Legende

Erinnerungen an Leopold Stastny

20. Mai 2011, 10:35

Längstdienender ÖFB-Teamchef der Geschichte wäre am 23. Mai 100 Jahre alt geworden

Wien - Keiner war länger Teamchef der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft, kaum einer hat den heimischen Fußball so geprägt wie Leopold Stastny. Der Slowake war über sieben Jahre ÖFB-Teamchef, Gründer der Schülerliga und machte sich jahrelang in der Trainer-Ausbildung verdient. Am 23. Mai wäre der im Jahr 1996 verstorbene Stastny 100 Jahre alt geworden.

Der in Bratislava (Preßburg) geborene Stastny war ein Stück österreichischer Fußball-Nachkriegsgeschichte. Als Aktiver war er Verteidiger bei Slovan Bratislava und fünffacher tschechoslowakischer Teamspieler, als österreichischer Teamchef regierte er von 1. Juli 1968 bis 30. September 1975 und damit so lange wie kein anderer. Dass seine siebenjährige Ära nicht zu den erfolgreichsten zählte, und er dennoch so lange die Geschicke der Nationalmannschaft lenkte beweist, wie sehr sein Wort als Trainer und vielleicht noch mehr als profilierter Fußball-Lehrer stets Gewicht hatte.

Stastny war im Frühjahr 1975 Begründer der österreich-weit gespielten Schülerliga. Danach stellte er die Trainerausbildung auf die Beine, ganze Generationen von Trainern lernten nach seinen Richtlinien. Seiner Fußballweisheit fehlte letztlich nur das Quäntchen Glück. 1967 etwa verpasste Wacker Innsbruck unter Stastny nur um ein einziges Tor den Meistertitel.

49 Länderspiele fielen in die Teamchef-Ära des Slowaken mit dem trockenen Humor. Mit 15 Siegen, 16 Unentschieden, 18 Niederlagen (Torverhältnis 58:62) bilanzierte er leicht negativ. Seine größte Enttäuschung war wohl das Scheitern in der Qualifikation für die WM 1974 in Deutschland. Der Aufstieg war zum Greifen nah gewesen, im Entscheidungsspiel in Gelsenkirchen verlor die ÖFB-Elf aber als bessere Mannschaft bei heftigem Schneetreiben gegen Schweden unglücklich mit 1:2.

Stastny war danach nur noch kurze Zeit Teamchef. Sein Nachfolger wurde Helmut Senekowitsch, der dann weit mehr Glück hatte. Und einen Stamm von herausragenden Spielern, die unter Stastny den Sprung ins Nationalteam geschafft hatten. Herbert Prohaska, Hans Krankl, Bruno Pezzey, Erich Obermayer, Friedl Koncilia, Kurt Jara oder Willy Kreuz zählten zu jenen 48 Kickern, die unter Stastny im Team debütierten.

Stastny übersiedelte 1980 nach Toronto zu seinem Sohn, kam aber jahrelang zum Finale "seiner" Schülerliga nach Österreich zurück. Am 14. Mai 1996 starb Stastny in Kanada kurz vor seinem 85. Geburtstag. (APA)

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10 Postings
pike bishop
01
21.5.2011, 17:16

Als stasny zum ersten Mal nach Österreich kam und igrendwo aus dem Auto stieg, rief ihm einer entgegen. "Heiße Würstel" Die Antwort: "sehr erfeut! Stasny."
Da es solche Blödheiten mit unbewegtem Geischt erzählte,war das wirklich lustig. Für mich jedenfalls.

living reef
01
20.5.2011, 17:39
:unvergessen auch der sager

"taktik war richtig, nur gegner hat anders gespielt..."

Matt Tango
12
20.5.2011, 12:16
Unvergeßlich ...

"Waren wir bessere Mannschaft, aber Gegner hat geschossen mehr Tore." Stastnys Humor war wirklich gut, nur Krankl kann ihm das das Wasser reichen.

Gerda Soros
04
20.5.2011, 14:52

Aber Stastny hatte deutlich mehr Hirn als Krankl, er war wirklich ein toller Trainer, mit dem die Nationalmannschaft absolut beeindruckende Spiele hingelegt hat. Aber er hatte wirklich Pech...

Easy Rawlins
01
20.5.2011, 14:39

Und natürlich sein Reim, der eigentlich auf jeden Goalesel zurifft: Es war ein Vater, der hatte zwei Kinder, eines war Torman, das andere g'sinder.

Easy Rawlins
11
20.5.2011, 11:05
"Keiner war länger Teamchef der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft"

Hugo Meisl?

Vesthofen
22
20.5.2011, 11:21

hab ich mir auch schon gedacht. nachdem unser qualitätsjournalismus von superlativen leben muss, kann es nur heißen, entweder längstdienender seit dem 2. wk oder der hugo war halt "nur" verbandskapitän, der die mannschaft aufstellte.

apa-artikel voller fehler.

miles a head
12
20.5.2011, 12:24
meisl

war wahrscheinlich auch der beste (sozusagen zu groß für restösterreich ;-))

miles a head
10
20.5.2011, 12:23
grünes stricherl

für den 'qualitätsjournalismus' ;-)

Easy Rawlins
11
20.5.2011, 11:32

Wobei die Funktion des Verbandskapitäns der 20er/30er Jahre ja eigentlich weit umfangreicher war als die eines heutigen Teamchefs und zB jene organisatorischen Aufgabenbereiche umfasste, die heute ein ÖFB-Generalsekretär bzw ein Teammanager ausübt. Und trainiert hat Meisl das Team ja meistens auch, nur für wichtige Spiele holte er sich noch punktuell einen Trainer (wie Jimmy Hogan) dazu.

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