Lyme-Krankheit

Borreliose: Der wandernde Hautausschlag

Güler Alkan, 26. Mai 2011, 15:35
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    foto: apa/stephan jansen

    Von der Benutzung von Öl, Alkohol oder Klebstoff zur Entfernung der Zecke raten Experten dringend ab.

Gegen Borreliose gibt es keinen Impfstoff - Vorbeugendes Verhalten und vorsichtiges Entfernen der Zecke verringern das Infektionsrisiko

Wenn der Sommer vor der Tür steht und das warme Wetter zu Ausflügen ins Grüne lockt, sind auch Zecken besonders aktiv. Die blutsaugenden Spinnentiere können nicht nur die Frühsommer-Meningoenzephalitis, sondern auch Borreliose übertragen. „Die Borreliose ist die häufigste durch Zecken vermittelte bakterielle Infektionskrankheit in der nördlichen Hemisphäre", sagt Florian Thalhammer, Leiter der Borrelioseambulanz an der Klinischen Abteilung für Infektionen und Tropenmedizin am AKH Wien.

Eine Zecke kann neben dem Zeckenenzephalitis-Virus also auch das Bakterium Borrelia burgdorferi, benannt nach dessen Entdecker Willy Burgdorfer, in sich tragen. Genau genommen handelt es sich um die weibliche Schildzecke Ixodes ricinus, umgangssprachlich auch Holzbock genannt. Sie überträgt den Krankheitserreger durch einen Stich in die Haut und das anschließende Blutsaugen.

Wandernde Röte

Einmal eingedrungen, besitzt das Bakterium die Fähigkeit sich im gesamten Organismus auszubreiten. Deshalb könne innere Organe und Gelenke von der Lyme-Borreliose ebenso betroffen sein, wie das Nervensystem oder die Augen.

Am häufigsten macht sich die Infektionserkrankung allerdings auf der Haut bemerkbar. Es kommt zur Wanderröte, im Fachjargon auch Erythema migrans genannt. „Zunächst hat der Patient an der Einstichstelle einen unspezifischen roten Fleck, der sich nach etwa zehn Tagen ringförmig vergrößert, bis er nach etwa einem Monat wieder verblasst", beschreibtThalhammer diese unverkennbare Hauterscheinung.

Befallene Nerven

Oft war es das auch schon und die Wanderröte bleibt das einzige Krankheitszeichen. Rund zehn Prozent der Erkrankten, entwickeln jedoch Wochen bis Monate nach dem Zeckenstich eine Neuroborreliose. Die Betroffenen leiden vor allem nachts unter brennenden Schmerzen.  Schwäche und Lähmung der Gesichtsnerven sind ebenfalls möglich.

Therapiert wird immer antibiotisch. Empfehlungen für die Therapiedauer variieren zwischen 2 Wochen (Erythema migrans) und 3-4 Wochen (Spätmanifestationen). Von einer prophylaktischen Antibiotikagabe nach einem Zeckenstich raten Experten ab.

Unbehandelt ist der Übergang in ein chronisches Stadium möglich. In dieser Phase der anhaltenden Infektion kann es zu Gelenksentzündungen (Lyme-Arthritis, Anm.Red.) oder typischen Hautveränderungen (Acrodermatitis chronica atrophicans, Anm. Red.) kommen.

Anziehen und einsprühen

Schutzimpfung gegen die Borreliose gibt es keine. Das Infektionsrisiko lässt sich jedoch mit Präventivmaßnahmen auf ein Minimum reduzieren. Hier ist vor allem die passende Kleidung entscheidend. „Da Zecken nicht vom Himmel fallen, sondern bis maximal 150 cm an Pflanzen hochklettern, werden Kinder am Haaransatz oder Nacken häufig gestochen, Erwachsene zwischen den Beinen beziehungsweise in den Kniekehlen", weiß der Experte. Der Aufenthalt in der freien Natur empfiehlt sich daher nur mit geschlossenen Schuhen, Socken, langen Hosen und im Idealfall einer lang ärmelige Oberbekleidung.

