297. Derby

Der Irrsinn in und von Hütteldorf

22. Mai 2011, 17:16
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    foto: apa/oczeret

    Nur wenige Minuten brauchte die Polizei, um die Hooligans in ihren Block zurückzutreiben. Das Spiel war aber nicht mehr fortzusetzen.

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Das Derby wurde nach 26 Minuten abgebrochen. Zum Teil vermummte Rapid-Hooligans stürmten das Spielfeld des Hanappi-Stadions

Wien - Sämtliche Befürchtungen wurden übertroffen. Rapid hat eine grottenschlechte Saison abgeliefert. Das kann passieren. Was aber am Sonntag im Hanappi-Stadion geschah, grenzte nicht nur an Irrsinn, das übertraf ihn deutlich. Die Austria führte im 297. Derby 2:0, als hunderte, teils vermummte Randalierer, Mitglieder des Block West, das Feld stürmten. In der 26. Minute, unmittelbar nach dem Treffer von Zlatko Junuzovic.

Diese Schwachköpfe feuerten Raketen in den Sektor der Austria-Anhänger, hunderte Polizisten versuchten, die Lage unter Kontrolle zu bringen. Es gab Schlägereien. Die 22 Spieler und das von Thomas Einwaller angeführte Schiedsrichter-Team konnten gerade noch in die Kabine flüchten. Um 16.49 Uhr brach Einwaller die Partie ab, es gab keine Alternative, sollte er später sagen. "Die Sicherheitsbeauftragten konnten keine Garantie abgeben, sie waren maximal in der Lage, die gefährliche Situation halbwegs zu stabilisieren. Mir tut es leid, denn Fußball gehört gespielt."

Die Lage war schon vor der Partie angespannt, der Mannschaftsbus der Austria wurde mit Steinen beworfen, zwei Scheiben barsten. Im Stadion hing am Geländer der Westribüne ein Transparent, auf dem geschrieben stand: "Auch ein Sieg kann die verschissene Saison nicht retten, zerstört heute wenigstens die Titelträume der Violetten." Das ist ganz leicht ordinär, aber doch relativ harmlos, im nationalen und auch internationalen Fußball zumindest nicht unüblich.

Hätte Atdhe Nuhiu in der ersten Minute das 1:0 geköpfelt, wäre er es möglicherweise ein relativ normales Derby geworden. Er vergab, und in der fünften Minute erzielte Roland Linz das 1:0. Nach einem Patzer von Christopher Drazan und einer musterhaften Flanke von Florian Klein netzte der Kapitän abgeklärt und staubtrocken ein. Noch schien ein Abbruch fern zu sein, Rapid wurde sogar angefeuert. Bis zum 2:0. Linz sagte, als er längst geduscht war, er habe zwar nicht ums Leben gefürchtet, "aber es war schon sehr prekär. Gott sei Dank laufen wir alle schnell."

Steffen Hofmann, der verletzte Rapid-Kapitän und somit ein nur indirekt Betroffener, schüttelte den Kopf. "Ein Wahnsinn, das ist durch nichts zu rechtfertigen, ein fürchterlicher Tag für uns alle."

Trainer Zoran Barisic wurde just am Sonntag 41 Jahre alt. "Ein schrecklicher Geburtstag." Es war sein letztes Heimmatch als Chefcoach. Präsident Rudolf Edlinger war geschockt: "Das war das Schlimmste in dieser Saison. Dagegen war der sportliche Misserfolg nichts. Da stürmen Vermummte das Feld. Wir werden alles daran setzen, dass diese Figuren das Hanappi-Stadion nie wieder von innen sehen." Rapid müsse sich mit der Bundesliga zusammensetzen. "Solche Partien kann man vermutlich nur mehr im großen Happel-Stadion austragen."

Keine Erziehung

Andy Marek, der Hütteldorfer Klubserviceleiter, war in erster Linie blass. "Der schlimmste Tag in meinen 19 Jahren, die ich hier arbeite . Wir haben uns gerühmt, die besten Fans zu haben, das dürfte ein Irrtum gewesen sein. Wir haben die Lage falsch eingeschätzt, die Erziehungsmaßnahmen griffen wohl nicht." Austrias Vorstand Markus Kraetschmer wollte auf Rapid nicht zusätzlich hinhauen. "Traurig für den österreichischen Fußball. Schlimm, was Frust alles bewirken kann." Trainer Karl Daxbacher beschränkte sich eher aufs Sportliche. "Wir hätten lieber nicht am grünen Tisch gewonnen. Wir bleiben im Titelrennen. Bitter für Rapid, sportlich und finanziell."

