Streit um Ungarns Rolle im Holocaust

Kathrin Lauer aus Budapest, 23. Mai 2011, 17:02

In Budapest wurde der Direktor des Holocaust-Zentrums entlassen - Dies nährt bei Kritikern der rechtsnationalen Regierung den Verdacht, dass Ungarns Rolle bei der Vernichtung der Juden minimalisiert werden soll

Nachdem die rechtsnationale Fidesz-Regierung Ungarn eine neue Verfassung gegeben hat, geht sie jetzt offenbar daran, den Holocaust umzudeuten, wohl im Geist des "nationalen Glaubensbekenntnisses", der Grundgesetz-Präambel. Ein Schritt in diese Richtung ist die Entlassung von László Harsanyi, Direktor des Budapester Holocaust-Zentrums für Dokumentation und Erinnerung (HDKE). Harsanyi musste gehen, nachdem er sich geweigert hatte, die ständige Ausstellung des HDKE nach Anweisung des zuständigen Staatssekretärs András Levente Gál zu ändern.

Gál hatte verlangt, dass der Horthy-Aspekt in der Ausstellung anders dargestellt werde. Denn es gebe "keinen kausalen Zusammenhang" zwischen dem Einmarsch der Ungarn in die Nachbarländer und der dortigen Judenverfolgung, sagte Gal in einem Interview, das im Internetportal der Regierung erschien. In der Schau sind Videos zu sehen, die ungarische Truppen unter anderem in der Slowakei zeigen, in einem davon tritt auch Horthy auf. Es geht Gál offenbar darum, die ungarische Mittäterschaft im Holocaust zumindest zu minimalisieren.

Reichsverweser Miklós Horthy (1868-1957) war während seiner Regentschaft (1920-1944) zunächst mit Nazi-Deutschland verbündet. Im März 1944 wurde Ungarn von deutschen Truppen besetzt, im Mai begann die Deportation der ungarischen Juden. Mit betroffen waren auch Juden aus den Nachbarländern Rumänien, Slowakei und Ukraine, weil Ungarn Teile dieser Länder nach den Wiener Schiedssprüchen von 1938/1940 auf Betreiben Hitlers zurückbekommen hatte. Es waren Teile der Gebiete, die Ungarn nach dem Trianon-Vertrag 1920 verloren hatte. Die dortige Judenverfolgung, wie auch jene in Kern-Ungarn, wäre ohne Mithilfe des Horthy-Regimes undenkbar gewesen.

200.000 Helfer der Nazis

Laut HDKE haben etwa 200.000 Ungarn - von Polizisten, Soldaten und Eisenbahnern bis hin zu ärztlichem Personal - den Nazis Beihilfe geleistet. Die SS wäre personell gar nicht in der Lage gewesen, binnen sieben Wochen ohne ungarische Hilfe fast 450.000 Juden in die Wagons nach Auschwitz zu treiben. Etwa 550.000 ungarische Juden wurden von deutschen und ungarischen Nazis ermordet.

Neben der Geschichtsdeutung geht es bei der Fidesz-Übernahme der Macht über das HDKE möglicherweise um viel Geld. Denn dem Holocaust-Zentrum wurden jüngst die Recherchen zu möglichen Rückgabeansprüchen jüdischen Vermögens übertragen, das die ungarischen Nazis enteignet hatten. Auch diese Recherchen will Fidesz nun offenbar kontrollieren. Seit Gründung des HDKE 2006 ist der Staat maßgeblich an der Stiftung beteiligt, die das Zentrum betreibt. Dies war als politisches Signal gedacht, dass die Aufarbeitung des Holocaust Sache aller Ungarn ist, nicht nur der Juden.

Dies kann nun eine Bumerang-Wirkung haben. HDKE-Stiftungsratsvorsitzender ist György Haraszti, Professor am Budapester Rabbinerseminar. Es gilt als nicht ausgeschlossen, dass Haraszti sich in der Geschichtsdeutung der Fidesz-Linie anpasst. Als wahrscheinlicher Nachfolger des entlassenen Harsanyi gilt der Historiker Szabolcs Szita, der keinen schlechten Ruf hat. Ob das so bleibt, hängt von der neuen Holocaust-Ausstellung ab, die wahrscheinlich im Herbst eröffnet wird. (Kathrin Lauer aus Budapest, STANDARD-Printausgabe, 24.5.2011)

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Mein Grossvater hiess Israel Blank
00
26.6.2011, 08:59
Nirgemds auch nur eine NOtiz, wer war er, und was er

er getan hat : R. Kasztner

Alexander Patjomkin
10
30.5.2011, 21:50
Ich glaube, der Knochen ist bereits abgenagt.

