Copyright

EU-Kommission will Urheberrecht im Internet neu regeln

24. Mai 2011, 17:31

Barnier: Besserer Schutz von Filmen, Musik, und Texten

Die EU-Kommission will den Schutz von Musik, Texten oder Filmen im Internet gegen Piraterie verbessern. Der "technologische Wandel und insbesondere die wachsende Bedeutung der Internettätigkeiten" habe das Umfeld der Rechte des geistigen Eigentums in den vergangenen Jahren "einschneidend verändert", erklärte die Kommission am Dienstag in Brüssel. Die nebeneinander bestehenden europäischen und nationalen Vorschriften seien nicht mehr angemessen und müssten modernisiert werden. Während das Internet grenzenlos sei, bestehe in Europa noch immer ein Puzzle aus nationalen Onlinemärkten.

Schutz der Werke und die Bezahlung der Urheber sichern

EU-Binnenmarkt-Kommissar Michel Barnier legte am Dienstag eine Reihe von Vorschlägen vor, um das Urheberrecht in der Europäischen Union zu stärken. Ziel sei es einerseits, den Schutz der Werke und die Bezahlung der Urheber zu sichern. "Andererseits benötigen Verbraucher und Nutzer Zugang zu kulturellen Inhalten, zum Beispiel Online-Musikangeboten, damit neue Geschäftsmodelle verwirklicht werden und kulturelle Vielfalt gedeihen können", sagte Barnier.

Zehn Milliarden Euro Schaden

Branchenangaben zufolge entstand der europäischen Musik-, Film-, TV- und Softwarewirtschaft durch Produktpiraterie allein im Jahr 2008 ein Schaden von zehn Milliarden Euro, und mehr als 185.000 Jobs seien vernichtet worden. Der Kommission zufolge sollen Urheberrechte künftig nun nicht mehr allein auf nationaler Ebene lizenziert und vergütet werden. In der zweiten Jahreshälfte will Barnier einen Rechtsrahmen "für die effiziente länderübergreifende gemeinsame Verwaltung von Urheberrechten, insbesondere im Musiksektor" vorlegen. Geplant sind zudem EU-weite Vorschriften für Vergütungsgesellschaften wie die deutsche Musikverwertungsgesellschaft GEMA.

Regeln für Privatkopien angleichen

Barnier verfolgt zudem das Ziel, die Kosten und Regeln für private Kopien von Büchern oder CDs in den 27 Mitgliedsländern anzugleichen, die derzeit etwa beim Kopieren oder dem Kauf eines Kopierers erhoben werden. Der Verletzung von Urheberrechten will der Franzose nach eigenen Worten "an der Quelle" begegnen. Beim widerrechtlichen Tausch von Filmen oder Musik im Internet sieht der Kommissar dabei besonders die Anbieter von Tauschbörsen in der Pflicht.

Die Kommission schlägt zudem ein vereinfachtes Lizenzierungssystem für sogenannte "verwaiste Werke" vor, die zwar noch urheberrechtlich geschützt sind, deren Rechteinhaber aber unbekannt sind. Dadurch könnten diese Werke digitalisiert und im Internet abrufbar gemacht werden. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 46
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Metternichmich!
00
Ich will endlich ein vernünftiges Angebot!

Ich will aktuelle Filme über das Internet kaufen können. In vernünftiger Qualität, in einem Standardformat, ohne DRM, abspielbar auf allen meinen Geräten und vor allem: zu einem vernüftigen Preis.
Und ein vernünftig heißt nicht gleicher Preis wie DVD/ Blueray. Denn beim Download fallen Produktion, Transport und Lagerung der Plastikscheiben ebenso weg wie der Einzelhandel (bei dem 50% des Preises hängenbleiben).
Erneuter Download aller meiner Käufe wäre auch noch nett, andererseits, wenn ich eine DVD verliere, kann ich im nächsten Laden auch nicht einfach eine neue mitnehmen.

Ratenfänger
00
Jobs vernichtet?

Die Kleinen müssen erst mal wahnsinniges Barrieren durchbrechen um bei diversen Contentfirmen aufgenommen zu werden.

Die Leute, die daran scheitern und aufgrund der kranken Verträge zugrunde gehen, sind sicher mehr als die angegebenen 'vernichteten' Jobplätze

Naeich
 
00
25.5.2011, 22:24
Gesetze werden nicht viel helfen ...

solange man als rechtmaessiger Kaeufer von der Contentindustrie verarscht wird: wenn ich mir eine DVD kaufe und erst mal ohne Abbruchmoeglichkeit in 10 Sprachen ueber Copyright belehrt werde um dann womoeglich ebenfalls ohne Abbruchmoeglichkeit einen kleinen Antipiraterie-Spot anschauen zu muessen, lacht mir der Raubkopierer aus, auf dessen selbstgebrannter DVD so ein Mist nicht drauf ist.
Das gleiche gilt fuer DRM-Formatterror, vorgeschriebene Betriebssysteme, Rechtebeschneidung, regionale Vermarktung und was es sonst noch an Kundenquaelerei gibt.