Die Bundesliga wird sich bereits heute, Montag, mit dem Vorfall beschäftigen und ihn beurteilen. Die Partie wird mit 3:0 für die Austria strafverifiziert, Rapid drohen eine sehr hohe Geldstrafe und eine Platzsperre. Der Irrsinn wird dann zumindest verlagert. Rapid gastiert am Mittwoch in der letzten Runde beim Absteiger LASK im Linzer Stadion. Sportlich betrachtet ist das immerhin ein Match fast auf Augenhöhe.(Christian Hackl, DER STANDARD Printausgabe, 23.5.2011)

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Posting 1 bis 25 von 3494
glücks pilz1
02
25.12.2011, 13:55

das ist also der meist-gelesene Sport-Artikel 2011

A Droide
00
25.5.2011, 00:36
Zaun ist noch nicht beschlossen, was soll das? :)

Die Lösung - ein Elektrozaun

Ein Elektrozaun ist ein Zaun, mit dem Tiere oder Menschen durch die Schreck-, Schock-, Verletzungs- oder Tötungswirkung einer elektrischen Spannung davon abgehalten werden, ein Grundstück zu betreten oder zu verlassen.

glücks pilz1
00
25.5.2011, 17:27

stacheldrat

Mark Gerhardter
21
24.5.2011, 00:22
einfach Arbeitslosehilfe streichen

Wirkt garantiert.

phishhead
00
24.5.2011, 17:42

ja klar, man mache die leute ärmer und schon sinken die frustration und das gewaltpotential.

oder doch umgekehrt?

Mark Gerhardter
01
24.5.2011, 19:40

man nötige die Leute zur Teilnahme am normalen Arbeitsmarkt und schon wars das mit den blöden Ideen und dem Zuviel an Freizeit

daemeth
00
25.5.2011, 10:51

ist ja nicht so das wir in österreich viele arbeitslose haben, die gerne zuhause bleiben.

Mark Gerhardter
00
25.5.2011, 15:21

jede Menge

Wulzendorfer
00
25.5.2011, 06:14
Andererseits -

wer möchte denn gerne diese schmucken, hochintelligenten, voll sozialisierten durchtrainierten jungen Männer bei sich anstellen?

Da bleibt nur die typisch Rapidfankarriere: Volksschule - Hilfsschule - Sozialamt - Frühpension.

deine Mama
00
24.5.2011, 10:48

O wie originel

Wulzendorfer
00
24.5.2011, 13:19
Originell ist es - allerdings nicht wirklich wirksam

Denn dazu müsste man auch die Sozialhilfe, die Notstandhilfe und die Frühpension streichen - huch, aber dann triffts gleich alle Dauerkartenbesitzer im Hanappistadion.

Mark Gerhardter
00
24.5.2011, 19:41

sahen die Platzstürmer für Sie aus wie Frühpensionisten?

Wulzendorfer
00
25.5.2011, 06:13
Ach,

dann sind das wohl die legendären Juristen, Bankkaufmänner und Selbstständige, die erlebenisorientiert wie sie sind, alles für den Verein, der ihre Religion ist, tun.

Aber andererseits - ich habe mir tatsächlich überlegt 70 kg zuzunehmen, mich jeden Tag ins Koma zu saufen, total zu verblöden und mich am ganzen Körper mit schmucken Bildern zu schmücken, damit ich auch Teil der Rapidfamilie werden kann, ich möchte auch einer der besten Fans der Welt sein - alles andere ist schließlich primär.

positiv gesehen
00
24.5.2011, 00:12
3500 postings

unglaublich, 3500 postings

für oder gegen rapid

einfach unglaublich

daemeth
00
25.5.2011, 10:52

anscheinend ist fußball doch nicht so unwichtig...

ja, eh
00
24.5.2011, 00:10

Jetzt fehlen noch zwei Postings zum 3500er.
Das wird sich doch wohl noch ausgehen, oder?

