Jeder Fünfte ist mit der Wohn­situation unzufrieden

24. Mai 2011, 16:48
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Besonders ausgeprägt ist der Wunsch nach Veränderung unter anderem bei Personen, die erst vor einem Jahr umgezogen sind

20 Prozent der österreichischen Bevölkerung planen eine Veränderung der aktuellen Wohnsituation innerhalb von drei Jahren. Zu diesem Ergebnis gelangt eine am Dienstag veröffentlichte Wohnstudie des Makler-Netzwerks Re/max und des Marktforschungsinstituts market. Befragt wurden dafür 1.000 Erwachsene in Österreich.

Besonders ausgeprägt ist der Wunsch nach einer Veränderung innerhalb der nächsten drei Jahre demnach bei den Unter-30-Jährigen (41 Prozent), bei Mietern von Wohnungen (40 Prozent) und "interessanterweise dann, wenn der Einzug erst vor einem Jahr erfolgte" (33 Prozent), so Bernhard Reikersdorfer, Re/Max-Österreich-Geschäftsführer, in einer Aussendung. Selten, nämlich nur von acht Prozent der Befragten, wird ein Umzug in der Altersgruppe 50plus geplant. Ebenso bei Menschen, deren Einzug in ihren aktuellen vier Wänden länger als zehn Jahre her ist. Von diesen planen nur sieben Prozent, nochmals zu übersiedeln.

Fifty-Fifty

Die Hälfte der Befragten wohnt in einem Einfamilien-, Zweifamilien- oder Reihenhaus. Die andere Hälfte logiert in einer Wohnung in Mehrfamilienhäusern, Wohnblöcken und Zinshäusern. "Insgesamt wohnen sechs von zehn Österreichern im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung, also im Eigentum, und vier von zehn Österreichern in einem Mietverhältnis", erklärt Re/Max-Marketingleiter Anton Nenning.

Die Hausbewohner wohnen zu 87 Prozent im Haus, das im Eigentum der Familie oder des Partners ist, nur zehn Prozent zahlen dafür Miete. Die Wohnungsbewohner wohnen zu 30 Prozent in Eigentums- und zu 36 Prozent in Mietwohnungen, 18 Prozent in Genossenschaftswohnungen und zu 14 Prozent in Gemeindewohnungen. Für 68 Prozent der Wohnungen bestehen Mietverhältnisse, es wohnen also nicht die Eigentümer selbst darin. "Dies zeigt aber auch, wie wichtig Eigentumswohnungen, die in weiterer Folge vermietet werden, als Wertanlage und Investitionsobjekte für die Volkswirtschaft sind", sagt Reikersdorfer.

107 Quadratmeter im Schnitt

Die durchschnittliche Wohnfläche beträgt 107 Quadratmeter. "Auffallend ist bei der durchschnittlichen Wohnfläche der Unterschied zwischen Stadt und Land: Während man am Land auf 133 Quadratmeter lebt, sind es in Klein- und Bezirksstädten 101 m², jedoch in Wien und den Landeshauptstädten nur bescheidene 81 m²", so Reikersdorfer. "Bewohnern von Gemeindewohnungen steht im Schnitt nur die Hälfte der Wohnfläche zur Verfügung, die Eigentümer von Einfamilienhäusern nutzen können."

Die durchschnittliche Wohnfläche beträgt in Einfamilien-, Zweifamilien- und Reihenhäusern 141 m², in Eigentums- und Mietkaufwohnungen 88 m², in Mietwohnungen 73 m² und in Gemeinde- und Genossenschaftswohnungen 69 m².

Eineinhalb Jahrzehnte im selben Heim

Durchschnittlich bleiben die ÖsterreicherInnen 14,2 Jahre in ihrem Heim. Ein Drittel ist aber erst weniger als fünf Jahre im derzeitigen Domizil. "Am längsten bleiben Bewohner in Einfamilien-, Zweifamilien- und Reihenhäusern, nämlich im Schnitt 17,1 Jahre", erklärt Reikersdorfer. Dann folgen die Gemeinde- und Genossenschaftswohnungen mit 14,2 und die Eigentumswohnungen mit 13,2 Jahren. Deutlich kürzer bleiben Bewohner in Mietwohnungen, nämlich nur 7,5 Jahre. Dies zeige sich auch deutlich in der Begründung, warum die Menschen dort wohnen: 50 Prozent der Mietwohnungsbewohner gaben an, dass sie schnell eine Unterkunft benötigt haben.

Gründe für die derzeitige Wohnsituation

Generell sind die wichtigsten Gründe für die persönliche derzeitige Wohnsituation die "Finanzierbarkeit", "persönliche Bedürfnisabdeckung", "Wohnklima" und "Umgebung". So gaben 62 Prozent an, dass die "Leistbarkeit der Wohnung/des Hauses" ein wichtiger Grund für die Entscheidung gewesen sei, 61 Prozent, dass "die Wohnung/das Haus genau ihren Wünschen entsprochen" habe und 51 Prozent hatten sich "aufgrund der Lage im Grünen" für das Objekt entschieden. Weitere Motive sind: "Weil es mein Heimatort ist und viele Freunde und Bekannte dort wohnen" (45%), "Wegen der Stadtnähe und der Annehmlichkeiten der Stadt" (37%) sowie "Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes" (35%). Für jeweils 34% war die "Gründung eines gemeinsamen Haushaltes" bzw. eine "private Veränderung" ein Argument.

Unterschiede finden sich zwischen Wohnungsbewohnern und Häuserbewohnern vor allem beim Preisthema und der Lage: Während die Grünlage für Häuserbewohner mit 64 Prozent das wichtigste Auswahl-Motiv war (hingegen nur 34% der Wohnungsbewohner), ist die Leistbarkeit für Wohnungsnutzer (74%) essentiell, aber nur für 52 Prozent der Hausbewohner. (map, derStandard.at, 24.5.2011)

  • 41 Prozent der Unter-30-Jährige planen, in den nächsten drei Jahren (wieder) den Wohnsitz zu wechseln.
    foto: derstandard.at

    41 Prozent der Unter-30-Jährige planen, in den nächsten drei Jahren (wieder) den Wohnsitz zu wechseln.

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