Aktuelle Studie

Steigender Meerespiegel bedroht Australiens Küstenstädte

29. Mai 2011, 11:49

Report "The Critical Decade" befürchtet Zuwachs um bis zu einen Meter innerhalb eines Jahrhunderts

Sydney - Neuere Berechnungen haben zuletzt den prognostizierten Anstieg des Meeresspiegels durch die globale Erwärmung gegenüber früheren Modellen empfindlich nach oben korrigieren müssen. Zu ähnlich düsteren Ergebnissen kommt nun auch eine Studie der Klimakommission der australischen Regierung: Dem Report mit dem Titel "The Critical Decade" zufolge könnte der Meeresspiegel innerhalb eines Jahrhunderts um bis zu einen Meter steigen.

Dadurch nehme die Gefahr verheerender Überschwemmungen zu, heißt es in dem am Montag veröffentlichten Bericht. Bereits durch einen Anstieg des Meeresspiegels um einen halben Meter erhöhe sich das Risiko extremer Fluten in den australischen Küstenstädten wie Sydney oder Melbourne.

Häufigere Katastrophen

Es sei davon auszugehen, dass der Anstieg des Meeresspiegels weltweit bis zum Jahr 2100 einen halben bis einen Meter im Vergleich zum Jahr 1990 betragen werde, erklärte Studienautor Will Steffen. In einigen Fällen könnten Katastrophen, wie sie derzeit nur etwa alle hundert Jahre vorkämen, dann jedes Jahr eintreten. Die jüngsten weltweit gesammelten Klimadaten zeigten, dass die Treibhausgasemissionen durch die Industrie für steigende Temperaturen, sich erwärmende Ozeane und steigende Wasserpegel verantwortlich seien. Es gebe keinen Zweifel mehr an der Erderwärmung.

Der Vorsitzende der Klimakommission, Tim Flannery, sagte, es werde von Jahr zu Jahr offensichtlicher, dass die Menschen das Klima veränderten. Dies sei besonders sichtbar in Australien, wo der Meeresspiegel bereits entsprechend der Vorhersagen gestiegen sei und es in einigen Gegenden deutlich weniger regne. "Dies ist das Jahrzehnt, in dem wir handeln müssen", forderte Flannery. Erst im Dezember und Jänner war der Nordosten Australiens von verheerenden Überschwemmungen heimgesucht worden. (red/APA)


Link
Australien Climate Commission: The Critical Decade

Kommentar posten
23 Postings
meine güte1
21
30.5.2011, 04:30
Ersuhe die Wissenschaftsredaktion des Standards

um nähere Angaben, wann denn endlich der Weltuntergang stattfindet.

Searles
 
10
30.5.2011, 14:21

Weltuntergang? In afaik 300 - 500 Mio Jahren, aber das hat jetzt nichts mit dem Klimawandel und seinen Folgen in den naechsten 100 Jahren zu tun.

meine güte1
00
30.5.2011, 14:47
Ich schätze einmal,

die Folgen werden ähnlich sein wie früher, als die Temperaturen um den gleichen Betrag stiegen.

Searles
 
00
30.5.2011, 15:12

Wann stiegen die Temperaturen um den gleichen Betrag (und ev auch im selben Zeitraum)? Wieviele Menschen lebten damals z.B. in kuestennahen und damit von Springfluten betroffenen Gebieten? Wie hoch waren die Auswirkungen solcher Katastrophen damals auf das BIP (in % bitte)?

meine güte1
00
30.5.2011, 20:18
Wann die Temperaturen um diesen Betrag stiegen?

So etwa vor 125.000 Jahren - rekonstruiert aus dem Vostok Eisbohrkern.

Unsere Vorfahren haben es geschafft, sich mit der Klimaveränderung zu arrangieren. Wie hoch das BIP damals war, entzieht sich meiner Kenntnis.

Searles
 
00
30.5.2011, 20:23

"Unsere Vorfahren haben es geschafft, sich mit der Klimaveränderung zu arrangieren." Wir werden uns auch arrangieren koennen, aber das arrangieren ist etwas leichter, wenn die Temperatur nicht allzustark steigt.

meine güte1
00
30.5.2011, 20:43
Natürlich ist alles einfacher, wenn sich nichts ändert.

Nur ändert sich eben alles ständig - das ist fast ein konstitutives Merkmal unserer Welt.

Searles
 
00
30.5.2011, 20:54
Jetzt wirds esoterisch...