Ziegen Käse
00
24.5.2011, 00:22

unterstütze dein anliegen.....

Befreier von Butter und Eier
00
23.5.2011, 19:04

Vermummte Menschen auf einer öffentlichen Veranstaltung gehören abgeführt ohne wenn und aber.

tilldo
01
23.5.2011, 17:10

Besser wäre gewesen wenn die Polizei nicht nur eine Reihe vor der Austria-Tribüne, sondern auch auf der gegenüberliegenden Seite gebildet hätte. Dann hätte sie die Vollspasten in der Mitte zusammentreiben und dann alle verhaften können. Für alle Beteiligten lebenslanges Zutrittsverbot in allen österreichischen Stadien, konsequent kontrolliert.
Und die komplette nächste Bundesliga-Saison spielt Rapid ohne Zuschauer.

Das wären Konsequenzen, die diese Volli****en wirklich verdient hätten.

Jhonny Noname
 
00
23.5.2011, 18:10
und was soll das bringen?

die, die das veranstaltet haben wollen ja eh' kein spiel sehen.

fanklubs soll und muß es geben, und die sollen auch vom verein unterstützt werden. die veranstalter von dem sturm gestern sind ja auch keine fans, sondern ledichlich gewaltbereite idioten, die rechtlich belangt werden sollten.

word8
00
23.5.2011, 23:53
die, die das veranstaltet haben wollen ja eh' kein spiel sehen.

das trifft den nagel auf den kopf.

so wie hier in polen das schlägergesindel etwa der beiden krakauer klubs wisla und cracovia oder die sog. hardcore-fans von legia. eine ansammlung von (halb-)kriminellen, neonazis und anderen asozialen elementen.

Lang lebe Hütteldorf
00
23.5.2011, 16:41
teil 3

tolerierte, hält sich auch schon länger.

Und die Fanbruderschaften mit amtsbekannten Ausländern (Nürnberg, (Ferencvaros), Panatha Athen usw...) werden auch allerorts toleriert.
Kieferbrüche, Nötigungen, Raub und so weiter stehen an der Tagesordnung, so hört man.

Meine Rapid ist das nicht mehr...Meine Rapid hätt den Sauhaufen zerfetzt.

Lang lebe Hütteldorf
10
23.5.2011, 16:38
teil 2

Wir in Österreich haben in Wahrheit keine Probleme mit den Fans. Unsere Mobs sind zu schwach, weil schlecht organisiert. Das Problem sind die Mareks, Fanbetreuer und Ordnerwappler. Die sind unprofessionell und reagieren seit Jahren mit unkoventionellen Mitteln: Auf angesagte Platzstürme werden nur einfach mehr Ordner hingestellt (die tun mir leid, für 5 € pro h eins auf die Fresse zu bekommen), die Fanbetreuer kennen die Capos nicht, weil diese Eigeninitiative entwickeln und Subgruppen aufmachen und der Marek kriecht denen in den Allerwertesten weil er schon lange im Hütteldorfer Snobclub angekommen ist und nur mehr von Religion usw...daherfaselt.
Das Gerücht, dass dem PP eine aufs Maul von den UR gegeben wurde und der Marek das

Lang lebe Hütteldorf
10
23.5.2011, 16:34

wir halten fest:

angesoffene, verfettete rowdies erklimmen ein gitter und springen auf den rasen.
Sie laufen vereinzelt und undiszipliniert auf die gegenseite und werden langsamer je mehr die gruppe zerfällt. Wenige Feiglinge schmeißen Bengalen, das wars.

Leider war der Mob unorganisiert und feig.
Das heisst aber auch, dass sie nicht die Gefahr darstellen, die sie zu sein scheinen.
Ein echter Mob formiert sich und rennt durch die ACABs durch (so gut es geht). In der 3. polnischen Liga würden die Grünen noch verjagt werden.

Wir in Österreich haben in Wahrheit keine Probleme mit den Fans. Unsere Mobs sind zu schwach, weil schlecht organisiert. Das Problem sind die Mareks, Fanbetreuer und Ordnerwappler. Die sind unprofessionell und

word8
00
23.5.2011, 23:55
Leider war der Mob unorganisiert und feig.

was heißt hier leider? sollen die erst einen spieler am feld vor vollbesetzten rängen ermorden?

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