Thalhammer rät außerdem zur Anwendung von Repellentien wie Anti-Zecken-Sprays. Das Absuchen der Risikostellen nach dem Ausflug ins Grüne ist ebenfalls nicht zu vernachlässigen. Je früher man die Zecke entdeckt, desto geringer ist auch das Risiko der Übertragung der Borrelien-Erreger. „Die Zecke muss mehr als 24 Stunden Blut saugen, um den Menschen mit Borrelien infizieren zu können. Erst nach dieser Zeitspanne kann eine Borreliose auftreten", erklärt Thalhammer. Anders als bei den FSME-Viren werden die Erreger also nicht gleich übertragen.

Noch kein Impfstoff

Österreich gilt zwar als Zecken-Endemigebiet, aber nicht jeder Zeckenstich führt auch zu einer Erkrankung. „Rund 20 Prozent der Zecken in Österreich sind mit Borrelien infiziert, vier bis acht Prozent der Zeckenstiche führen zu einer Borreliose. Das sind rund 75.000 Borreliose-Erkrankungen pro Jahr", berichtet Thalhammer. Während alljährlich im Frühling auf die FSME-Schutzimpfung aufmerksam gemacht wird, ist ein Impfstoff gegen Borrelien-Erreger noch nicht im Umlauf. Die Entwicklung einer Vakzine scheiterte bislang an der Vielfalt der Krankheitserreger. „An einem Zeckenimpfstoff, der alle in Europa relevanten Borrelienspezies erfassen soll, wird derzeit geforscht", so der Infektiologe.

Kommt es bei aller Vorsicht dennoch zu einem Zeckenstich herrscht kein Grund zur Panik. Unauffällige Stiche ohne Erkrankungszeichen machen einen Arztbesuch nicht erforderlich. Mit einer geeigneten Pinzette sollte die Zecke so nah wie möglich an der Haut beziehungsweise am Kopf gefasst und vorsichtig herausgezogen werden. Danach empfiehlt Thalhammer die Einstichstelle mit sterilem Alkohol zu desinfizieren. Von der Benutzung von Öl, Alkohol oder Klebstoff zur Entfernung der Zecke rät der Infektiologe dringend ab. Noch vorhandener Zeckenreste in der Haut könnten zu einer lokalen Infektion führen. (derStandard.at, 05.2011)

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Vorsicht Zecke!

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 56
1 2
Marry
80
31.5.2011, 13:01

Borreliose ist eine psychische Erkrankung.

the man who shot liberty valance
01

ja, genau ... und magenbrennen stressbedingt.

Phönixe
00
29.5.2011, 10:33
Jetzt habe ich die Ursache meiner roten Flecken am Hals gefunden - es sind Lutschflecke einer Zecke namens Paul!

Um nichts in der Welt möchte ich auf diese Zecke verzichten.

banks1
00
28.5.2011, 10:16
.

Nur komisch, dass es einen Impfstoff für Hunde schon gibt. Wieso können die den nicht für Menschen adaptieren?

major grubert
00
28.5.2011, 15:26
vergessen sie

den impfstoff fuer hunde. lt. arzt wirkt der nur fuer einen stamm, welcher hauptsaechlich in den vsa vorkommt, und seine zuverlaessigkeit soll auch nicht gerade hochprozentig sein.

jassl11
31
27.5.2011, 13:46

das ist sicher für viele eine harte prüfung, zu hören, dass was gibt, wo der mensch nichts dagegen tun kann. unvorstellbar, nicht wahr? und diese verdammten viecher überall um uns herumschwirren, und nur auf uns warten.

regen bringt segen
27
27.5.2011, 13:03

"Der Aufenthalt in der freien Natur empfiehlt sich daher nur mit geschlossenen Schuhen, Socken, langen Hosen und im Idealfall einer lang ärmelige Oberbekleidung."

ja, sicher. so gedenke ich natuerlich den heurigen sommer zu verbrinen. geht's vielleicht noch ein bisschen realitaetsferner?????

