Fedora 15 ist da: Mit GNOME3 und Systemd

24. Mai 2011, 16:30
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Neue Version der Linux-Distribution bringt zahlreiche Änderungen - Zwischen neuer User Experience und Änderungen unter der Haube

Mit einer rund zweiwöchigen Verzögerung gegenüber dem ursprünglichen Release Plan haben die EntwicklerInnen des Fedora-Projekts nun eine neue Version der Linux-Distribution zum Download freigegeben. Fedora 15 verspricht dabei besonders umfangreiche Neuerungen, die sich vor allem mit den Stichwörtern "Systemd" und "GNOME3" umreißen lassen.

Boot

So führt man mit Systemd nun jenes neue Boot-System ein, das man eigentlich schon in Fedora 14 integrieren wollte - nur um es dann recht kurzfristig wieder zu entfernen. Dieses ersetzt die bislang von Fedora genutzte Kombination aus Ubuntus Upstart und den klassischen SysVinit-Skripten. Aus diesem Schritt verspricht man sich mannigfaltige Verbesserungen, etwa in Fragen Administration. Die EndbenutzerInnen merken die Änderung in Fedora 15 vor allem an einer deutlich reduzierten Bootzeit des Systems.

GNOME3

Die wohl augenscheinlichste Änderung ist aber der Umstieg auf die neue Desktop-Generation GNOME3. Fedora ist hier die erste große Distribution, die diesen Wechsel vollzieht, was angesichts dessen, dass Sponsor Red Hat einen bedeutenden Teil der GNOME3-Entwicklung übernommen hat, nicht weiter verwundern darf. So übernimmt nun hier also die GNOME Shell die Herrschaft über den Desktop-Alltag - und damit eine grundlegend veränderte User Experience.

Vanilla

Fedora liefert GNOME3 weitgehend unverändert aus, dies sowohl in Hinblick auf die Funktionalität als auch, was Theme und Icons anbelangt. Lediglich das Hintergrundbild hat man dezent angepasst. Für weitere Details zu GNOME3 sei insofern auf den zugehörigen Test verwiesen.

Firewall

Zu den weiteren Neuerungen von Fedora 15 gehört die Möglichkeit dynamisch neue Firewall-Regeln festzulegen, also im laufenden Betrieb und ohne den zugehörigen Service neu starten zu müssen. Neben der schon länger angebotenen Vollsystemverschlüsselung erlaubt die Distribution nun auch - einfacher als bisher - per ecryptfs  nur das Home-Verzeichnis einzelner NutzerInnen zu verschlüsseln.

Platz machen

Durch den Umstieg auf das LZMA-Packverfahren hat man zusätzlichen Platz auf den Live-Medien von Fedora geschaffen, und kann so mehr Programme mitliefern. Wie auch bei anderen Distribution steigt Fedora mit der Version 15 von OpenOffice.org auf LibreOffice um, auch wenn die meisten NutzerInnen dies wohl bestenfalls am Branding bemerken werden. Bei der Funktionalität gibt es ja noch relativ geringe Unterschiede.

Kern

Die Basis des Systems bildet Kernel 2.6.38.6, die gcc wurde in Version 4.6 zum Kompilieren der Binär-Pakete verwendet, Python 3.2 und RPM 4.9 stellen weitere Eckdaten dar. Als alternative Desktops bieten sich unter anderem KDE 4.6.2 und Xfce 4.8 an.

Download

Fedora 15 kann wie gewohnt wahlweise als umfangreiche Install-DVD oder als schlankes Live-Medium mit GNOME-Desktop heruntergeladen werden. Alternativ gibt es auch wieder diverse "Spins" mit anderer Softwareausstattung, als etwa mit KDE im Vordergrund oder auch mit spezieller Ausrichtung auf den Bildungsbereich.

Einen ausführlichen Test zu Fedora 15 werden wir am Sonntag veröffentlichen. (apo, derStandard.at, 24.05.11)

  • Der Desktop von Fedora 15, gegenüber dem Default-GNOME3 ist nur das Wallpaper leicht angepasst.
    screenshot: andreas proschofsky

    Der Desktop von Fedora 15, gegenüber dem Default-GNOME3 ist nur das Wallpaper leicht angepasst.

  • Programmstart und Co. sind in den Übersichtsmodus der GNOME Shell gewandert.
    screenshot: andreas proschofsky

    Programmstart und Co. sind in den Übersichtsmodus der GNOME Shell gewandert.

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