Apple und Co bei Datenschutz-Anhörung vor US-Senat

20. Mai 2011, 11:22
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Untersuchungen zu Privatsphäre und Ortsdaten - Apple, Facebook und Google sagen aus

Vertreter von Facebook, Apple, Google und der US-Handelsaufsichtsbehörde (FTC, Federal Trade Commission) sagten am Donnerstag vor dem Senat zum Thema Datenschutz auf Mobilgeräten aus, berichtet Ars Technica. Im Mittelpunkt stand die Sammlung und Speicherung von Ortsdaten. Dem Termin war eine erste Senats-Anhörung zu Datenschutz, Technik und Recht vorausgegangen. Nun sollten die Firmen-Repräsentanten vor dem Unterausschuss für Verbraucherschutz, Produktsicherheit und Versicherungen aussagen.

Rolle der Regierung

Eingefunden haben sich Facebooks CTO Bret Taylor, Apples VP Catherine Novelli und Alan Davidson von Google. Unter anderem sollte geklärt werden, welche Rolle die Regierung bei der Etablierung gesetzlicher Standards zum Datenschutz der Konsumenten spielen könnte und sollte. Berücksichtigt wurde dabei die Tatsache, dass über Mobilgeräte persönliche Informationen gesammelt und übertragen werden können.

Location Services

Das Problem, so Senator John Kerry, betreffe nicht nur Smartphones in Verwendung mit Ortsdaten. Vielmehr gehe es darum, das Mobiltelefon und Apps in den Kontext einer umfassenderen Diskussion über Privatsphäre zu setzen. "Einfach die Location Services zu kappen ist keine Lösung - Ortsdatendienste haben Vorteile, auf die wir nicht mehr verzichten möchten. Dennoch müssen App Entwickler und Netzwerkanbieter Verbrauchern grundlegende Datenschutzrechte zusichern. In erster Linie sollte für genug Transparenz gesorgt sein, die Konsumenten müssen wissen, welche Informationen gesammelt und weitergegeben werden.

Vertrauen ist Fundament

Bret Taylor, Technik-Manager bei Facebook, sagte, das Internet habe sich in den vergangenen zehn Jahren von einer größtenteils statischen zu einer dynamischen Sphäre entwickelt, in der soziale Kontakte geknüpft und Informationen geteilt werden. Gerade aber das soziale Netzwerk hatte in jüngster Vergangenheit mit dem Vorwurf, nicht viel auf die Privatsphäre seiner User zu geben, zu kämpfen. Da mutet Taylors Aussage, Vertrauen sei das Fundament für die Location Services, etwas grotesk an. "Es haben alle Seiten", so Taylor, "dafür zu sorgen, dass Privates privat bleibt. Dazu gehören User ebenso wie Service Provider, Drittentwickler und Gesetzgeber".

Google Maps

"Unseren Untersuchungen zufolge nutzen 40 Prozent der Google Maps User den Dienst mobil, zum Beispiel über iPhones und Android-Geräten", so Alan Davidson. Der Google Director gab dennoch zu bedenken, eine künftige Verwendung der Location Dienste sei in Gefahr, wenn Konsumenten nicht mehr darauf vertrauen können, dass ihre Privatsphäre gewährleistet ist.

Strengere iAd Policy

Apples VP Catherine Novelli beschränkte sich in ihrer Aussage darauf, die Privacy Policy des Unternehmens, die strenge Anforderungen an die Entwickler und umfassende elterliche Kontrollmaßnahmen hervor zu streichen. Zudem verwies sie auf die kürzliche Änderung der iAd Policy Strategie, die verbesserten Schutz von App-Werbung an Kinder bieten soll.

Jugendschutz

Besonderes Augenmerk legten die Senatoren bei der Anhörung in das Thema Jugendschutz. Es sei unbedingt notwendig, Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu erleichtern, gepostete Informationen dauerhaft zu entfernen. Laut Amy Shenkan von der Common Sense Media, die ebenfalls vor dem Senat aussagte, sei es problematisch, von Dritten gespeicherte Daten zu entfernen: "Ich glaube nicht, dass wir einen Zaun bauen können, der so hoch ist, dass dies möglich ist." (ez, derStandard.at, 20. Mai 2011)

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    montage: standard, beigelbeck
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