Einer neuer Nick, um jeden Preis!
01
29.5.2011, 15:13

Außerdem bringt es nichts, die Mistviecher steigen auch in der Hosenröhre bis auf die Oberschenkel und weiter. Mich haben heuer schon vier trotz langer Hosen erwischt (die sind auch an kühlen Frühlingstagen aktiv, also wenn man lange Hosen trägt).

canis major
00
"die sind auch an kühlen Frühlingstagen aktiv,.."

das verstehe ich, warum sollte deren hunger bei kühlerem wetter auch vergehen?

nichts für ungut, ganz im gegenteil.
gerade ihr posting unterstreicht, dass man einfach aufmerksam sein soll, da lange hosen nicht vor diesen biestern schützen.

und falls ich sie richtig verstanden habe, dann waren die biester an einem etwas delikaten ort zu gast, mein beileid haben sie.

Einer neuer Nick, um jeden Preis!
00

Naja, bei bestimmten Temperaturen sind Gelsen nicht mehr oder weniger aktiv. Für Zecken scheint das nicht zu gelten.

Ich bin mittlerweile vom Tragen langer Hosen abgegangen, weil ich dann zumindest meine Beine regelmäßig nach den Viechern absuchen kann. Auf die Art erwisch ich mehr als 50% bevor sie sich festsetzen.

BK W. Shoyssel
03
28.5.2011, 21:56

Niquab, Tschador, Burka?

A ndreas Bogeschdorfer
02
27.5.2011, 23:47
geht's vielleicht noch ein bisschen realitaetsferner?????

Ganzkörperkondom!!!!!!!!!

Roibaer
11
27.5.2011, 12:34
kardenwurzelextrakt hilft !!!

aber nur wenn man dran glaubt :)

M P8
00
27.5.2011, 10:48
nicht gegen Borreliose, aber gegen Zecken

Hallo
Wenn da nicht totaler Blödsinn steht, gibt es wenigstens etwas gegen Zecken:
http://de.wikipedia.org/wiki/Laur... s%C3%A4ure

Laurinsäure wie sie in Kokosfett vorkommt.
Direkt von Mutter Natur.

gaisbock
34
26.5.2011, 22:54
Irgendwie

fehlen mir hier die ganzen Impfheinis - Haaaallloooo, wo seid ihr????
Es gibt keine lustige Diskussion.....

Jürgen Rembremerding
35
27.5.2011, 09:56
Vielleicht hast Du einfach nicht kapiert, worum es geht!

Markus Sagmeister
00
27.5.2011, 07:14

Für die Borreliose gibt es ja keine Impfung
und wenn es die geben würde, würde es wahrscheinlich heißen "Impflobby" und "Geschäftemacherei", wobei das für sehr viele Medikamente gilt, nämlich Gewinn und Nebenwirkungen.

Wenn es eine Impfung geben würde, würde es genauso ablaufen wie bei jeder anderen Impfung auch, das man auf mögliche Risiken hingewiesen wird und das man dann abwägen muss ist der
Nutzen größer oder das Risiko.

Das ich als Einzelperson auch eine Impfung
nicht verträge oder ein anderes Medikament,
das kann vorkommen, aber zu generalisieren und verteufeln halte ich auch für sehr übertrieben.

Ich selbst bin zwar geimpft was die FSME angeht, habe aber nicht alle Impfungen, sondern nur das was ich wirklich für mich als notwend

Flip
00
27.5.2011, 16:46

Gegen Borreliose gibt es sehr wohl eine Impfung, allerdings nur in den USA.

Markus Sagmeister
01
27.5.2011, 08:19

vertrage

Markus Sagmeister
11
27.5.2011, 07:34

notwendig emfunden habe und ich mache niemandem
Vorschriften was er oder Sie machen soll, das muss
man selber entscheiden.

Markus Sagmeister
01
27.5.2011, 08:19

empfunden

Godesberg
12
27.5.2011, 09:18

Und ich hab mich gefragt woher plötzlich die ganzen Beiträge kommen... ;-)

faradaycage
00
26.5.2011, 17:48

Plum Island, Lyme Disease And Operation Paperclip -
A Deadly Triangle

http://www.rense.com/general67... ndlyme.htm

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