Flexibler Motorenpapst

20. Mai 2011, 16:45
  • Aller Vermutung zum Trotz setzte das Motorensymposium mit Einzug der Elektrizität keinen Staub an.
    foto: heinz-willi frey / pixelio.de

    Aller Vermutung zum Trotz setzte das Motorensymposium mit Einzug der Elektrizität keinen Staub an.

Es werden nur jene technischen Lösungen kommen, für deren Erforschung und Umsetzung in die Praxis sehr viel Geld ausgegeben wird

Eine wesentliche Entwicklung hat das Wiener Motorensymposium in seinem tiefsten Inneren erfahren, vielleicht auch als Spiegelbild unserer Mobilitätsgesellschaft: Galt die Idee eines Hybridantriebs vor wenigen Jahren noch gewissermaßen als Einmischung von außen, ist die Zusammenführung von Verbrennungs- und Elektromotor mittlerweile eine unverzichtbare Strategie zwecks Prolongation des gewaltigen Erfolges des Automobils.

Auch der ehrwürdige Veranstalter selbst, der mittlerweile emeritierte TU-Professor Hans Peter Lenz, ist im Zuge dieses Wandels zu beachtlicher Hochform aufgelaufen. Als Institutsvorstand für Verbrennungskraftmaschinen und Kraftfahrzeugbau noch strikter Verteidiger der Verbrennungskraftmaschine, zeigt gerade "sein" Symposium nun progressiv die neuen Wege auf.

Als langjähriger Beobachter hätte man eher darauf getippt, das Motorensymposium würde mit Einzug der Elektrizität ins Automobil immer mehr Staub ansetzen und dann darunter verschwinden, wofür die Hofburg als Veranstaltungsort einen durchaus passenden Hintergrund abgegeben hätte. Aber nein, die Fenster sind offen, der Frühlingswind weht herein. Und wir können alle etwas lernen daraus.

Zum Beispiel: Wir können träumen, wovon wir wollen, es werden trotzdem nur jene technischen Lösungen kommen, für deren Erforschung und Umsetzung in die Praxis sehr viel Geld ausgegeben wird. Zukunft gestalten heißt im Wesentlichen finanzieren.

Dass die guten Zeiten fürs Auto gelaufen sein sollen, war vor Ort auch nicht absehbar. Es herrscht sogar wieder mehr ingenieurmäßige Begeisterung als in den Jahren zuvor, als Maschinenbau und Elektrotechnik noch zwei getrennte Milchstraßen waren. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/20.05.2011)

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Deitsche Sprach, schwere Sprach... Was Poster posten, is ja wuascht, aber Journalisten sollten doch...

...

ein bißchen Tau von Grammatik, Stilistik und dem, was sonst dazugehört, haben.

Deshalb sei schon der fast bewundernswerte sprachabsurde Satz angeprangert:

"Als Institutsvorstand für Verbrennungskraftmaschinen und Kraftfahrzeugbau noch strikter Verteidiger der Verbrennungskraftmaschine, zeigt gerade "sein" Symposium nun progressiv die neuen Wege auf."

K.ü.

Päpste sind ja bekanntlich unfehlbar, ...

und wer es nicht glaubt, der wird exkommuniziert !
Kann mich noch erinnern, wie der Herr Dekan Lenz seinerzeit die Schaffung eines Instituts für Schienenfahrzeugbau verhindert hat, das von den Studentenvertretern gefordert worden ist.

So sind sie eben, die Päpste: Immer der Reinheit der Lehre und dem Kampf gegen abweichendes Gedankengut verpflichtet...

entweder

wir verbrennen in Zukunft kalt - wie soll das gehen - oder wir lernen die Abwärme zu nutzen um den Wirkungsgrad zu erhöhen. Wenn wir dann z.B. 90% Wirkungsgrad erzielen könnten - dann wären wir bei 2,5 Liter Autos - aber nur dann.
Alles andere, was jetzt 2,5 Liter verbraucht ist kein Auto.....

Nur die komplette "Entmannung" der Fahrer - automatischer Kolonnenverkehr auf minimum Abstand, gesteuerte Beschleunigung, gesteuerte Geschwindigkeit, Verkehrsfluss zentral geregelt, kein Parkplatzkreiseln etc könnte uns noch 25% -30% Reduktion bringen.

