EU beginnt Forschungsprojekt zur CO2-Lagerung unter dem Meer

20. Mai 2011, 16:36

Am 28. Mai startet die erste von 20 geplanten Schiffsexpeditionen in die Nordsee

Kiel - CCS (Carbon Dioxide Capture and Storage), die unterirdische Lagerung von klimaschädlichem Kohlendioxid, gilt einerseits als Hoffnungsträger in Sachen Klimaschutz, andererseits aber auch als umstrittene Methode. Ein europäisches Forschungsprojekt zu den Risiken von CO2-Lagerung unter dem Meeresboden nimmt bald seine praktische Arbeit auf: Am 28. Mai wird eine erste von 20 geplanten Schiffsexpeditionen in Kiel starten. Erste Ziele sind eine Nordseeregion vor der deutschen Insel Juist, wo natürliche CO2-Lager existieren, und die Küste Norwegens, wo bereits zwei Offshore-Speicher betrieben werden.

Das auf vier Jahre angelegte multidisziplinäre Projekt unter deutscher Leitung namens "ECO2" werde von der EU mit 10,5 Millionen Euro unterstützt, die Gesamtkosten dürften bei 20 Millionen Euro liegen, sagte Projektleiter Klaus Wallmann, Geowissenschafter am Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-Geomar), am Freitag in Kiel. An den beiden Vortagen trafen sich in Kiel rund 70 von 100 beteiligten Wissenschaftern zu einem "Kick-off-Seminar". 27 Partnerinstitute aus neun Nationen wirken mit.

Hintergrund ist der Schutz des Weltklimas. Um einen höheren Anstieg der Temperaturen um mehr als zwei Grad zu vermeiden, soll das in Kohle- oder Erdgaskraftwerken anfallende CO2 abgeschieden und mit Schiffen oder per Pipeline als Flüssigkeit transportiert und unter der Erde verpresst werden - an Land oder im Meeresboden. Gegner - darunter Umweltverbände und die schleswig-holsteinische Landesregierung - warnen vor ungeklärten Risiken. (APA/red)

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23 Postings
EquinoxOmega
12
21.5.2011, 01:50

Es wäre viel sinnvoller die Mittel für diese Projekt in Forschung, wie man möglichst effektiv die CO2-Produktion verhindert/einschränkt, zu stecken.

Don schlau on
12
21.5.2011, 13:13
CCS drückt den Wirkungsgrad der Verbrennung

Zusätzlich stellen C02 Lager eine Gefahr für die Zukunft dar!

http://de.wikipedia.org/wiki/Nyos-See

Wenn das CO2 Lager einmal undicht wird, stellt es eine große Gefahr da!

carl guggelhupf
00
20.5.2011, 23:44
Wieso das s in CCS?

Warum nimmt man nicht den Überschussstrom aus den Windkraftanlagen, macht damit Wasserstoff, nimmt das abgeschiedene Co2 der Kohlekraftwerke und macht daraus Methan bzw. angereichertes Methan? Das kann man lagern, man kann damit die Standby-Gaskraftwerke betreiben und, wenn genügend produziert, kann man sich noch von Russland unabhängig machen.

http://www.focus.de/wissen/wi... 89538.html

WBR
00
21.5.2011, 11:08
Kosten

Schon das CC in CCS kostet einen Haufen Geld und Energie. Elektrolyseanlagen für Windstrom, die entsprechende Zwischenspeicher- und Transportinfrastruktur gibt es auch nicht gratis.
Dann noch die Anlagen für die Herstellung des eMethan: Wieder ein Riesenbatzen Geld.

Deutschland hat eigene Kohlevorkommen, betreibt seine Kraftwerke aber vorwiegend mit Importkohle. Weil diese billiger ist. Unter solchen Voraussetzungen ist es schwer vorstellbar dass in großem Stil mit riesigem Aufwand eMethan hergestellt wird. Wenn importiertes Erdgas nur einen Bruchteil davon kostet.
Selbst wenn man überschüssigen Windstrom als "gratis" betrachtet: Die notwendigen Anlagen und ihr Betrieb sind es nicht.

carl guggelhupf
00
21.5.2011, 11:54
Das Gas wird ja auch immer teurer

Und Zwischenspeicher gibt es doch für Gas jede Menge. Da passt so viel rein dass D 3 Monate lang von verbrauchen kann.

