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Alte Bahnhöfe mit neuer Bestimmung

23. Mai 2011, 18:07
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Nach den Großprojekten Westbahnhof und Hauptbahnhof warten bereits neue Flächen auf eine Umgestaltung

Nach den Großprojekten Westbahnhof und Hauptbahnhof warten bereits neue Flächen auf eine Umgestaltung, sagt Claus Stadler, Geschäftsführer von ÖBB Immobilien. So wird beispielsweise der Frachtenbahnhof Wien Nord zum Wohn- und Bürostandort.

Am Westbahnhof steuern Sie das Finale an - im Herbst soll ja eröffnet werden. Hält der Zeitplan?

Claus Stadler: Wir liegen exakt im Zeitplan. Derzeit läuft der Innenausbau der Hotel-, Shop- und Büroflächen sowie die Fertigstellung der Fassade, im Sommer beginnt der Bezug der Shopflächen. Eröffnung ist im November. Die Verpachtung der 17.000 Quadratmeter Shop- und Gastroflächen ist außerordentlich gut gelaufen. 95 Prozent sind verpachtet, bei den restlichen Flächen laufen die finalen Vertragsverhandlungen.

Sie bieten dort auch knapp 13.000 Quadratmeter an Bürofläche zur Vermietung an. Wie läuft die Vorverwertung bislang?

Stadler: Der Markt ist momentan nicht einfach, trotzdem haben wir bereits 30 Prozent der Büroflächen vermietet. Wir bieten mit diesem Standort attraktive Mietpreise, optimale Flächen- und Energieeffizienz und damit eine tolle Alternative zu Prestigelagen. Zudem können wir mit diesem Standort eine der besten Anbindungen an den öffentlichen Verkehr in Wien bieten. Mit den Büroflächen in der Bahnhof City Wien West entwickeln wir einen völlig neuen Standort, deshalb bin ich optimistisch, dass wir bis Jahresende bei der Vermietung noch deutlich zulegen können.

Bis 2014 soll ja auch der Hauptbahnhof vollständig fertiggestellt sein. Ist hier alles "auf Schiene"?

Stadler: Das Projekt Hauptbahnhof Wien läuft auf Hochtouren, die Bauarbeiten für die Bahninfrastruktur und die Verkehrsstation liegen im Zeitplan. Auch das Immobilienprojekt, das in unseren Verantwortungsbereich fällt, geht sehr gut voran. In den kommenden Jahren entsteht auf diesen ehemaligen Bahngründen ein neuer Stadtteil mit insgesamt 5000 Wohnungen rund um einen acht Hektar großen Park sowie ein Geschäfts- und Büroviertel für insgesamt 20.000 Arbeitsplätze. Insgesamt entwickeln und verwerten wir eine Fläche von 59 Hektar. Die Verwertung läuft sehr zufriedenstellend, 60 Prozent der Flächen haben wir schon verkauft. Mit den Verkaufserlösen leisten wir einen wesentlichen Finanzierungsbeitrag zum neuen Wiener Hauptbahnhof.

Sind in den nächsten Jahren noch weitere Großprojekte zu bewerkstelligen?

Stadler: Am ehemaligen Frachtenbahnhof Wien Nord entwickeln wir insgesamt 65 Hektar. Dieses Areal zählt zu den größten und bedeutendsten innerstädtischen Entwicklungszonen Wiens und ist ein Musterbeispiel dafür, welche Bedeutung hochwertige innerstädtische Flächen für die Stadtentwicklung haben. Bis 2025 entstehen dort in mehreren Etappen rund 10.000 Wohnungen, Büros für rund 10.000 Arbeitsplätze, Handels- und Dienstleistungsbetriebe sowie dazugehörige Infrastruktureinrichtungen. Durch die Umgestaltung des Areals rund um den Hauptbahnhof Wien wird in dessen unmittelbarer Nähe an der Landgutgasse / Laxenburger Straße ein weiteres neun Hektar großes Areal für die Stadtentwicklung frei. Der städtebauliche Wettbewerb ist abgeschlossen, derzeit erfolgt die Erstellung des Leitbildes. Voraussichtlich ab 2015 entsteht dort ein neuer Stadtteil mit ausgewogenem Nutzungsmix: rund 1000 Wohnungen, 50.000 Quadratmeter Büro- und Gewerbeflächen, großzügigen Freiräumen sowie Schulcampus und Kindergarten.

Was passiert mit dem Nordwestbahnhof?

Stadler: Der 44 Hektar große Nordwestbahnhof im 20. Bezirk wird derzeit von den ÖBB noch als Frachtenbahnhof genützt. Bis 2025 wird auch dort ein neues Stück Wien entstehen. Es handelt sich hierbei um ein mittel- bis langfristiges Projekt, da die weiteren Planungen abhängig vom Bau des neuen Güterterminals Inzersdorf sind. Außerhalb von Wien entwickeln wir in Linz das ehemalige Lilo-Areal. In Salzburg, nahe des Bahnhofs an der Rainerstraße, wurde das Bieterverfahren für eine zentral gelegene Entwicklungsfläche eben erst erfolgreich finalisiert.

Die ÖBB benötigt aktuell 400 Millionen Euro zur Sanierung der Güterverkehrssparte Rail Cargo Austria, die sie von der Republik fordert. Das Unternehmen besitzt ja 200 Millionen Quadratmeter Liegenschaften. Stehen Immobilienverkäufe auf dem Plan, um den Unternehmensbereich wieder auf Vordermann zu bringen?

Stadler: Eine Klarstellung vorweg: Der Großteil der 200 Millionen Quadratmeter Liegenschaften sind für den ÖBB-Konzern betriebsnotwendig und daher nicht verwertbar. Sämtliche Flächen sind im Besitz der ÖBB-Infrastruktur, gemeinsam mit unserer Muttergesellschaft wurde für die nicht betriebsnotwendigen Liegenschaften eine langfristige Entwicklungs- und Verwertungsstrategie entwickelt. Wir werden daher etappenweise in marktverträglichen Tranchen Flächen verwerten und damit einen wesentlichen Beitrag zur Finanzierung der Infrastruktur leisten. Unser erklärtes Ziel ist, mit den uns zur Verfügung stehenden Grundreserven verantwortungsvoll, professionell, zukunfts- und gewinnorientiert zu wirtschaften. Davon profitieren der ÖBB-Konzern und damit letztlich auch die Steuerzahler.

  • Im Herbst soll das Großprojekt Westbahnhof abgeschlossen sein. Die Shopflächen sind bereits fast vollständig vermietet, die Büroflächen zu 30 Prozent verwertet. Derzeit wird noch am Innenausbau gearbeitet und die Fassade fertiggestellt.

    Im Herbst soll das Großprojekt Westbahnhof abgeschlossen sein. Die Shopflächen sind bereits fast vollständig vermietet, die Büroflächen zu 30 Prozent verwertet. Derzeit wird noch am Innenausbau gearbeitet und die Fassade fertiggestellt.

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