Hr.Berth
02
25.5.2011, 22:01
Die Contentmafia soll mir erklären

warum ich, wenn ich ein VHS-Video habe und mir denselben Film vor einigen Jahren als DVD und jetzt als BluRay kaufe dreimal zu den Gestehungskosten auch für den Inhalt bezahlen muss.

Legte sie so strenge Maßstäbe wie gegenüber den "Piraten" an, müsste sie für deutlich niedrigere Preise bei Rückgabe eines auf einem veralteten Medium befindlichen Produkts genauso kämpfen.

</ lustig>
03
25.5.2011, 19:37
Europäische Volkspartei halt...

Ein Synonym für Lobbyismus.

Quittung folgt!

##V+##
02
25.5.2011, 17:28
Die EU Kommission ist in dieser Hinsicht eindeutig den Lobbies hörig

Dinosaurierstyle

Baaron Arr
00
25.5.2011, 16:58

das hintergrundproblem: nur starke medienkonzerne ermöglichen effiziente politptopaganda die sich gegen die interessen einer mehrheit richtet. eine starke medienkonzentration ist für die zementierung von machtverhältnissen entscheidend. diese finanzieren sich aber nun auch zu einem großen teil über ihre unterhaltungsproduktionen - besonders in den usa, in europa weniger, aber ev. will man das ja ändern. abgesehen davon haben unterhaltungsprodukte auch eine politische wirkung (siehe kooperation armee und filmindustrie).

und nur so nebenbei wird eine infrastruktur geschaffen die effiziente zensur ermöglicht, und vor allem ein klima in dem fast jeder bei bedarf kriminalisiert werden kann.

Pe Sa
08
25.5.2011, 11:56
"allein im Jahr 2008 ein Schaden von zehn Milliarden Euro, und mehr als 185.000 Jobs seien vernichtet worden."

eine Milchmädchenrechnung die nie aufgehen wird.

Die Konzerne erhoffen sich den Gewinn von Produkten die nur deswegen "erworben" wurden WEIL sie gratis sind. Die gleichen Produkte werden wenn sie nicht gratis sind einfach nicht gekauft ...

Isokolon
00
25.5.2011, 17:17

pah...stimmt doch...die hohe Arbeitslosenrate 08/09 war lediglich ein direktes Resultat des Filesharing....die paar Banken die da draufgegangen sind, sind doch kleine Lächerlichkeiten gewesen

MartinB
02
25.5.2011, 11:55
185.000 Jobs vernichtet?

Wie kann man Jobs vernichten die es nie gab. Zumindest hab ich nix gehoert dass 185.000 Leute im Jahr 2008 gefeuert worden waeren deswegen.

Cafe Corretto
03
25.5.2011, 11:10
Da spricht die Lobby

Was ist mit den gesellschaftlichen Schäden? Den Überwachungsstaat bzw. fast schon Präventivstaat, haben wir den Interessen und Lügen der Musik- und Filmindustrie zu verdanken. Die Musik- und Filmindustrie nordkoreanisiert unsere Gesellschaft und ich möchte gar nicht wissen, wieviele anständige Politiker von dieser Branche "gefördert" werden.

Imho müsste man im Internetzeitalter bald ohne Verwertungsgesellschaften auskommen können.

Mir wurde mal gesagt, dass die GEMA 91 % des Geldes einbehält und dies mal auf 95 % erhöhen wollte aber vor Gericht scheiterte. (Anm.: Kann sein, dass das auch nicht stimmt)

r41|\|3r
115
25.5.2011, 10:29

so ein blödsinn, wenn 10€ nicht für musik ausgegeben werden setzt sich ja keiner hin und macht mit dem geldschein ein kleines lagerfeuer, das geld wird einfach wo anders ausgegeben und dort entstehen halt die jobs - die 185.000 jobs sind nicht vernichtet sondern nur verlagert, wenn die zahl überhaupt annähernd stimmt wo genau sind denn die jobs "vernichtet worden" - 185.000 manager weniger? 185.000 verkäufer weniger? 185.000 postboten (versandhandel) weniger? wo sind denn nur diese vernichteten jobs? was waren das für jobs? etwas über 5400 euro wenn man die 1.000.000.000 auf 185.000 aufteilt also ca. 450 pro monat - entweder sind es zu viele jobs oder zu wenig verluste oder beides ist ein blödsinn ...