WBR
00
21.5.2011, 14:41
Irgendwann

Ja, alles wird teurer. Neben Erdgas auch der Bau von Industrieanlagen. Erst wenn Erdgas knapp wird kann man erwarten dass eMethan zu einer echten Konkurrenz wird. Und das soll angeblich noch sehr lange dauern.

Nicht falsch verstehen: Die Energiespeicherung in eMethan ist bisher vermutlich der vernünftigste Vorschlag für die Langzeitspeicherung bzw. Verwertung von Stromüberschüssen.

Natürlich könnte man damit auch jetzt schon wirtschaftlich erfolgreich sein: Wenn man es z.B. analog Ökostrom zu einem Extrapreis verkaufen könnte. Der Kunde bezahlt mehr für erneuerbares Methan, der Anbieter muss die verbrauchte Menge ins Erdgasnetz einspeisen. Einen massiven Ausbau gäbe es aber wohl nur mit einer staatlichen Einspeisevergütung.

elektron
02
20.5.2011, 22:53
Pflanzen L I E B E N CO2 und Sonnenlicht

Geht das ... ?

Rezept für süße Früchte

+ Pflanzen mit verträglicher Menge CO2 umspülen
+ gleichzeitig ordentlich Sonnenlicht zuführen
+ sonstige Nährstoffe beigeben
+ mit reichlich gutem Wasser gießen
+ wachsen und gedeihen lassen
+ ernten

fertig ist der süße Kuchen

- - -

Ich bin kein Experte bei dem was Pflanzen brauchen. Daher die einfache und idealistische Idee.

dennoch ...

Geht das ... ?

lg

Euer elekron

hlg
00
21.5.2011, 17:40
und hat noch einen grossen vorteil...

WBR
00
20.5.2011, 23:25
Geht grundsätzlich, aber...

Für die Verbrennung einer Tonne Kohle müssten grob geschätzt 3 Tonnen Holz wachsen, um den Kohlenstoff zu binden. UND: Dieses Holz dürfte nicht verbrannt oder anderweitig abgebaut werden, wenn der Kohlenstoff gebunden bleiben soll.
Eine langfristige Kohlenstoffeinlagerung wäre in Humus möglich. yes2bertl hat hier vor dir ein interessantes Projekt angesprochen.

yes2bertl
02
20.5.2011, 21:26
Eine Möglichkeit wäre das Co2 in die Böden zu bringen.

Die Agrarflächen sind in sehr schlechtem Zustand, lebende Böden selten, die Sanierung dringend (falls überhaupt machbar).

Fragen müssen noch geklärt werden, aber wenn Geld in die Speicherung von CO2 fließen soll und noch dazu eine Unmenge an zusätzlichem Energieaufwand für die Abscheidung von Co2 notwendig (und damit weiter erhöhter CO2 Ausstoß) warum dann nicht eine Lösung wie diese?
http://www.anzbiochar.org/biocharbasics.html

http://www.abc.net.au/science/a... 507270.htm

Terra Preta - Böden die Jahrhunderte alt sind, Mensch gemacht.

CO2 speichern, Böden sanieren. Könnte man Welt weit einführen. Anstelle der oft unsinnigsten Projekte Agro Treibstoffe zu produzieren diese Flächen für Bio char verwenden.

Searles
 
01
20.5.2011, 20:53

Der deutsche Umweltrat (wissenschaftliches Beratungsgremium, Mitglied Hohmeyer hat auch am IPCC-Bericht mitgearbeitet) spricht sich uebrigens deutlich gegen die CO2-Speicheung aus: http://de.wikipedia.org/wiki/CO2-... mweltrates Wieder einmal eine versteckte Subvention fuer die Kohleindustrie...

flaute
15
20.5.2011, 20:06

bitte nicht wieder so eine schnapsidee.
Wenn nicht mal das Atom-Endlager in Asse die paar Jahre gehalten hat was versprochen wurde, dann glauben die ernsthaft dass das CO2 für eine halbe Ewigkeit unter der Erde bleibt?
Das Geld sollte lieber für die Förderung erneuerbarer Energien ausgegeben, das bringt jedenfalls was.

