Sexuelle Belästigung

Heinisch-Hosek will bei Strafen "nachschärfen"

24. Mai 2011, 14:27

Frauenministerin für eine breitere Definition - Faymann verspricht "volle Unterstützung"

Wien - Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek will die Sanktionsmöglichkeiten im Zusammenhang mit sexueller Belästigung nachschärfen. Bundeskanzler Werner Faymann sagte ihr am Dienstag im Pressefoyer nach dem Ministerrat "unsere volle Unterstützung" zu, auch wenn zusätzliche rechtliche Maßnahmen notwendig seien.

Im Zusammenhang mit den Vorwürfen der versuchten Vergewaltigung gegen den ehemaligen Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, berichtete die Tageszeitung "Heute" (Dienstagsausgabe), dass laut einer Studie der GPA rund 80 Prozent aller Frauen zumindest einmal in ihrem Berufsleben Opfer von sexueller Belästigung werden. "Ich will bei Strafen nachschärfen", kündigte die Frauenministerin in der Zeitung an.

"Belästigung kein kleines Thema"

Derzeit sei nur das Berühren der primären und sekundären Geschlechtsmerkmale im Strafrecht entsprechend verankert, Heinisch-Hosek wolle die Definition, was sexuelle Belästigung im Strafrecht bedeutet, diskutieren, so eine Sprecherin. Es brauche eine breitere Definition.

Faymann begrüßte, dass die Frauenministerin Berichte über bekanntgewordene Fälle und auch die Dunkelziffer sexueller Belästigung am Arbeitsplatz nicht als Kavaliersdelikt auf die Seite schiebe. "Belästigung ist kein kleines Thema", betonte der Kanzler. (APA)

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