Zitronenbaum
00
26.5.2011, 09:05
Kurz zusammengefasst: Geld verschwindet nicht

;)

peace & love
02
25.5.2011, 11:09
klingt halt spektakulär.

dass sich das urheberrecht durch das internet de facto abgeschafft hat, berücksichtigt die eurokratie nicht, sondern will einen wirklich vertrottelten status quo UNTER KRIMINALISIERUNG von 90% der bevölkerung aufrecht erhalten, ja sogar verschärfen.

hier wird wieder am volk vorbeiregiert.

thomasat
01
25.5.2011, 09:33
ich kenne genug leute die wenn sie sich die spiele/filme .... nicht mehr herunterladen könnten auch NICHT kaufen würden.

warum soll man für eine kleine Scheibe mit vieleicht 1 Stunde Musik 10€ zahlen, wenn ich sie mit youtube Radio ..(die legale Art) gratis bekomme.

YoungManKlaus
011
25.5.2011, 08:54
dagegen ....

... dass das geld zu den tatsächlichen Urhebern (künstlern) kommt, hab ich ja nix (direct payment ist ja eine tolle sache)

... dass mein geld da irgendwo in diesem molloch von musikindustrie untergeht sehr wohl!

TrueFalse
02
25.5.2011, 08:53
Wow

185.000 Jobs sind weg :( heißt es die Musikindustrie ist tot oder wie?

Und die 10 Milliarden sind sicher auch sehr weit unten angesetzt. Es war viel mehr und ich habe es selbst berechnet. Der Schaden beläuft sich auf

121201565465142154645 Dollar. Die Formel zur Berechnung ist aber streng geheim.

Fritz Meyer
06
25.5.2011, 08:34
Mario Marionette und sein Marionettenverein...

sollten sich lieber mal mal um den Daten- und Konsumentenschutz bemühen.

Shrike
00
25.5.2011, 10:20

Die haben aber nicht soviele Lobbyisten mit gefüllten Brieftaschen.

Zitronenbaum
02
25.5.2011, 08:12
Steal like a pro

Eigentlich lassen sich alle Künstler von irgendwas inspirieren. Auch Autoren, Filmemacher, etc. Es gibt immer irgendwas, das vorher da war. Wie will man das ver-urheberrechtsschützen? Das funktioniert nicht.

Klar, man kann sagen: Verkaufen dürft ihrs nicht, wenhn ihr es nicht selbst erworben hat. Auch okay. Alles andere ist doch Unsinn.

maxedl
 
15
25.5.2011, 07:08
Copying Is Not Theft

http://www.youtube.com/watch?v=IeTybKL1pM4

Da stehe ich voll dahinter und würde lieber eine Pauschalabgabe zahlen.

Die richtigen Raubmordkopierer sind diejenigen welche alles auf Rohlinge brennen und
es dann für Geld am Flohmarkt oder an anderen Orten verkaufen.

ü-strichal
01
25.5.2011, 06:55

das ganze wird wohl soweit getrieben werden, dass jeder bürger per gesetz dazu verpflichtet werden wird, mindestens 2 maßlos überteuerte musik-cd's oder filme pro monat kaufen zu müssen ...

... und das mit den 10 mrd und 185.000 jobs find ich auch witzig ... haha

... solange die musik- und filmmafia schön regelmäßig geldköfferchen versehentlich in den diversen politikerbüros vergessen wird, wird das ganze wohl nicht besser, sprich konsumentenfreundlicher werden

OGHaha
01
24.5.2011, 20:42
Na ja, irgendwas wird man machen müssen...

Vorschlag: Ich zahle 10 Euro im Monat zusätzlich an meinem Provider, dieser "Topf" (alle Anschlüsse weltweit x 10 = ???) wird dann nach einem Schlüssel an die Urheber verteilt.

Dafür möchte ich alles downloaden dürfen nach belieben.

Für mich sind in erster Linie die alten Filme interessant, die man im FS nie zu sehen bekommt.

Habe erst gestern von einem russischen Server den von Väterchen Stalin bestellten Film über die Schlacht um Berlin geladen, na wann wäre der je im ORF?

Die neuen "Blockbuster" Filme möchte ich auf meinem mikrigen kleinen Bildschirm gar nicht so gerne anschauen.

Die Wirkung im Kino ist eine ganz andere.

rote Lola2
00
25.5.2011, 08:25

na ja, das problem bei den "blockbustern" ist ja, man schaut zuhaus einmal rein um sich dann zu überlegen ob man deswegen in`s kino gehen möchte. mit den üblichen reaktionen: um gottes willen, nicht schon wieder, eher nicht...

maruh
09
24.5.2011, 20:21
vergesst mein kommentar wieder…

hat sich schon alles beantwortet…

"Das Podium zum Thema Urheberrecht wird von großen Medienunternehmen wie 20th Century Fox, Universal Music, France Televisions, Edition Gallimard und Bertelsmann AG bestritten. Der Newscorp.-Chef Rupert Murdoch bekommt ein eigenes Panel."
http://heise.de/-1248410

jeder kann sich nun selber ausmalen wohin das führen wird…

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