Steiermark

Verfassungsbeschwerde gegen Bettelverbot

20. Mai 2011, 14:18

Graz - In Graz wird seitens der Vinzenzgemeinschaft Eggenberg mit einem rechtlichen Vorgehen gegen das vom Landtag beschlossene und Anfang Mai in Kraft getretene generelle Bettelverbot Ernst gemacht: Ein aus der Slowakei stammender Bettler hat am Freitag mit Unterstützung der Gemeinschaft und vertreten von einer steirischen Rechtsanwältin beim Verfassungsgerichtshof (VfGH) Beschwerde eingereicht.

"Recht auf die freie Gestaltung der persönlichen Lebensführung"

Seitens der Vinzenzgemeinschaft hofft man, dass die Angelegenheit in der Herbst- oder Wintersaison des VfGH behandelt wird. Bei der Vinzenzgemeinschaft ist man der Ansicht, dass der entsprechende Abschnitt im steirischen Landessicherheitsgesetz verfassungswidrig sei, "weil es gegen das Recht auf die freie Gestaltung der persönlichen Lebensführung verstößt". Damit sei auch die Art und Weise, seinen Lebensunterhalt zu erwerben, beeinträchtigt.

Es verstoße auch gegen das "Recht der Freiheit der Meinungsäußerung", denn einem armen Menschen könne nicht verboten werden, seine Notlage im öffentlichen Raum kundzutun. Auch habe nach Ansicht von Juristen das Landessicherheitsgesetz formale Mängel, da der Begriff "öffentlicher Raum" nicht klar definiert sei.

Laut der Vinzenzgemeinschaft von Pfarrer Wolfgang Pucher habe der bewusste Bettler seit Jahren in der Steiermark um Hilfe gebeten und dadurch seiner Familie ein menschenwürdiges Leben ermöglicht, was ihm nun nicht mehr gewährt werde.

Bereits im vergangenen Oktober sei eine Beschwerde gegen das Salzburger allgemeine Bettelverbot eingereicht worden, man hoffe, dass diese noch in der Sommersession des VfGH behandelt werde, hieß es seitens der Vinzenzgemeinschaft gegenüber der APA. Derzeit halten sich in Graz rund 40 Roma aus dem ostslowakischen Hostice auf. Etwa 15 sind in einigen Pfarrhöfen mit Arbeiten beschäftigt, vier haben Jobs bei Firmen gefunden, die anderen - Männer und Frauen - verkaufen die Straßenzeitungen "Megaphon" und "Global Player". (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 28
1 2
pascale
01
22.5.2011, 07:45
Mir wurde in der Schule das "Recht auf die freie Gestaltung

der persönlichen Lebensführung" mehrfach untersagt...

Ewigkeit
00
21.5.2011, 13:22
Der Begriff Qualitätskontrolle meint, eine festglegte Qualität wird eingehalten.

Hat nichts mit guter oder schlechter Qualitiät zu tun - gleich wie beschrieben muß sie sein.

Unsere Wirtschaft sicht Fachkräfte auf höchstem Niveau mit 20 Jahren Berufserfahrung und einem Höchstalter von 20 Jahren zu Niedrigstlöhnen.

Ja, hätte ich auch gerne, mein Putze soll 20 sein, 20 Stunden am Tag im Einsatz und mit ein bis zweimal Lächeln bezahlt sein.

Dann habe ich ein Leben wie ein Betriebsrat.

Hans Vogel
00
21.5.2011, 13:21
Wem es nicht paßt

soll halt nichts geben!

pascale
46
21.5.2011, 06:50
Derzeit halten sich in Graz rund 40 Roma aus Hostice auf.

Etwa 15 sind in einigen Pfarrhöfen mit Arbeiten beschäftigt, vier haben Jobs bei Firmen gefunden, die anderen - Männer und Frauen - verkaufen die Straßenzeitungen "Megaphon" und "Global Player".
Das sind aber nicht die qualifizierten Fachkräfte die Österreich angeblich dringend benötigt...

Ewigkeit
00
21.5.2011, 13:15
Sie mißverstehen den Begriff "Qalitätskontrolle" !

pascale
21
22.5.2011, 09:39
Ihre Zeile würde auch bei keiner Rechtschreibkontrolle

durchkommen...

john.carter.denton
44
21.5.2011, 11:21

das ist auch kein qualifiziertes posting, das österreich dringend bräuchte.

pascale
01
22.5.2011, 09:43
Vermutlich wissen nicht einmal unsere

hochqualifizierten Politiker was Österreich dringend bräuchte.

Tell Smith
 
65
21.5.2011, 00:04
interessant

"weil es gegen das Recht auf die freie Gestaltung der persönlichen Lebensführung verstößt"

Ich bin gespannt wann sich der erste Profikiller meldet, denn der ist ja auch durch die aktuelle Gesetzeslage in seiner freien Lebensgestaltung eingeschränkt.

xxx...yyy...
21
21.5.2011, 02:56
so recht geschnallt haben sie das offenbar nicht...

