Überreste von Ex-Präsident Allende werden exhumiert

23. Mai 2011, 10:08
  • Salvador Allende auf einem Archivbild.
    foto: reuters/stringer/files

    Salvador Allende auf einem Archivbild.

In Chile wird nun erstmals offziell untersucht, wie Präsident Salavdor Allende während des Putsches 1973 ums Leben kam

Santiago/Wien - Am Montag wurden am Zentralfriedhof von Santiago die menschlichen Überreste exhumiert, die sich im Sarg des 1973 zu Tode gekommenen chilenischen Expräsidenten Salvador Allende befanden. Auf Anordnung des Richters Mario Carroza werden Gerichtsmediziner zunächst die Identität exakt feststellen, die DNA analysieren sowie das Gebiss untersuchen.

Bisher waren zwei Beerdigungen und verschiedene Identifizierungsversuche irregulär verlaufen. Am 11. September 1973 hatten die Anführer des Militäraufstands eiligst die Mordkommission zur Erstellung eines Berichts über den Tod Allendes sowie zur Durchführung einer Autopsie beauftragt. Die dabei verfassten Dokumente wurden später wegen verschiedener Widersprüche kritisiert. Jetzt sollen nach der Exhumierung Fragen über Allendes Todesursache beantwortet werden: War es ein einfacher Selbstmord? Gab es dazu Beihilfe - oder war es eine Erschießung?

Heimliches Begräbnis

Am Nachmittag des 11. September 1973 trugen drei Soldaten und einige Feuerwehrleute aus dem Regierungspalast La Moneda ein schweres Bündel heraus, das in eine gemusterte, von einem Kunsthandwerker gewebte Decke gewickelt war, die Allende als Geburtstagsgeschenk erhalten hatte. Das Bündel wurde in eine Ambulanz ins Militärspital gebracht. Als Allendes Witwe Hortensia Bussi und sein Neffe Eduardo Grove Allende am nächsten Tag im Spital erschienen, wurden sie zum Flughafen Los Cerrillos umdirigiert. Der Sarg, der versiegelt war, kam in eine DC-3 der Luftstreitkräfte.

Von einer küstennahen Militärbasis fuhren sie im Konvoi zum Santa-Inés-Friedhof des Seebades Viña del Mar. Beim Mausoleum der Familie Grove Allende warteten etliche Militärs, die Hortensia Bussi kühl begrüßte. "Sie sollten mich nicht weinen sehen", sagte sie später.

Die Witwe bestand darauf, den Toten noch einmal sehen zu dürfen. Der Deckel wurde angehoben, aber sie erkannte nur ein Leintuch.

17 Jahre später ordnete der demokratisch gewählte Präsident Patricio Aylwin ein zweites, dieses Mal offizielles Begräbnis Allendes an. Am 17. August 1990 kam es in Viña del Mar zu einer symbolischen Identifizierung Allendes durch den Arzt Arturo Jirón, der während des Putsches 1973 an seiner Seite geblieben war. Nun drang er, beim Licht von Laternen und Taschenlampen, ins Mausoleum ein. "Ich erkannte seinen Pullover und sein Tweed-Sakko - sein Schädel war zertrümmert", sagte Jirón 2007 dem Autor dieser Zeilen.

Nach dieser zweifelhaften Identitätsfeststellung wurde der Leichnam rasch und ohne Aufsehen - Pinochet war noch Heereschef - nach Santiago gebracht. Dort gab es für den Expräsidenten - ein Freimaurer und möglicher Selbstmörder - eine Zeremonie in der Kathedrale, ehe er ins Familiengrab am Cementerio General überführt wurde. (Eduardo Labarca, STANDARD-Printausgabe, 24.5.2011)

Der Autor Eduardo Labarca ist Schriftsteller ("Der köstliche Leichnam", Drava-Verlag, Klagenfurt), der in Santiago und Wien lebt, verfasste eine erfolgreiche Allende-Biografie. Deutsch von Erhard Stackl.

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Der Hitler/Kissinger Vergleich ist hochgradig schwachssinnig!