"oder wir lernen die Abwärme zu nutzen um den Wirkungsgrad zu erhöhen"

da gibts so grundsätze in der thermodynamik die das verunmöglichen. bessere nutzung der energie geht nur über höheren druck, höheres temperaturgefälle, usw. ... man hat hier aber zielkonflikte, weil man bei höherer verdichtung nicht nur klopffesteren sprit braucht sondern soweit ich weiß auch mehr schadstoffe rauskommen ... vielleicht ist das bei ethanol odgl. besser. - 90% erscheint jedenfalls unmöglich.
es gab auch experimente von bmw um die hitze der auspuffgase nutzbar zu machen, ich weiß aber nicht ob das am ende irgendwie wirtschaftlich war.
ich hätte da ja meine eigenen ideen, aber leider fehlen mir die möglichkeiten (um im praktischen versuch herauszufinden dass die ideen eh unsinn sind ;-) )

Wer hier Rot vergibt, ist wohl Tankwart von Beruf. Fakt ist, dass die neuen Autos ausnahmslos mehr verbrauchen, als die Autos von den Baujahren 1990-2000 zB.: Ford Fiesta Diesel Bj ca. 1993-95 verbraucht nur ca. 3,5 Liter, der aktuelle 5 Liter

aufwärts, genauso wie beim Audi A4 TDI 4,5 Liter auf 6,7 Liter und vielen anderen.

Nicht nur die Motorenentwicklung ist ein Witz, hauptsächlich die rasante Gewichtszunahme der PKWs in den letzten 10-15 Jahren führt zu solchen Steigerungen beim Spritverbrauch.

Obwohl hier dass grösste Potenzial steckt, stockt die Entwichlung leichterer und damit umweltfreundlicheren Teilen seit Jahren.

Neuere und sehr schwere Autos sind zB.: auch der Opel Astra und Insignia.

mfg

naja - bin kein Tankwart

aber fahre jetzt schon lieber mit 1.500 kg und mehr als mit 75o kg und die Physik lässt sich nicht lumpen.

Wenn ich heute mit einem optimierten 3 Liter Diesel 6 Zylinder konstant mit 130 real unterwegs bin, brauche ich wesentlich unter 6 Liter.

Wenn ich das mit dem Fiesta von damals machte, hätte ich sicher durch Rollwiderstand, Luftwiderstand etc um die 7 verbraucht?

Plus Klima, plus Tagfahrlicht, plus Stereoanlage mit ???Watt, plus plus plus ....

Lass mal alles weg - und schon ists besser

auch wenn diese beiden autos den selben namen tragen ist der neue, aus sicht des 93er modells, eine klasse höhrer anzusiedeln. von der abgasnorm (siehe vorposter) gar nicht zu reden. die 3,5l beim 93er würd ich gern in natura sehen. der testzyklus damals war ja jenseitig, da verbrauchten die autos nur ungefähr die hälfte von den realverbräuchen (heute kann man wenigstens den stadtverbrauch als übliches maximum annehmen, mehr verbrauchen im mischbetrieb geht faktisch nicht).

"Ford Fiesta Diesel Bj ca. 1993-95 verbraucht nur ca. 3,5 Liter, der aktuelle 5 Liter"
93-95 war abgasnarm euro1, nicht euro5.
den aktuellen normzyklus gibts auch erst seit 96, also wie soll man da den verbrauch vergleichen?

und fragen wir mal den spritmonitor: durchschnitt des alten fiesta diesel liegt bei 5.2l, durchschnitt des neuen liegt knapp darunter.

ich erwähn ja garnicht dass der alte fiesta zum teil nichtmal airbags hatte. leichtbau ist einfach wenn man auf sicherheit, verwindungssteifigkeit, geräuschdämmung usw. verzichtet.
also, gähn. ihr posting ist von vorne bis hinten humbug und ich wunder mich echt dass sich gleich 5 leute finden die das ungefragt toll finden.

Das hat mit Wirtschaftlichkeit zu tun. Niemand wird einen ultaleichten Insigia um 90 TEUR kaufen.

also ganz kann ich Ihnen nicht zustimmen.

Ein Lotus Exige hat auch 950kg.. allerdings mit Airbags.

Ganz weg wischen kann man das Thema Gewicht nicht.
Stellen Sie sich einen C Kadett vor mit 97 PS aus 1,6l. Der geht sicher um Welten besser als ein neuzeitlicher Golf 5.
Und 9ff hat es mit dem 3L Golf ja auch bewiesen welchen Einfluss das Gewicht druchaus hat. (Der übrigens noch immer modernen Sicherheitsstandards genügte)

Was ich hier lese von automatisiertem Kollenenverkehr, und Abstandstempomat usw.. bringt mich wieder zu meiner üblichen Aussage: Die ÖBB bieten das bereits jetzt, und verbinden jede grössere Stadt in Österreich.