Also ist es positiv, dass der Mensch es in der Hand hat, das Klima zu beeinflussen, und anstatt fuer weitgehend gleichbleibende Verhaeltnisse zu sorgen, moeglichst viel CO2 emittiert, damit sich moeglichst viel aendert?

SterzinOz
00
30.5.2011, 01:27
Leider trägt Australien in unverhältnismäßig hohem Ausmaß

zur Klimaveränderung bei. Nicht nur ist der Verbrauch fossiler Brennstoffe pro Kopf einer der höchsten der Welt (und vor allem derjenige der heimischen Kohle), Australien exportiert auch seine Kohle und damit CO2-Ausstoß vor allem in Schwellenländer wie China und Indien, also Länder, die durch steinzeitliche Energietechnologie besonders viel Dreck bei der Kohleverbrennung erzeugen. Und die Bergbaulobby hat dafür gesorgt, dass der einigermaßen umweltbewusste Oppositionsführer Malcolm Turnbull 2009 im Rahmen eines innerparteilichen Putsches durch den klima-ignoranten Betonkopf Tony Abbott ersetzt wurde, der es der Labor-Minderheitsregierung so schwer wie möglich machen wird, einen Preis für CO2-Emissionen festzusetzen.

Hermann Weiler
00
30.5.2011, 05:32
Wir machen es im Endeffekt genauso wie die Australier

Die energieintensive Rohstoffindustrie wird in Drittweltländer ausgelagert, damit wir uns auf die Schulter klopfen behaupten können, wir hätten die CO2-Emissionen reduziert und etwas für das Klima getan. Das ist auch der Grund, warum unsere Seen und Flüsse sauberer sind als je zuvor, dafür sind sie in Asien schmutziger denn je.

Topfenbaby
10
29.5.2011, 21:56
Gegen den steigenden Meeresspiegel helfen sicher h

Topfenbaby
10
29.5.2011, 22:08
...öhere Steuern

Searles
 
10
29.5.2011, 22:53

Was gegen steigenden Meeresspiegel hilft, ist, weniger globale Erwaermung, und das erreicht man durch weniger CO2-Ausstoss.

Nachdem der Grossteil der Welt marktwirtschaft organisiert ist (tw. allerdings in pervertierter Ausfuehrung), ist eine entsprechende Lenkung ueber hoehere Preise fuer hoeheren CO2-Ausstoss durchaus eine logische, der aktuellen Wirtschaftsstruktur entsprechende Loesung.

Topfenbaby
10
30.5.2011, 04:24
Um wieviel ist die weltweite CO2-Emission durch die Verteuerung zurückgegangen?

Gar nicht?

Na sowas aber auch!

Wenn Sie das Atmen besteuern wollen, dann wird eben alles teurer, weniger atmen werden die Menschen aber nicht.

Alex79
00
30.5.2011, 11:28

Weltweit vielleicht noch nicht aber dort wo investiert wird sind die Emissionen auch zurueckgegangen.

In Deutschland zum Beispiel. Die stehen wirklich gut da wenn sie in kurzer Zeit unabhaengig sind von den Oeldiktaturen in Nordafrika und im mittleren Osten.

Topfenbaby
00
30.5.2011, 14:38
Träumen Sie weiter

D. hat große Teile der CO2-intensiven Industrie ausgelagert (Kohleabbau usw). Das wird jetzt anderorts erledigt und bringt dem Planeten genau nichts.

Zweitens ist der Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtbruttostromverbrauch nur 15%, und das obwohl querfinanziert und gefördert wurde, was das Zeug hält. Will man diesen Anteil erhöhen, was beileibe nicht einfach ist (wo soll man noch Windräder aufstellen?), dann wird der Strom noch teurer als er eh schon ist.

Und drittens: Sie können -zig Terrawatt an Kapazitäten von Wind- und Sonnenenergie installieren, nur, ohne Wind und Sonne kein Strom. Das ist das Problem.

Alex79
00
30.5.2011, 15:09

Der Anteil an erneuerbaren in Deutchland ist mitlerweile 17%, Tendenz schnell steigend. Der Anstieg von 6% auf 17% wurde in nur 10 Jahren mit moderaten finanziellen Anstrengungen erreicht. Prognosen zufolge kann Deutschland diesen Anteil in weiteren 10 Jahren auf 30-40% steigern.

Sie sehen also: waerhend Sie hier voellig grundlos jammern tun andere schon laengst was. Sind Sie etwa der Meinung, dass fossile Energietraeger erneuerbaren vorzuziehen sind?