Das, was Hitler ausmacht, ist die Vernichtung von 6 Mio Juden, vielleicht auch noch das Sterben lassen von 3 Mio russischen Kriegsgefangenen, aber nicht der Beginn eines Krieges.
Viele Kriege wurden begonnen. Der 2.Weltkrieg sogar von England/Frankreich.

Nur weil Kissinger auch ein paar Kriege angezettelt, macht ihn das noch nicht zu einem Hitler. Nach der Definition gäbe es nur Hitlers.

Diese Hitler Gleichsetzungen sind ein wahres Ekel!

Hier ist wiedermal ein klarer beweis...

wie bloed man sein muss ein politiker zuwerden.

Wo ist hier die "priority"? oder ist dass die einzige
arbeit(totengraeber),zu vergeben ?

Asoooo..."die brauchen mehr grauslige bilder fuer die hollywoods supershow "bones".

und nach dieser brillianten Analyse wenden wir uns dann wieder der Untersuchung des Turiner Grabtuches zu.

Auch die Zähne Ramses II untersuchen wir weiter, weil die Welt umbedingt wissen will, ob er wirklich Athritis hatte.

Und ob Napoleon vergiftet wurde oder nicht - die Welt muß es wissen.

Aber wie Allende tatsächlich gestorben ist, das ist natürlich keiner Untersuchung wert, weil das ist ja schon so lange her.

Kann es sein, daß Sie aus anderen Gründen eine Beschäftigung mit dem Thema Allende/Pinochet vermeiden wollen?

Angenommen, es wird Selbstmord festgestellt?

würde das denn wirklich etwas ändern?

Man kann einen Menschen auch umbringen, indem man ihn in den Selbstmord treibt. Was, glauben Sie, htten die Pinochet- Schergen mit Allende gemacht, wenn sie ihn lebend bekommen hätten? Im Estadio Nacional zu Tode gefoltert, vor den Augen seiner verschreckten und nicht weniger gequälten AnhängerInnen. Ich denke, er wusste das auch.
Ich habe dafür schon rote Stricherl bekommen, aber das macht nichts. Ich werte das als Bestätigung- und ich mag die Farbe rot ;-)
Allende möge in Frieden ruhen, doch es mögen andere sein Werk fortsetzen.

Sehe ich genauso. Vom Militärregime wurde ja immer hämisch behauptet , Allende habe sich aus Feigheit umgebracht, aber egal, ob aus Angst oder, um nicht in einem Scheinprozeß vorgeführt zu werden: Die Schuld an seinem Tod liegt zu 100% bei den Militärs. Egal, wer den Finger am Abzug hatte.

(Sehr sympathisch übrigens, deine Einstellung zur roten Farbe. Von mir kriegst du aber trotzdem grün... ;)

danke!

zurück ;-)

Amerika findet immer einen fadenscheinigen grund sich in andere Länder einzumischen!!!
Battista-Castro, Hussein-Iran, Bin Laden-Russland,
Afghanistan, Cuba, Chile, Nicaragua, Irak,Somalia, Persien, Vietnam, Korea, .......................

wie wärs mal zur abwechslung mit dem EIGENEN?????
gäbs genug zu tun!!!!!!

es ist eigentlich unerheblich, wer geschossen hat

Allende wurde so und so ermordet. Man kann auch jemanden umbringen, indem man ihn in den Selbstmord treibt. Allende wusste ziemlich sicher, was ihn erwarten würde, wenn die Schergen Pinochets seiner habhaft geworden wären. Mit ziemlicher Sicherheit hätten diese ihn "genüsslich" vor den Augen seiner verschreckten und nicht minder gepeinigten AnhängerInnen im Estadio Nacional (heute nach dem ebenfalls dort gefolterten und ermordeten Dichter- Estadio Victor Jara) zutode gefoltert.