In Anbetracht von Parkplatzgössen sollte man wirklich nötiges Gewicht und Grösse eines KFZ in Frage stellen und diskutieren.

eine lotus exige hat keine geräuschdämmung, innen nacktes klapperndes alu, außen eine nicht billige gfk-karosserie die auf einem nicht billigen alurahmen ruht und bietet damit genau 2 personen und einer pizza calzone platz. feines auto, aber einfach kein maßstab. nichtmal servolenkung gibts und die klima ist auch optional.

ich brauche in 95% der fälle nicht mehr platz.
2 Leute Plus Gepäck für 1 Woche.
Ich brauch keine Servolenkung.. wozu auch wenn das Gewicht des Fahrzeugs passt.
Aber um das geht es nicht.

eine Kleinserie wird niemals günstig sein. Die Entwicklung vom 2 Zylinder Fiat Motor war sicher auch nicht billig, wenn nicht die Stückzahlen dafür da wären.
Und der Versuch von 9ff hat gezeigt das es Möglich ist, und welchen Einfluss das Übergewicht hat.

aja nochwas. gepäck für 1 woche geht nicht in eine exige rein. gepäck für 1 woche für 2 leute schaff ich nichtmal mit meinem 370z, und da hab ich noch kleine ablagen hinter den sitzen.

zumindest nicht wenn die 2. person ne frau ist. :-)

und kauft man am zielort noch was ein, kann man sichs mit der post heimschicken lassen.

offenbar sehen das aber nicht viele leute so, nachdem es in österreich nichtmal 600 lotus gibt (und da sind diverse alte esprit, europa usw. auch dabei)

spätestens meine freundin könnte und wollte mit ner exige nicht fahren. und am weg nach salzburg täts bei st. pölten aussteigen weil ihr der lärm auf die nerven geht.
der motor ist eh ein toyotamotor. gfk und alu wird nicht viel billiger durch großserie. carbon ja auch nicht.
und die leute wollen ein auto was 100% der fälle abdeckt. ich hab nix davon wenn ich zu 95% der fälle auskomme wenn ich mir in 5% der fälle jedesmal irgendwo anders ein auto organisieren muss.
schonmal mit ner exige einkaufen gewesen? ich schon. da fährt man 2x.
und einen zweitwagen kann sich nicht jeder leisten. schon garnicht einen 60k €-zweitwagen.
ich bin ein großer fan von diesen autos. aber ich weiß auch warum sie nicht gehen wie die warmen semmeln.

also

ich hab jeden Einkauf sogar den für die woche in der Exige untergebracht. die 4km gehts steht das zeug halt im beifahrerfussraum.
aber es geht hier ja jetzt nicht um unserbeiden Befindlichkeiten.

Mir gehts darum. Jetzt kommen schon die Assitenten damit die Kisten noch in die Garagen dieser Welt passen. Einerseits regt sich jeder, bzw viele auf das der Sprit so teuer ist. Andererseits wird jedes Auto immer grösser. Sind wir doch ehrlich die Autos werden in den seltensten Fällen voll ausgelastet. Gleichzeitig wird jedes folgende Auto aber immer grösser. Und gerade wenn jemand mit Verbauch und Umwelt argumentiert, dann muss auch das Thema Gewicht und Grösse vorkommen.

mir brauchst das auch nicht sagen, unser (vom fassungsvermögen) größtes auto ist ein mini :-)

zwar werden einzelne modellreihen (z.b. golf usw.) immer größer, allerdings rücken am unteren rand der palette ja auch immer wieder neue kleinwagen nach, die ja derzeit allgemein im trend sind. (ok das sind suvs auch, aber da fühlen sich halt die ehefrauen sicherer drin und übersichtlicher sinds auch)

siehst und das wundert mich

erinner dich wie gross der ur mini war. Und wo sind meine Eltern mit Kind damals überall hingefahren. Quer durch Österreich, usw.
Heute braucht es dafür schon einen 3er BMW oder grösser.
das der Neue 3 so viel braucht wie damals der Mini, kein Thema, aber da schlummert enormes Potential.

