"Es ist nicht gut, kein Knopf zu sein"

24. Mai 2011, 11:36
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Eine "verknöpft und zugenähte" Geschichte für Kinder ab vier Jahren von Ulrike Rylance

Emma hat mit Luise und Gustav wirklich außergewöhnliche Freunde gefunden. Erstere ist ein Silberknopf, der Zweiter ein dicker Trachtenknopf. Beide haben Hände wie Beine, können reden - und natürlich auch denken. Sind einfach Knopfgestalten. Derer gibt es viele im Buch von Ulrike Rylance: Mit Emma im Knopfland legt die geborene Deutsche (Rylance lebt in den USA) ein Vorlesebuch für Kinder ab dem vierten, fünften Lebensjahr vor.

Dass es diese "verknöpft und zugenähte" Knopf-Geschichte gibt, verdanken wir aber zuallererst ihrer Großmutter. Deren Knopfkiste, schreibt Rylance, habe sie "bereits als Kind zu dieser Geschichte inspiriert". Das Mädchen Emma verbringt seine Ferien bei Onkel und Tante - die Mutter ist nämlich auf einer Afrikareise. Beide sind merkwürdige Menschen. Onkel Hubert fliegt etwa immer wieder das Gebiss heraus. Mahlzeit!

Gewohnt wird in einer großen Villa mit strenger Zimmereinteilung: Steinzimmer, Kassenbonzimmer, Briefmarkenzimmer. Und eben einem Knopfzimmer. Als Emma sich dort Eintritt verschafft, beginnt ihre Reise. "Wie lange war ich denn weg?", fragt das kleine Mädchen später ihre Verwandten. "Acht Stunden. Acht ganze Stunden", lautet die Antwort. Mit ihrem Erzählstil hält Rylance nicht nur die Kleinen bei der Stange. Eine Frage liegt dann wohl auf der Hand: "Wo ist eigentlich unsere Knopfkiste?" (DER STANDARD, Print-Ausgabe, Peter Mayr, 21.05.2011)

  • Ulrike Rylance, "Emma im Knopfland".€ 15,40 / 100 Seiten.Jacoby und Stuart Verlag, Berlin 2011
    foto: verlag

    Ulrike Rylance, "Emma im Knopfland".
    € 15,40 / 100 Seiten.
    Jacoby und Stuart Verlag, Berlin 2011

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