ich glaube diesen mördern und ihren hintermännern

und auch deren nachkommen, kann der spiegel des verbrechens nicht oft genug hingehalten werden,
man kann auch vor hitleranhängern nicht oft genug dessen verbrecherisches verhalten vorbringen, besonders in den letzten tagen wo sich diese mörderclique von 14jährigen kindern verteidigen liessen, wer zu "feige" war wurde von den SS-schergen abgeknallt, und viele dieser mörder tauchten unter und versuchten ihrer bestrafung zu entgehen

natürlich war

victor jara in gewisser weise auch ein poet, aber in erster linie war er ein politischer liedermacher/musiker.

deswegen muss er umgebracht werden,

sie sind ganz einfach ein rass*st

was sich ja nicht widerspricht

siehe auch zB Dario Fo für den Bereich des Theaters

Kissinger wurde noch immer nicht verurteilt.

Der Putsch wurde von den USA unterstützt. Wieso werden die Instigatoren nicht lebenslang weggesperrt? Im Gegenteil erhalten sie sogar den (hust hust) "Friedensnobelpreis".

Hitler hätte den auch noch erhalten ...

"unterstützt" ist das falsche Wort

eher "organisiert"

Zwischen Hitler und Kissinger diesbezüglich einen Vergleich herzustellen, kann nur einem recht extremen Gehirn einfallen.

kissinger ist ein massenmörder ...

südarmerika, vietnam etc ...

An die Rotstrichler: Ihr tuts mir leid. Wer ernsthaft Kissinger mit Hitler vergleicht, gehört in die Psychiatrie. Oder, im Falle von Wiederbetätigung, ins Gefängnis.

Es ist extrem, aber im Kern hat er recht.

Wenn Beihilfe zum Mord genauso schwer wiegt wie Mord selbst, ist der Mann ein Massenmörder

Kissinger leistete Beihilfe zum mehr als 1000fachen Mord, dennoch ist er mit Hitler nicht zu vergleichen (auch Pinochet nicht)

1) keinen Weltkrieg losgetreten
2) keine industriellen Mordfabriken

Natürlich gibt es Parallelen zwischen Pinochet & Hitler, die da wären:

1) Verfolgung und Ermordung politisch Andersdenkender
2) Rassismus

Hitler ist jedoch ein Zivilisationsbruch gelungen, den bislang noch keiner geschafft hat.
Insofern würde ich Pinochet unter die vielen Massenmörder einreihen, von denen jeder einer zuviel war. Hitler überragt diese jedoch noch. Pinochet erinnert mich mehr an Franco bzw an das, was unser Millimetternich gerne gewesen wäre.

Es kommt immer drauf an, _was_ man vergleicht

Ja, Hitler war schlimmer
Aber der hat gradaus, offensichtlich sein Ding durchgezogen, die Umstände seines Todes, Nürnberg, etc als direkte Konsequenz daraus

Kissinger hat - ohne Zivilisationsbruch - hunderttausende wenn nicht Millionen indirekt und inindirekt auf dem Gewissen (denn merke: ohne Kissinger keine Roten Khmer)
Steht aber als honoriger Gentleman da, und wird ohne für sein Handeln jemals zur Rechenschaft gezogen worden zu sein mit dem Friedensnobelpreis auf dem Nachtkastl friedlich entschlafen

stimmt fast

nur eins stimmt nicht: Hitler wurde in Nürnberg nicht verurteilt. Er ist seinem Todesurteil durch Selbstmord zuvorgekommen.

... die Umstände seines Todes _beistrich_ Nürnberg _beistrich_ etc...

Wie Hitler gestorben ist, weiß ich grad noch
Angekokelt von seinen Freunden in einem dreckigen Hinterhof verscharrt

... angemessen tät ich sagen

haben sich nicht "die Russen" dann die angekokelten Grammeln geholt?

oder ist das eine Verschwörungstheorie?

AFAIK true

Allerdings so geheim das ganze, dass die Russen bis vor ein paar jahren selber nicht gewusst haben

60+ jahre in einem Lederkoffer in irgendeinem Kremlkeller
(kann man das mitm Kissinger auch machen? Wegen mir müsst man auch nicht unbedingt bis zu seinem Ableben warten)

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