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Engelsküsse sind eine besondere Variante von Feuermalen.

Knotiges Hämangiom am Rücken eines Neugeborenen.

Ein Feuermal vor beziehungsweise nach viermaliger Behandlung mit dem Farbstofflaser.
Wenn der eigene Nachwuchs mit einem roten Fleck im Gesicht auf die Welt kommt, dann ist das für viele Eltern ein Schock. Im Bereich der Augenlider, Stirn oder Nasenwurzel spricht der Volksmund liebevoll von Engelsküssen, der Storch beißt vorzugsweise im Nacken zu.
„Engelsküsse sind eine besondere Variante des Feuermals und ein sogenannter Webfehler der Natur", weiß Alexis Sidoroff, Dermatologe an der Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie in Innsbruck. Ein harmloser Webfehler, der zur Erweiterung oberflächlichen Kapillargefäße führt und meist innerhalb der ersten beiden Lebensjahre spurlos verschwindet. Nicht so die Storchenbisse. Sie finden sich auch bei Erwachsenen häufig noch im Haaransatz versteckt.
Dauerhaft erweiterte Gefäße
Gorbatschows Feuermal ist zwar im Gesicht, von einem Engel geküsst wurde er aber nicht. Deshalb darf der ehemalige Staatschef der Sowjetunion auch zeitlebens mit keiner Rückbildung rechnen. Warum klassische Feuermale persistieren, darüber wird nach wie vor nur spekuliert. Derzeit vermuten Experten, dass das Problem nicht bei den Gefäßen liegt, sondern bei den kleinen Nerven, die für das Zusammenziehen und Erweitern von Blutgefäßen verantwortlich sind. „Geht diese Kontraktionsfähigkeit völlig verloren, dann hat man ein bleibendes Feuermal", so Sidoroff.
Was auch immer dahinter steckt, fix ist: Feuermale sind eine mehr oder minder harmlose Laune der Natur. Sie wachsen nicht, sie entarten nicht und verusachen auch sonst praktisch niemals Symptome. Einzig ihre Farbe nimmt mit zunehmendem Alter an Intensität zu.
Gorbatschow war das scheinbar egal. Er verzichtete auf eine Behandlung und sein Naevus flammeus wurde zu seinem persönlichen Markenzeichen. Vielen anderen Betroffenen machen Feuermale das Leben jedoch schwer. Besonders im Gesicht werden sie als ästhetisch störend empfunden.
Neubildung von Gefäßen
Etwas ganz anderes, aber oft in einem Atemzug mit Feuermalen genannt, sind Blutschwämme. Im Fachjargon heißen sie Hämangiome und es handelt sich dabei um keine Fehl- sondern eine Neubildung von Gefäßen. „Blutschwämme lassen sich mit geschlossenen Augen ertasten, Feuermale nicht", beschreibt Sidoroff den fühlbaren Unterschied. Die zum Teil knotigen Auswüchse bieten mitunter ein eindrucksvolles Bild auf der Haut und sind dabei noch sehr verletzlich.
Auch die Dynamik des Blutschwammes ist eine andere. Während sich ein Naevus flammeus von Anbeginn an als sehr beständig erweist, besitzt das Hämangiom in den ersten Lebensmonaten eine hohe Wachstumstendenz. „Im Normallfall beendet der Blutschwamm mit dem neunten Lebensmonat sein Wachstum und verschwindet danach ganz von alleine wieder", weiß Sidoroff und rät trotz hoher Rückbildungsrate nicht immer zum Abwarten.
Wachstum stoppen
Hämangiome die weiter an Größe zunehmen, zu Blutungen neigen, oder aber eine funktionelle Beeinträchtigung verursachen, weil sie beispielsweise am Auge lokalisiert sind, werden frühzeitig mit einem gepulsten Farbstofflaser behandelt. „Die Therapie verfolgt dabei nicht das Ziel das Hämangiom zu entfernen, sondern vielmehr dem Wachstum etwas entgegenzusetzen. Solange bis die spontane Rückbildung einsetzt", ergänzt der Innsbrucker Experte.
Der Pulslaser findet auch bei Feuermalen seinen Einsatz. Hier ist das therapeutische Ziel jedoch ein anderes, denn Feuermale wachsen, wie erwähnt, nicht. Besonders störende Male will man auf diese Weise zum Abblassen bringen. Der Erfolg der Behandlung hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab und eine Einschätzung im Vorfeld fällt auch Sidoroff schwer: „Feuermale in der Mitte des Gesichtes, an den Armen oder Beinen sind häufig schwierig zu behandeln, während eine Behandlung im Halsbereich bessere Erfolge bringt".
Mit Laser zum Abblassen bringen
Bis zu 50 Lasersitzungen sind mitunter notwendig und mit einem völligen Verschwinden des Feuermales ist trotzdem nicht zu rechnen. Doch auch eine Aufhellung macht bereits einen gravierenden Unterschied. „Wenn sich das Feuermal anschließend mit einem konventionellen Make-up abdecken lässt, dann sind die Patienten oft schon zufrieden", so Sidoroff. Diese Methode zur Abdeckung ist rasch erledigt. Unbehandelte Feuermale lassen sich dagegen oft nur im aufwändigen Zweischichtverfahren mit einem Camouflage-Makeup zum Verschwinden bringen. (derStandard.at, 2011)
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