Jeder hat sein Wissen oder Unwissen aus Geschichte unter Beweis gestellt. Teilweise schuldig ist natürlich auch das Schulsystem, aber man kann sich trotzdem aus eigene Initiative informieren und nachdenken.
Ich glaube, der Hr. Omar Chamra, obwohl er gewisse Fortschritte gemacht hat, sollte sitzenbleiben.
Seine Mitläufer würde ich nicht so streng sehen.

Fritz Wunderlich
00

sitzenbleiben?
damit er mit ihnen die schulbank drückt?

Bagolyvár
20
30.5.2011, 10:17
Nicht vergessen!

Beide Epidemien, die in der französischen Revolution wurzeln und sich auch darauf berufen, egal ob sie das eigene „Herrenvolk“ bevorzugten oder ob sie sich gegen alle richteten führten zur selben Ergebnis: Millionen von Opfern. Zum Vollzug brauchten sie aber bereitwillige Mitläufer, wie Paul Lendvai, der Kämpfer gegen die Sozial d e m o k r a t i s c h e Partei Ungarns mit AVO Vergangenheit.
Siehe: http://derstandard.at/129781820... -in-Ungarn

Fritz Wunderlich
00

millionen von opfern?
sie meinen den von ungarisch-österreichischen teppen losgetretenen wk1?

Bagolyvár
00
Fritz Wunderlich, mein Liebling, schon lange nicht gehört!

Nein, mein Lieber, nicht ablenken, gemeint sind National- und Internationalsozialismus, letzterer in seiner Extremform: Kommunismus. Diesem hat Lendvai als „eiserne Faust der Arbeiterklasse“ ergebenst gedient.

Was WKI. angeht: Schlagwörter kennen Sie, die Geschichte aber kaum.

omar chamra
00
30.5.2011, 22:34
Warum nur die franzözische Revolution, gehen Sie doch

gleich zurück zur Inquisition und Hexenverbrennung.
Übrigens bevor die Franzosen ihren König hinrichteten, taten das die Englaender mit ihrem König.

Bagolyvár
10
Na sehr einfach,

weil Sie sich beide auf die französische Revolution berufen und nicht auf die Inquisition.

florian albert
21
29.5.2011, 20:30
Ungarn ist schuld

Auschwitz war in Ungarn, auf dem Heldenplatz jubelten 1938 1 Mio. Magyaren, Hitler wurde in Budapest geboren usw. Dagegen war Österreich ein Opfer und alle Österreicher fühlen sich zu recht dazu berufen, über Ungarn zu urteilen.

omar chamra
13
30.5.2011, 18:53
Ihre Ironie zeugt von Mangel an Intelligenz

Österreich als Staat war wirklich ein Opfer des Nationalsozialismus, nicht die österreichische Gesellschaft, diese hat die Lehren aus der Wahl von Kurt Waldheim und der schwarz-blauen Koalition gezogen, obwohl es noch immer zu viel F Waehler gibt. In Medien die den österreichischen Regierungsparteien nahe stehen findet man in der Regel weder Rassismus noch Antisemitismus. Nicht so in Ungarn. Und in Österreich hat die F bei Hochschulwahlen 3% erhalten, waehrend in Ungarn an den Hochschulen die Rechten und extrem Rechten die Mehrheit bilden.
Auch marschieren bei uns nicht National-Sozialisten als "Bürgerwehren", wohl aber in Ungarn.

Ed Sackbauer
00
26.6.2011, 10:17

In Ö bekommen die Effen bald 30+%.
In Ungarn weit unter 20.

Der Zwersch
00

Falsch, die Effen stellen in Ungarn die Regierung.

omar chamra
01
29.5.2011, 10:53
Hier bringen doch einige das Argument, weil es auch anderswo

in Europa Antisemitismus gab, dürfen doch die ungarischen nationa-sozialisten noch 2o11 ungestraft Hitler feiern am 2o.4.2o11
http://nemzeti1.hu/index.php... tch&id=314
Die letzten Sequenzen sind voll des Lobes für Adolf Hitler.
Kein Wunder hier wollen einige Poster Horthy und die Naziverbrecher rehabilitieren

Bagolyvár
10

1. Schauen sie immer solche obskuren Seiten an?
Sie kommen mir vor wie ein Pornojäger, die sich dann über das Gesehene alteriert. Schonen sie ihre Nerven und verbreiten sie nicht solche Seiten. Manche Krankheiten sind übertragbar.
2. Ich glaube nicht, das irgendeiner der hier Postenden irgendetwas mit der Seite zu tun hat, bringen sie also niemanden damit in Verbindung.
3. Wer wollte hier einen Naziverbrecher rehabilitieren?
4. Horthy kann man nicht rehabilitieren, er ist nie verurteilt gewesen.
Wie gewöhnlich,keine Beweise aber wieder nur Bla,bla.

