Weltmeister Vettel feiert in Montmelo bei Barcelona vierten Sieg im fünften Rennen - Hamilton und Button auf den Plätzen zwei und drei
Barcelona/Wien - Die Formel-1-Saison 2011, das lässt sich schon nach
dem
fünften Grand Prix der in Montmelo nördlich von Barcelona sagen,
gestaltet sich zu einer recht einseitigen Angelegenheit. Vorne bringen
die Topteams Red Bull und McLaren Sekunde um Sekunde zwischen sich und
den Rest. Nach 66 Runden auf dem Circuit de Catalunya wurde dieser Rest
im Endresultat genau definiert: Nur die vier Fahrer von Red Bull und
McLaren blieben innert einer Runde, alle anderen Piloten wurden von
Sebastian Vettel überrundet.
Eindrucksvolle Performance mit Kampf
Der deutsche Titelverteidiger setzte seine eindrucksvolle Performance
fort, der Sieg beim Grand Prix von Spanien war sein bereits vierter
Erfolg in dieser Saison. Nur Lewis Hamilton im McLaren konnte dem
23-jährigen Dominator nahe kommen, nach einem spannenden Kampf lag der
Brite im Ziel gerade einmal 0,6 Sekunden zurück. Hamiltons Teamkollege
Jenson Button vervollständigte das Podest. "Das war richtig eng, ein
hartes Stück Arbeit", sagte Vettel nach seinem insgesamt 14. GP-Sieg.
"Alle hatten ein langweiliges Rennen und eine Red-Bull-Show erwartet.
Zum Glück haben wir kühlen Kopf behalten und das bestmögliche Ergebnis
erzielt." Größtes Lob erhielt Vettel auch von Dietrich Mateschitz, der
das Rennen in Katalonien mitverfolgte. "Wir haben schon alle Superlative
bedient. Und er bestätigt sie immer wieder", sagte der Red-Bull-Boss in
Richtung seines Schützlings. Teamkollege Mark Webber aus Australien, der
seine Pole Position nicht nützen konnte, wurde Vierter.
Das Rennen startete zunächst ganz nach dem Geschmack der 78.000
spanischen Fans. Fernando Alonso, der Vierte nach dem Qualifying, legte
im Ferrari einen famosen Turbostart hin und überholte Hamilton, Vettel
und Webber schon nach wenigen Fahrsekunden. 19 Runden blieb der
Vize-Weltmeister in Front, am Ende wurde Alonso Fünfter - und kurz vor
dem Ziel von Vettel sogar noch überrundet.
Vettel fährt also weiter einer erfolgreichen Titelverteidigung
entgegen.
In der WM führt er (118) bereits 41 Punkte vor Hamilton, Webber hat
bereits 51 Punkte Rückstand aufgerissen. Die Möglichkeit, den Vorsprung
auszubauen, hat der Deutsche bereits in sechs Tagen beim Klassiker in
Monte Carlo. (krud, sid, DER STANDARD Printausgabe 23.05.2011)