Hintergrund

Berechnungsdetails und Projektvorgaben

20. Mai 2011, 17:45

Von Ernährung über Hygiene bis Zeitungen: Beim Projekt "Soziale Hängematte" müssen TeilnehmerInnen einen Monat lang mit 400 bzw. 270 Euro auskommen

Seit 20. Mai läuft das Projekt "Soziale Hängematte", bei dem 20 Personen versuchen, mit 400 Euro (berufstätig) bzw. 270 Euro (nicht berufstätig) einen Monat lang auszukommen. Warum man genau auf diese Beträge gekommen sei, erklärt Thomas Jedlizka von der Schuldenberatung Salzburg damit, dass man "eine eigene abstrakte Berechnung" herangezogen habe, die sich aber am Salzburger Mindestsicherungsgesetz orientiere.

Das Gesetz schreibt einen "Mindeststandard für Lebensunterhalt" von 560 Euro vor. Zusätzlich werden Miete plus Betriebskosten finanziert, die aber für eine Garconniere in der Stadt Salzburg maximal 380 Euro betragen. Bei Berufstätigen werden des Weiteren noch 135 Euro Mehrkosten (Kleidung, Transport etc.) einkalkuliert - diesen Differenzbetrag habe man auch in das Projekt übernommen, so Jedlizka.

Auch Arbeitende haben Anspruch

Wie es dazu kommen könne, dass auch arbeitende Personen Anspruch auf eine Mindestsicherung hätten, erklärt Jedlizka anhand eines "working poor"-Beispiels: "Wenn ein geschiedener Mann 1.500 Euro verdient und davon 750 Euro an Alimenten an seine Ex-Frau und seine zwei Kinder zahlen muss sowie 400 Euro für die Miete anfallen, bleiben ihm in Summe nur 350 Euro. Die 20 Euro Differenz zur tatsächlichen Miete müssen jedoch von den 560 Euro Mindeststandard finanziert werden. Der geschiedene Mann hat demnach einen Anspruch auf 190 Euro Mindestsicherung."

Da das Projekt "Soziale Hängematte" nur einen Monat läuft, wurden spezielle Rahmenbedingungen vorgegeben. Mit den 400 bzw. 270 Euro müssen die gesamte Ernährung und Verpflegung sowie Telefon, Internet, Kabelfernsehen, Putzmittel, Toilettenartikel, Kosmetika, Zigaretten, Freizeitaktivitäten, kulturelles Leben, Hobbies, rezeptfreie Medikamente, Geschenke und Zeitungsabonnements bestritten werden. Ausgenommen sind tatsächliche Wohnungskosten, Kleidung, Möbel, tatsächliche Versicherungen, tatsächliche Kosten für Mobilität, Sparformen, Fernseh- und Rundfunkgebühren sowie rezeptpflichtige Medikamente. (mob, derStandard.at, 20.5.2011)

KM56
00
23.5.2011, 22:54
Kosten für Strom und Gas?

Zählen zu welcher Kategorie? Das Experiment hinkt gewaltig.

tiggerle
012
22.5.2011, 14:45
Dieses "Projekt" ist ein schlechter Witz.

Warum? Schauen wir uns genauer die Bedigungen im letzten Absatz an:

A) Was muss von den 400/270 NICHT bezahlt werden?
Die wirklich teuren Sachen - Wohnung, Kleidung, Möbel, Versicherungen, Mobilitätskosten, Fernsehgebühre, Sparformen (?) wichtige Medikamente

B) Was WIRD von den 400/270 bezahlt?
Die Ausgaben des täglichen Bedarfs (also Essen) sowie neben Telefon, Internet alles, was eben das Leben verschönert (Hobbies, Fortgehen...)

Warum finde ich, dass das ein Witz ist? Die meisten Studenten könnten von 400€ im Monat zum freien Verpulvern nur träumen, und trotzdem kann man damit recht gut leben. Was bringt das also? Wer auf sein Geld schaut und billig einkauft, kann ohne weiteres um 150-250€ diese oben erwähnten Ausgaben tätigen!!

living reef
00
22.5.2011, 10:16
wieviele männer in österreich

zahlen tatsächlich unterhalt und alimente in voller höhe? in wien sind manche frauen schon froh, wenn ab und zu einmal 50 euro vom ex für die kinder "herüberwachsen" das ganze projekt ist schon etwas theoretisch! nicht eingerechnet wird z.b. die oftmals nicht geringe verschuldung und damit zahlungsverpflichtungen von mindestsicherungsbezieherInnen

short term memory loss
00
30.5.2011, 11:39

Wenn der Mann nicht freiwillig zahlt, können Alimente auch vom Gehalt bzw. Arbeitslosengeld gepfändet werden.

Der Österreicher
00
22.5.2011, 17:43

Das ist totaler Quatsch. Wenn der Kindesvater keine Alimente zahlt, dann springt der Steuerzahler ein. Die Mutter verliert keinen Cent.

S.Dhalli
 
00
23.5.2011, 06:29
stimmt überhaupt nicht

der staat zahlt nur bis zu einem gewissen betrag - ich habe für meinen sohn als er schon jugendlich war nur ca. 130,- pro monat bekommen und davor noch weniger.

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