Alexander Patjomkin
00
30.5.2011, 20:23
horthy braucht man nicht rehabilitieren..

Er wurde nie verurteilt. Sagen Sie mal, lesen Sie überhaupt die Postings anderer oder schreiben sie nur so wie ein Blinder?

omar chamra
00
30.5.2011, 22:32
Rehabilitieren meinte ich natürlich nicht im juristischen Sinn

Horthy ist mitverantwortlich, für den Eintritt Ungarns in den Krieg gegen die Sowjetunion, obwohl dieses Land keinen cm ehemals ungarischen Boden okkupierte, er ist mitverantwortlich für die Deportation mehr als halber Million ungarischer Staatsbürger.
Auch wenn heute Orban versucht, das Rad der Geschichte zurückzudrehen, wird das nicht gelingen.

Bagolyvár
00
29.5.2011, 21:15
Weitere Bla,bla!

Wo haben Sie hier diese Behauptung gelesen und wer hat wo diese Argument verwendet? Zittieren Sie es doch!

Ewald Schubart
10
27.5.2011, 09:48
Kotschisch, der Ahnungslose !

Kotschisch schreibt :

"In Wien ist es der 2. - und wieso dort? Die meisten lebten im 9."
Er kennt sich nicht einmal in Wien aus und trotzdem
wagter es über Ungarn zu posten !

Sandor Kocsis
00
27.5.2011, 16:15

A propos "Ahnungslosigkeit": Sie schaffen es immer noch nicht auf "antworten" zu drücken?

Und btw. ich ignoriere Ihre eindeutig zweideutige raxistischen Bemerkungen - ihre Tiefe disqualifiziert sie ja selber. Da Sie zu feig sind, es offen auszusprechen, sehe ich keinen Anlass darauf einzugehen. Sie weigern sich ja wiederholt endlich Tacheles zu reden.

Sandor Kocsis
00
27.5.2011, 16:12

Sie schrieben: "II." das ist bei uns, hier in Wien, seit spätestens den 90ern nicht mehr üblich. Es ist der "2." - damit die Menschen in diesem Forum Sie grundsätzlich verstehen.

Aber, im 2. lebten 1938 gar nicht die meisten jüdischen Mitbewohner/innen wie manch Ahnungszuhabenglaubende denken mag. Im 9. gab es mehr. So nun müssen Sie vermutlich auch noch nachschauen, wo denn der ist. Aber um genauer zu sein: iinnerhalb des 9. das Servitenviertel - paradox, nach einer katholischen Kartause benannt - und dort finden Sie auch noch heute den größten Friedhof.

Sie dachten, weil es im 18. Jahrhundert das Ghetto war, müssten Mitte des 20. Jahrhunderts noch alle dort leben...

Ewald Schubart
20
26.5.2011, 12:44
an die " St.Stephan Park Fraktion "

Hat Orbán im Jahre 1938 die " Heldenplatz"-Meeting
organisiert ?

Sandor Kocsis
00
30.5.2011, 12:04

zum Unterschied Österreich ggü Ungarn, und die gelungene Aufarbeitung: stellen Sie sich vor: hier, gab es parallel zum von der ÖVP organisierten Stadtfest ein jüdisches Straßenfest, und die Besucher/innen dachten es wäre Teil eines Ganzen - und haben nicht nach dem St. Stephans Park gesucht!

globetrottel
01
26.5.2011, 21:40

Wie immer bei Ihnen (leider, ich verwende sonst das Wort "immer" ungern) : Irrelevant, unsachlich, klassisch primitiv-rechts : Wenn Du oder die von Dir Unterstützten angeriffen wirst/werden, geh nicht darauf ein, sondern greife irgend jemand anderen an....

Sandor Kocsis
00
26.5.2011, 14:50

Noch einmal die Bitte an Sie, Ihre, wie Sie versehentlich meinen, spitze Ironie für die werten deutschsprachigen Forenbesuchern zu präzisieren.

Ewald Schubart
10
26.5.2011, 10:27
Kotschisch lernen sie Geschichte !

Patyomkin hat vollkommen Recht !
Als noch Studenten sind wir im II.-ten Hieb Meinungs
umfragen gemacht.Die Enwohner ganzen Strassenzüge wohnten in ehemaligen jüdischen
Wohnungen.
Unsere Frage war : " Was würden sie tun, wenn
die rechtsmässige Besitzer zurückkämen ?"
Kotschisch bilde dich, Du bist nicht " duellfähig "!

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