Hosenträgerträger
44
21.5.2011, 00:57
Mit dem Unterschied:

Der Bettler tut keinem weh.

x12r13
23
21.5.2011, 08:52
Nackt in der Strassenbahn

Menschen die nackt in der Strasenbahn fahren tun auch niemand weh. Freie Lebensführung und so.
Irgendwie komm ich mir als Trottel vor wenn ich arbeite.
Wenn das so weitergeht gibts bald wieder Arbeitslager für Asoziale.

Hosenträgerträger
01
22.5.2011, 09:40
Ich hab rein den Vergleich, Bettler - Profikiller etwas überzogen gefunden.

Nacktfahrer-Bettler ist übrigens auch noch heftig. Aber es ist insofern zu verzeihen, dass wir als Menschen immer gerne das Unangenehme aus dem Blickfeld verbannen wollen. Weg mit den Bettlern, den Kranken, den Behinderten. Die sollen sich gefälligst nicht auf der Straße zeigen...
Bedenklich...

Mycroft Holmes
13
21.5.2011, 13:40

Weil Betteln ja bekanntlich sooo lustig ist.

Angela Engel
02
21.5.2011, 11:00
Arbeitslager für Asoziale

Ui, wenn das wirklich so kommt, werden dann wohl bald viele Chefetagen und das Parlament ziemlich menschenleer sein.

der feuerrote frederik
25
20.5.2011, 16:58
katholerer vs sozialdemokraten

erstaunlich ist es schon:
wenn die sozialdemokraten rasant nach rechts abdriften, überholen die liberalen katholiken von links und bringen verfassungsklage ein.
also ich bin amüsiert!

sotho talker
 
13
20.5.2011, 16:45
das bettelverbot!

ist völlig sinn und zahnlos. dieselben leute stehen immer noch an denselben plätzen.

sie haben jetzt irgendwelche zeitschriften in der hand die sie "verkaufen" oder "informieren" (keine ahnung). aber jeder kennt natürlich die bettler in seiner umgebung und weiß da es sich um dieselben leute handelt: das sind bettler und die haben nur was in der hand um einen grund zu haben dort zu stehen...

dieses völlig unsinnige verbot gehört sofort abgeschafft.

F.S.K
02
21.5.2011, 13:50

nach ihrer beschreibung gehört es eher ausgedehnt auf scheinverkäufer

sotho talker
 
00
21.5.2011, 18:59
in einem kapitalismus

und wir leben nun mal in einem solchen, kann man nicht verbieten das jemand etwas verkaufen will.

ausnahmen gibt es nur für gesundheitsgefährdende oder sonstig gefährliche güter oder güter die eine bestimmte befähigung beim verkauf brauchen.

dazu gehören zeitschriften sicher nicht...

oder wollen sie damit sagen die einen sind gleicher als die anderen? kronezeitungsverkäufer gut, wischiwaschiblätterverkäufer schlecht?

genauso müssen sie dann den leuten verbieten auf missstände durch infoblätter in belebten zonen aufmerksam zu machen. oder die zeugen jehovas und und und und bis zum politischen standl in der fuzo vor wahlen.

diese kette führt direkt zu menschen zweiter klasse und wir wissen alle wie das immer endet.

Ernst Kratochwil
01
23.5.2011, 11:08
kann man nicht verbieten das jemand etwas verkaufen will.

..

Doch, das kann man. Und dort wo man es nicht kann unterliegt es bestimmen (zB steuer- und gewerberechtlichen) Auflagen und Vorschriften.

sotho talker
 
00
23.5.2011, 16:56
ich bin auf derartige auflagen in meinem posting schon eingegangen

man kann ja gerne anregen an bettler konzessionen auszuteilen und zu registrieren das würde niemanden stören...

diese vorschläge kamen von wohlfahrtorganisationen schon lange wurden aber von der politik aus kostengründen nicht angenommen.

trollvottel
35
20.5.2011, 17:11

Die Österreicher lieben unsinnige Vorschriften, um Andere zu quälen. Nimm als Beispiel die Leistungsnachweise: Statt einfach zu sagen, dass jeder bis 26 seine Familienbeihilfe kriegt, wenn er studiert ... kommen die Geizhälse und Neider ins Spiel. Also musste ein System her, wo jeder Student Zeugniskopien bei einem Amt einreichen muss, das die dann einzeln abstempelt; die paar Dutzend Beamten, die die Leistungsnachweise überprüfen, sind mehr als 10x so teuer wie die "Einnahmen", wenn man einem jungen Hungerleider die FBH wegnimmt und das Weiterstudieren verhindert.

Ewigkeit
42
20.5.2011, 15:29
Der Berufsstand der Betteler sei anerkannt.

Ist der zeitälteste Beruf überhaubt.

Mir geht es mehr um die Unverfrorenheit, mit der Politik meint sich in das Leben Einzelner einmischen zu können, ohne in Notfällen nach Abhilfe zu sinnen.

Roland K.
46
20.5.2011, 16:57
Nur das Betteln kein Beruf ist,

weil keine Leistung erbracht wird.

Ewigkeit
10
21.5.2011, 13:29
Das gilt auch für Beamte!

Aber wenn zwie bis drei BettlerIn ein Stück aufführen, etwa wie Hr. Betriebstat mit Kündigungsliste durch den Betrieb geht und jene die den Pfusch am Wochenende für seine Villa ablehnen, aufschreibt, dann wird es eine Leistung.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 28
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.