Marko Arnautovic ist nach Team-Nichtnominierung "enttäuscht", will sich aber ändern - Zukunft offen: "Weiß ja nicht, ob Constantini dann noch Trainer ist" - Schweinsteiger sagt für EM-Spiel gegen Österreich ab
München/Wien - Marko Arnautovic hat sich nach der Nicht-Nominierung für die kommenden ÖFB-Länderspiele enttäuscht gezeigt. In einem Interview mit der "Bild"-Zeitung (Freitag-Ausgabe) sagte der 22-jährige Bremen-Legionär: "Natürlich, gegen die Deutschen wäre ich gerne dabei gewesen. Jetzt kann ich die Mannschaft nur im Hotel und auf der Tribüne unterstützen, aber nicht auf dem Platz helfen." Österreich empfängt in der EM-Qualifikation am 3. Juni Deutschland in Wien und spielt vier Tage später in Graz freundschaftlich gegen Lettland.
Auch Arnautovic vermutet, dass die Kabinen-Auseinandersetzung beim jüngsten Länderspiel der Grund für den Verzicht von Teamchef Dietmar Constantini gewesen sei. "Aber in Bremen habe ich ja zuletzt auch nicht oft gespielt", betonte Arnautovic. Ob dies überhaupt das Ende seiner Teamkarriere bedeuten könne, glaubt er aber nicht. "Keine Ahnung, was beim nächsten Mal passiert. Ich weiß ja nicht, ob er (Constantini/Anm.) dann überhaupt noch Trainer ist. Man liest da so einiges."
Dass er sich ändern müsse, ist Arnautovic aber offenbar bewusst, auch bei Werder Bremen. "Ich war ja auch kein Engel hier. Es gab ein paar Vorfälle, an denen ich schuld bin. Ich weiß, dass ich mich ändern muss, das muss nicht immer gesagt werden", erklärte der kreative Offensivmann, dem zunehmend vorgeworfen wird, sein Talent durch unbedachte Verhaltensweisen zu verschleudern.
Kein Zirkus abseits vom Platz
Er habe ohnehin schon vor Wochen begonnen, sich zu ändern, beteuerte Arnautovic in dem Interview. "Vor dem Spiel gegen Dortmund habe ich Scheiße gebaut. Seitdem konzentriere ich mich nur auf Fußball - nicht auf den Zirkus neben dem Platz." Jedoch sei ihm aufgefallen, "dass ich nichts ändern muss, wenn ich Tore mache. Spiele ich schlecht, soll ich mich ändern." Vor der Werder-Partie gegen den neuen deutschen Meister war der Österreicher in einer
Disco gesehen und daraufhin von Trainer Thomas Schaaf aus dem Kader
gestrichen worden.
Gespräche mit Bremens Geschäftsführer Klaus Allofs und Schaaf hätten ihm bei der Kurskorrektur geholfen, aber auch die Familie. "Ich habe hier viel auf den Deckel bekommen. Das war auch okay so. Aber nächste Saison will ich es besser machen", erklärte Arnautovic. Konkret: "Drei Tore in 25 Spielen sind eine schlechte Leistung bei meinem Können. Hier wird mehr von mir erwartet, ich erwarte selbst mehr. Ich garantiere, dass ich nächste Saison häufiger treffe!"
Fehlen wird beim EM-Qualifikationsspiel Österreich gegen Deutschland nicht nur Arnautovic sondern auch Bastian Schweinsteiger. Der 87-fache DFB-Teamspieler sagte wegen der Folgen eines Zehenbruchs für die kommenden drei Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft gegen Uruguay (29. Mai), Österreich (3. Juni) und Aserbaidschan (7. Juni) ab. Der 26-Jährige hatte in den vergangenen Wochen trotz Zehenbruchs gespielt. Der deutsche Teamchef Joachim Löw nimmt nach DFB-Angaben keine Nachnominierung vor. (APA/red)