete konzentriert. Ein Natürliches Albanien eben, ohne Annektierung fremder Gebiete mit fremder Bevölkerung. BRD & DDR haben sich auch Vereinigt und sind dadurch nicht zu Grossdeutschland mutiert.

Der_Klingone
00
26.5.2011, 09:53

Das ist eine sehr subjektive und stark verzerrende Argumentation, welche Sie hier anwenden:

1. Albanische "Ansprüche" basieren auf zum Teil antiken Völkerschaften, mit denen eine Verwandtschaft vermutet (!!) wird.

Die albanischen Ansprüche also wären in etwa das selbe, als ob Deutsche nun den Kaukasus beanspruchen, weil dort mal Goten lebten und diese evtl. mit den Deutschen irgendwie verwandt sein könnten.

2. Die Ideologie "Grossserbien" basiert keineswegs auf der Vertreibung anderer Völker. Ganz im Gegenteil. Sie beweise hier nur, daß Sie von Dingen schreiben, von denen Sie nichts wissen.

3. Albaner brauchen auch niemanden zu vertreiben. Aus den meisten Gegenden wurden ja schon alle vor dem "Projekt" vertrieben.

Bloody Alboz
00
26.5.2011, 17:55
Ihre Beispiele

sind eher verzerrend...

Die Albaner beanspruchen die Siedlunsggebiete in denen sie seit Jahrthausenden bzw. immer noch wohnen. Das Beispiel Kaukasus & die Deutschen trifft auf das albanische Volk nicht zu bzw. ist weit her geholt, da die Albaner nirgends eingewandert bzw, nirgends ausgewandert sind & auch nirgends zurückkehren möchten bzw. zurück gekehrt sind.

Die Ideologie Grossserbien beruht sehr wohl auf Vertreibung und ethnischer Säuberung, nicht nur im jüngen Jugoslawien Krieg hat man das unter Beweis gebracht, sondern auch im ersten & nach dem 2 Weltkrieg. Selbst im Russisch-Osmanischen Krieg wurde es bestens dokumentiert.

Der_Klingone
11
25.5.2011, 11:54

"Es gibt kein Großalbanien sondern nur die Vereinigung aller albanischen Siedlungsgebiete. Alles andere ist serbisch-griechische Propaganda."

Also ich nehme nicht alles für bahre Münze, was in einer bosnischen (oder einer anderen) Tageszeitung steht. Bin mir auch nicht sicher, ob Berisha wirklich diese Aussage tätigte.

Aber soweit ich mich erinnern kann, wurde in den 90ern das Bestreben der Serben in einem gemeinsamen Staat zu verbleiben (=serbische Siedlungsgebiete in einem Staat) mit sehr viel Nachdruck als "Großserbien" betitelt. Was unterscheidet nun die albanische Variante von dieser, als das sie nicht als "Großalbanien" durchgehen würde?

Kreshnik Krasniqi
00
25.5.2011, 15:31

Die Serben Okkupierten ländereien,sei es in Kosova,Bosnien oder Kroatien.
Druch bewusste Vertreibung und Kolonisierung der Gebiete wollte man Später diese in einem Staat zuzammen schmelzen lassen.

Das Ist Großserbien.

Siedlungsgebiete die gegen den Willen der alb. Bevölkerung Aufgeteilt wurden,ist kein Großalbanien,wenn man dies zurück verlangt.

Dasist der Unterschied.

Der_Klingone
00
26.5.2011, 09:58

Eben nicht. Sie geben hier Kampfparolen wieder, welche nichts mit der Realität zu tun haben.

Serben haben Kroatien und Bosnien niemals "okkupiert". Weite Teile Bosniens (bis auf den Westen) sind seit jeher serbisch besiedelt. In Kroatien wurden die Serben, welche vorher aus dem Kosovo unter Sinan Pasa vertrieben wurden, von der kuk-Regierung im Militärbezirk angesiedelt. Also im alten Ur-Kroatischen Gebiet, welches unter dem Türkenansturm zusammenbrach und die Kroaten in's Exil zwingte.

Und der Kosovo?? Also die "Okkupation" muss ja schon 1000 Jahre alt sein, wenn das so ist.

Nein, in Wahrheit werfen Sie hier sinn- und belanglos mit emotionsgeladenen Begriffen um sich (Großserbien, Okkupation, Kolonisierung, ...).