Topfenbaby
01
30.5.2011, 20:38
Mir hat noch niemand erklären können,

wie man eine Basisversorgung (also 24h/Tag) regeltechnisch hinkriegt ohne dass ständig kalorische Kraftwerke im Teillastbereich mitlaufen.

Strom muss im selben Moment erzeugt werden, wo er verbraucht wird. Kommt es zu einem Mißverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage, ändert sich die Netzfrequenz.

Jetzt stellen wir uns einmal vor, was passiert, wenn in der Nordsee auf einmal eine kräftige Brise aufkommt und 200 Windräder zu je 3 MW auf einmal Strom lieferen.

Und dann überlegen wir uns, wenn wir nicht 200, sondern 2000 solcher Windräder haben. Wie soll das Mehr oder das Weniger kompensiert werden?

Bitte nicht mit dem Argument kommen, irgendwo bläst immer ein Wind.

Alex79
00
30.5.2011, 20:48

Dieses Argument hoer ich immer wieder.

Das wird erst dann ein echtes Problem wenn wir 100% erneuerbare erreichen und bis dahin gibt es laengst effiziente Speicher (so wie etwa Salzspeicher bei Solarkraftanlagen).

Es gibt dann noch jede Menge andere Massnahmen, wie zB Smart Grids, die flexiblere Tarife erlauben. Dann kann Strom zu Spitzenzeiten etwa mehr kosten als zu Zeiten niedrigen Bedarfs. Momentan haben wir die bizarre Situation dass das gesamte Strom und Kraftwerksnetz auf eine Stunde Spitzenlast ueberdimensioniert wird nur weil als Gesellschaft zu bloed sind, unsere taeglichen Gewohnheiten besser ueber den Tag zu verteilen.

Topfenbaby
01
30.5.2011, 22:05
Das Problem haben Sie nicht erst ab einem Anteil von 100% erneuerbarer Energie,

sondern dieses Problem existiert bereits jetzt.

Überlegen Sie einmall, warum man nicht ersatzlos ein kalorische Kraftwerk mit 1500 MW einfach abschalten kann, wenn man 500 Windräder zu je 3 MW installiert hat. Der Grund ist trivial.

Und was die nicht vorhandenen Zukunftstechnologien betrifft, so erinnere ich mich lebhaft an die AKW-Debatte der 70-iger Jahre, in der uns vollmundig versprochen wurde, dass das Problem der Endlagerung in den kommenden Jahrzehnten gelöst werden wird. Inzwischen sind zwar ein paar Gaus passiert, die sich statistisch erst in ein paar Tausend Jahren ereignen hätten sollen, an der Endlagerung kiefeln wir aber nach wie vor herum.

Alex79
00
30.5.2011, 23:01

Wie hat dann Deutschland den Anteil an erneuerbaren Energien auf 17% steigern koennen? Laut Ihrer Argumentation waere das auch schon unmoeglich. Loesungen existieren, sind halt nur momentan nicht billig. Aber alle Projektionen gehen davon aus dass wir bis 2050 im Prinzip 100% erneuerbare erreichen koennen, evt. ergaenzt durch kleine und flexible Gaskraftwerke.

Das Problem der Endlagerung ist technisch sehr wohl geloest aber politisch schwer umsetzbar.

Topfenbaby
01
31.5.2011, 07:01
Wie das geht?

Zu den Windrädern laufen kalorische Kraftwerke sozusagen im Standby-Modus mit, um im Falle des Falles (Windstille) Strom produzieren zu können.

Indem der Windstrom bevorrangt wird, hat das absurde Konsequenzen. Bei Wind sind die kalorischen Kraftwerke gezwungen, im sehr unwirtschaftlichen Teillastbereich zu arbeiten. Die Frage ist, wofür ich dann die Windräder brauche, wenn die kalorischen Kraftwerke ohnehin laufen und Strom produzieren könnten.

Wenn man den Anteil von Windkraft erhöht und den von Windkraft erhöht, hat man irgendwann ein grobes regeltechnisches Problem, auf dessen Lösung ich sehr gespannt warte.

Alex79
10
31.5.2011, 08:26

Sie brauchen Sie weill die kalorischen Kraftwerke im "Standby" keine fossilen Brennstoffe verheizen muessen. Diese Funktion kann, wie gesagt, in Zukunft von kleinen und flexiblen Gaskraftwerken mit wenig CO2 Ausstoss uebernommen werden.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.