Kaspersky sieht in Android das "neue Windows"

24. Mai 2011, 08:58
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Mangelnde Updates der Hersteller als größtes Sicherheitsproblem - Rechtesystem greife nicht

Im aktuellen Malware-Report für das erste Quartal des Jahres findet Sicherheitsdienstleister Kaspersky deutliche, aber wenig freundliche Worte für Googles mobiles Betriebssystem Android: Angesichts der aktuellen Situation und der rasch wachsenden Verbreitung könne man Android schon beinahe als das "neue Windows" bezeichnen.

Kritik

Kaspersky sieht die Sicherheitslage rund um Android als recht prekär an: Hauptproblem sei, dass die diversen Hardwarehersteller erhebliche Verzögerungen bei der Auslieferung von Updates haben - wenn sie diese überhaupt liefern. So würden dann bekannte Sicherheitslücken oft monatelang offen stehen, wie ja auch ein Angriff vor einigen Monaten demonstrierte, von dem nur wenige Geräte - vor allem die von Google selbst mit Updates versorgten - nicht betroffen waren.

Sicherheit?

"Kann in dieser Situation denn überhaupt von Sicherheit die Sprache sein" formuliert Kaspersky drastisch in Bezug auf den Umstand, dass laut den Google-eigenen Zahlen 96 Prozent aller aktiven Android-Smartphones noch kein Update auf das Ende vergangenen Jahres veröffentlichte Android 2.3 "Gingerbread" erhalten haben.

Berechtigungen

Als weiteren Schwachpunkt meint man bei dem Antivirensoftwarehersteller das Berechtigungsmodell von Android ausgemacht zu haben, das zwar prinzipiell gut gemeint sei, aber nur von den wenigsten BenutzerInnen bewusst wahrgenommen werde. Die meisten wären mit der Vergabe von solchen Berechtigungen überfordert und würden bei der zugehörigen Warnung einfach blind weiterklicken.

Installation

Ein echtes Problem sieht man zudem in dem Umstand, dass es möglich ist, Programme abseits des Android-Markets zu installieren. So könnten dann etwa VirenautorInnen gezielt die Fernlöschoption von Google - mit der man sonst in Notfällen befallene Geräte reinigen könnten - herauspatchen.

Wachstum

Nicht nur deswegen, sondern auch aufgrund der rasch wachsenden Zahl von Smartphones, geht Kaspersky davon aus, dass die Anzahl der Schädlinge in dieser Geräteklasse im laufenden Jahr erheblich anwachsen wird - man spricht hier von einer Verdopplung. In Relation zum Windows-Umfeld ist dies freilich noch immer relativ wenig. 

Relativ

Angemerkt sei, dass Google zumindest die Update-Problematik künftig aktiv angehen will. Wie man im Rahmen der Google I/O verkündete, arbeitet man mit den großen Herstellern an einer Art Update-Verpflichtung, dank der künftig neue Versionen sowohl zeitnaher als auch zuverlässiger kommen sollen. Als erstes greifbares Ergebnis haben sich dann auch gleich die wichtigsten Hardwareproduzenten dazu verpflichtet, künftig 18 Monate lang die aktuellste Android-Generation als Update auszuliefern. In Fragen Update-Zeitraum gibt es hingegen bisher noch keine Einigung. (red, derStandard.at, 24.05.11)

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