JosefGott
00
20.5.2011, 20:05

Kohlendioxid mit katalysator zu Sauerstoff und Kohlenstoff auftrennen. Sauerstoff kann entweichen, Kohlenstoff wird zu Diamant oder Graphit gepreßt. Erde gerettet!
Its a win!

WBR
00
20.5.2011, 22:54
Ernst gemeint?

Falls ja:
Eine Aufspaltung von CO2 in C und O2 wäre auch mit Katalysatoren nur unter hohem Energieaufwand möglich. Mehr Energie als vorher z.B. im Kohlekraftwerk durch die Verbrennung gewonnen wurde.

Ansonsten könnte man Kohlekraftwerke bauen, die immer den gleichen Kohlenstoff und Sauerstoff in einem Kreislauf wiederverwenden und dabei permanent Energie erzeugen. Ein chemisches Perpetuum mobile.

JosefGott
00
21.5.2011, 07:54

Die zwei letzten Sätze sind standard bei Trollen in 4chan, daher ein Hinweis dass es eigentlich nicht ernst gemeint war, aber nach etwas nachdenken...
Pflanzen machen das nur mit Sonnenlicht und Wasser. Der Energieaufwand für verfestigung des Kohlenstoffs wäre aber sehr hoch.

WBR
00
21.5.2011, 10:55
Hätte leider ebenso gut ernst sein können

Okay. 4chan sagte mir bisher nichts.

Den Diamanten als Kohlenstoffspeicher hätte ich schon eher als Hinweis gewertet.

Aber ich selbst habe von einer Akademikerin schon mal die Ansicht gehört, für das CO2 würde man wohl schon auch noch einen Katalysator oder so etwas finden.
Mit Katalysator meinte sie dabei das Gerät im Auto: Ein Gerät, das Abgase beseitigt. Wenn das für Stickoxide und dergleichen geht, warum dann nicht für Kohlendioxid?
So ähnlich denken leider viele.

BoboGrünGutmensch
12
20.5.2011, 18:46

Man könnte das CO2 auch mit der Ariane in den Weltraum schießen.

Johannes99
11
20.5.2011, 18:58
Hört sich wie ein Witz an, ist aber so.

Die angeblich sicheren AKW explodieren. Ihre Entsorgung ist überhaupt noch nicht geklärt (schießen wir den Dreck doch in den Weltraum). Und schon basteln Wissenschafter (?) an der nächsten Bombe, an der unsere Enkel kiefeln sollen: Wie sicher sind unterirdische CO²-Lager? Na, 88,99 Prozent wahrscheinlicher Sicherheit werden euch doch hoffentlich reichen.

materialfehler
11
20.5.2011, 19:40
das problem bei der sache ist die chemie.

meere sind jetzt schon von natur aus co2-speicher. das co2 aus der luft reagiert mit h2o und wird zu kohlensäure. (daher können durch zu viel co2 die meere versauern, weil ja zu viel kohlensäure entsteht) die kohlensäure wiederum reagiert weiter zu carbon, das sich unterm meer ansammelt.
so weit so gut. es geht aber auch in die andere richtung, also dass co2 wieder frei wird. normalerweise ist es eher schwer, dass aus dem carbon über die kohlensäure wieder co2 wird, aber durch die erwärmung der meere wird das immer leichter (chem. reaktionen gehen schneller mit wärmezufuhr) - die klimaerwärmung gefährdet das projekt "co2 ins meer" massiv! schade, dass das hier im standard keiner dazuschreibt.

Entropix
00
20.5.2011, 23:19
nicht materialfehler

sondern Denkfehler: Es geht bei dem Projekt um die Untersuchung natürlicher CO2-Lagerstätten, die seit Jahrmillionen existieren und nicht um die Einleitung von CO2 ins Meer ;-)

ranchorelaxo
11
20.5.2011, 18:46

amkofgreif

Fausto Illuminatus
12
20.5.2011, 18:33
Allein der Name "ECO2" ist ein Hohn!

Wieder so eine unsinnige EU-Pseudoökogeldverschwendung!

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