Ich wunder mich immer mehr, weil grad ich bin ein Irrer (2 Oldtimer Traktoren, 1 noch Youngtimer, 1 Waldauto, 1 "normal" Auto). Nur mein Youngtimer (3 Türer 1,6l Bezin 124 PS braucht nicht mehr als der Neuwagen 3T 1,4 116PS Bezin meiner Schwester.
Unterschied sind aber 900kg zu 1280kg Eigengewicht

wir hatten früher einen käfer wo wir kinder zu viert hinten dringesessen sind. allerdings waren wir da auch ned angeschnallt, war halt nicht üblich damals. das sieht man heute anders, ebenso wie die crashsicherheit, oder die abgasnormen die den verbrauch des ur-minis einfach nicht vergleichbar machen. der stößt nämlich immer noch 1000mal soviele schadstoffe aus wie eine moderne corvette. und abgasnachbehandlung kostet verbrauch, ist so. genauso wie crashsicherheit gewicht kostet - sofern sie leistbar sein soll.

unser mini braucht übrigens im hauptsächlichen stadtbetrieb 7l wenn meine freundin fährt und 10-11l wenn ich fahre, ist ok für nen cooper s automatik, finde ich (ich schone ihn nicht, also gehen auch nicht viel mehr als 10l)

also jetzt fühl ich mich beleidigt

früher warens gussblöcke.. jetzt alu..
der motorblock vom Evo 5 zum Evo 8 hat um 12% abgenommen und dabei um 30 PS mehr entwickelt. inklusive der Abgasreinigung.

Gurte und Airbags machen keine 300 kg aus. Crash Sicherheitkanns auch nicht sein, wenn ein 5er BMW E34 noch eine verzinkte Stahlkarosse hatte und ein F10 aus Alu fährt. Am Ende wird doch jeder technologische Spareffekt wieder verschwendet.

warum beleidigt?

der motorblock beinhaltet aber gewichtsmäßig nicht den turbo und nicht die abgasreinigung (fallst du das gemeint hast?)
airbags werden schon was ausmachen, bestehn ja nicht nur aus den luftsäcken selber.
das auto ist als ganzes größer, braucht daher auch bei leichteren materialien steifere strukturen. auf den raum gerechnet macht das schon was aus.
die glasflächen sind auch größer, glas ist schwer. panoramadach usw. ist auch verbreiteter als früher.
die lärmdämmung wird auch einiges ausmachen
natürlich auch so dinge wie klimaanlage, navi usw. glaube aber nicht dass das das kraut wirklich fett macht.
das leergewicht wurde früher anders berechnet. jetzt 70kg fahrer + 3/4 tank glaube ich.

stell mal ein modernes Auto

so wie du es fährst auf eine Brückewaage und addiere dann die 70kg dazu..
wie die das Messen ist mir unklar, aber vergleichbar sind die Angaben nicht.

Wenn ich mir überlege was wir da durchschnittlich an diskrepanz festgestellt haben.m müssten die ohne Scheibenreinigungsmittel, ohne Reserverad, ohne Kopfstützen gemessen haben

Die Frage die ich stelle ist ja.. Braucht irgendwer die paar cm Mehr vom alten auf den neuen 5er? Gewichtstechnisch machts 180kg aus. und wer brauchts ?

Seit Alfred Sloans Zeit bei General Motors hat die Automobilindustrie das Ausmaß an Innovation, das auf den Markt gebracht wird, konsequent auf ein absolutes Minimum beschränkt und Konsumenten mit jährlichen Modellpflegen von dieser Tatsache abgelenkt. Wäre die Elektronikindustrie einem ähnlichen Weg gefolgt, würden wir alle noch mit dreifach verchromten Röhrenradios dem Neujahrskonzert folgen. Auch auf dem Motorensymposium werden regelmäßig Kleinstinnovationen vorgestellt, die zu gewaltigen, heroischen Schöpfungsakten hochstilisiert werden.

Ist halt eine hochemotionale Branche.

Soviel Tam-Tam um ein absolutes Wegwerfprodukt mit angepeilten 2000 Betriebsstunden.
Ein Verbot von Verbrennungsmotoren käme emotional der Abschaffung von Fussball gleich.
Ist halt die ideale Geldmaschine - Da wird sinnloses Herumgefahre als "Wiedergewinn" der verlorenen Individualität geboten - das wird ein ein paar Jahren so lächerlich wie das Rauchen sein.

aha, mit modellpflege also hat man die schadstoffe um den faktor 1000 (und tw. höher) reduziert, die verbräuche/kg gewicht massiv gesenkt und die langlebigkeit erhöht? net schlecht. und bitte keine vergleiche mit elektronik, ja, weil das auto anfoderungen eines im schnitt 1,75m großen menschen in der wahrnehmbaren welt erfüllen muss. nach ihrem blödsinnigen vergleich müsste ein fernsehere heute 2mm klein sein, interessanter weise werden's aber immer größer.

und wenn man dann ein altes Lehrbuch zu Motorentechnologie oder Fahrzeugbau durchblätter

kann man feststellen, dass die meisten dieser neu vorgestellten "Innovationen" bereits vor 50 Jahren bekannt waren.

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