Christoph Baumgarten
00
25.5.2011, 16:38
Das gleiche taten

die Kroaten. Und die Siedlungsgebiete werden dort seit Jahrhunderten gegen den Willen der Bevölkerung aufgeteilt, egal welcher. Das hat auch zu einer ethnischen Durchmischung geführt, die in guten Zeiten gut funktionierte - und gleichzeitig den Keim für die Schlächtereien des Bürgerkriegs gelegt hat. Im übrigen wollte keine der Seiten etwas anderes als Gebiete, die ihrer Meinung nach angestammtes ethnisches Gebiet war.

Kreshnik Krasniqi
00
25.5.2011, 20:51

Vor mehr als einem Jahrhundert sagte ein Gewisser Otto von Bismarck und das Können Sie sogar selbst im Buch Lesen von Chrstine von Koh(München 1998)l Lesen:
Albaner gibt es nich,es sind Angehörige des Christlich Orthodoxen,Christlich Katholischen und muslmischen glaubens.
Kurz gefasst,die alb.Bevölkerung besser gesagt die alb.Vetretung wurde gar nicht gefragt am 13 Juni 1878 in Berlin.(Sami Frasheri,Mehmet Vironi)
Dann kommen Sie mit einem Komenatr wie:
Siedlungsgebiete werden dort seit Jahrhunderten gegen den Willen der Bevölkerung aufgeteilt, egal welcher.

Die Grenzziehung wurden zugunsten von 5 Staaten gezogen,dank den Großmächten und uns(das albanische Volk) hat man in 5 Staaten aufgeteilt.

Der_Klingone
00
26.5.2011, 10:16

1878 war Albanien noch fester Bestandteil des osmanischen Reiches. Die Albener Mazedoniens/Montenegros waren nur kleine Minderheiten. Und die Albaner im Kosovo waren bei weitem (!) noch nicht so zahlreich wie heute. Wieso also hätte man das tun sollen? Hätte man mit den Albanern angefangen, dann wäre eine normale Staatenbildung am Balkan unmöglich geworden, weil es ja überall Minderheiten gab, welche die selben Rechte einfordern hätten können. So ist eine vernünftige Staatsbildung unmöglich.

Den Befindlichkeiten jeder noch so kleinen Minderheit zu entsprechen lähmt den Staatsapperat. Man sah das ja im Kosovo, welches sich bis heute in einem Zustand der Starre befindet.

Ausserdem bekamen die Albaner 1912 ohnehin ihren Nationalstaat.

Kreshnik Krasniqi
00
26.5.2011, 20:29

Die Serben haben in den 30er Jahre des letzten Jahrhundert einen hohen Anteil in Kosova aufweisen können.
Diese lag bei 35%.
1912/13 schon bei der Okkupation des Kosova waren die Albaner die Mehrheit und durch die bewusste Vertreibung der Albaner durch die Serben,stieg der Anteil(Aus Nish und Topelica).
Albanien war Innerhalb des Osm.Reiches in 5 Valiyet aufgeteilt,ein bisschen mehr geschichte Lernen,statt mir serbische Märchen zu Schreiben.
Und wir werden uns das holen was uns gehört,denn das war und ist sowie bleibt Albanien,dazwischen gibt keinen Platz für Großserbien und bewusste Kolonisierung aus Cacak.

Bugio
12
25.5.2011, 17:52

Nein, die Aufteilung der Siedlungsgebiete vor Jahrhunderten, war erstens keine Aufteilung der Siedlungsgebiete, sondern eine Erlaubnis des Grundherren mit Ermächtigung des Landesherren, und zweitens war es nicht gegen den Willen der Bevölkerung, weil die Bevölkerung gar nicht gefragt wurde.

Der_Klingone
00
26.5.2011, 10:03

Weil die Bevölkerung nicht gefragt wurde war es nicht gegen den Willen der Bevölkerung? Interessante Argumentation.

Zumal der Grundherr/Landsherr auf dem Balkan zumeist ein Fremdling oder Quisling war. Ob nun Osmane, Ungar oder Österreicher. Der lokale Adel (der serbische oder auch der kroatische) wurde zumeist entmachtet oder völlig aus dem Weg geräumt (je nach Periode und Besatzer). Das Land wurde dann zur Verwaltung meist den Quislingen unterstellt, welche besonders eifrig mit dem Besatzer paktierten (Osten) oder es wurden eigene Leute zur Verwaltung "eingeflogen" (Westen).

Kreshnik Krasniqi
00
25.5.2011, 20:41

Danke,besser hätte die Antwort nicht sein können.

Bloody Alboz
02
25.5.2011, 13:56
Der Unterschied

liegt klar auf der Hand. Die serbischen Siedlungsgebiete sind teilweise aufgrund ethnischer Säuberung (Bosnien) enstanden, darüberhinaus gibt es Siedlungsgebiete die keine eindeutige serbische Mehrheit beinhalten (Presheva Thal, Sanxhak, Vojvodina). Während die albanischen Siedlungsgebiete eine eindeutige Bevölkerungsmehrheit der Albaner ausmachen. Die Aussage Salih Berisha`s bezgl. Großalbanien trifft nicht zu. Sowas hat er nie gesagt.

Der_Klingone
00
26.5.2011, 10:08

Tut mir leid Alboz, das war jetzt eine glatte Lüge Deinerseits. Ob nun bewusst oder unbewusst.

Seit jeher siedeln die Serben in Bosnien. Die Entstehung der serbischen Siedlungsgebiete in Bosnien durch ethnische Säuberung ist daher eine glatte Lüge. Die Gebiete haben sich durch diese nur verschoben.

Die Serben bildeten laut Census 1940 über 45% der bosnischen Bevölkerung. Durch die Massenmorde des 2. WK wurde dieser Anteil auf die heutigen (erholten!!!) 34% reduziert. Oder hat sich keiner gewundert, wieso 34% der Leute fast 70% des Landes bewohnten?

Von der "Entserbisierung" durch nationale Neudefinitionen oder Glaubenskonvertierungen ganz zu schweigen.

kuq_e_zi
00
25.5.2011, 09:56
Unfaire Berichterstattung

Der Kommentator lässt, mit Absicht oder ohne, spezielle Details aus, in seinem Bericht über die Wahl.
Herr Rama stand nicht als Sieger fest, mit 10 Stimmen mehr. Er hatte jeglich 10 Stimmen mehr, nachdem nur die gültigen Stimmen aller Urnen gezählt wurden, jedoch gab es 300 Stimmen (von Sozialisten und Demokraten gemeinsam bestimmt), welche nicht eindeutig identifizierbar waren und zur Wahlkommission entsandt wurden. Herr Rama nannte sich Sieger mit 10 Stimmen plus, bei ca 250 000 Stimmabgaben, ohne die 300 dubiosen Wahlzettel zu kontrollieren.
Ausserdem war das System kompliziert, die Menschen mussten für 4 Dinge stimmen. Selbst der Präsident hat den Wahlzettel in die falsche Urne geworfen! Wieso sollen diese Stimmen nicht zählen dürfen?

Gerhard56
10
25.5.2011, 07:25
Demokratie?

........ Albanien ist eine Demokratie ohne demokratisch denkende Politiker an der Spitze. Der nächste Schritt wäre, dass die Albaner lernen, wie sie diese loswerden. Dringend ..........

Bei diesem Satz muß man nur Albanien und Albaner durch Österreich und Österreicher ersetzen. Dann passt es auch 100%ig !!!

Bloody Alboz
00
25.5.2011, 14:04

Die Österreicher lästern und die Albaner „ham a Gaudi“. Ich weiß nicht ob das an der Mentalität des Österreichers liegt, immer besser sein zu wollen als alle anderen, oder ob die Österreicher einfach nur alle Sattmanns sind. Kurz zusammengefaßt kann man sagen, die Österreicher werden bewundert wegen ihrer tollen Arbeitsplätzen und ihrem Ehrgeiz, die Albaner hingegen mag man einfach.

Der_Klingone
00
26.5.2011, 11:52

Geh woher???

Österreich ist da nicht besser oder schlechter als der Rest der Welt.

Überall auf der Welt wird über die Politiker gesudert und überall auf der Welt zeigt man mal gern mit dem Finger auf andere. Das ist so alt wie die Zivilisation selbst.

Mag sein, daß der Österreicher (Wiener?) einen eigenen Stil in Sachen "Sudern" hat, aber das ist es auch schon.

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