Linux-only?

GNOMEOS: Vom Desktop zum Betriebssystem?

Andreas Proschofsky, 20. Mai 2011, 10:52

Stärkere Fokus auf ausgewählte Komponenten und Systeme vorgeschlagen - Diskussion über weitere Ausrichtung

Die "schönsten" Flamewars beginnen üblicherweise aus einer Seitendiskussion zu einem eigentlich vollkommen anderen Thema, so auch aktuell auf der Entwicklungsliste des GNOME-Projekts. Aus einer Diskussion über die Absegnung des Boot-Systems Systemd als offizielle Abhängigkeit, ist nun ein grundlegender Streit über die weitere Ausrichtung des Projekts entbrannt.

GNOMEOS

Der Hintergrund: Einzelnen EntwicklerInnen des Projekts schwebt eine stärkere Konzentration der Bemühungen des Projekts vor. Statt eine Unzahl von verschiedenen Komponenten und Betriebssystemvarianten zu unterstützen, sollte man sich lieber auf gezielt ausgewählte Bestandteile festlegen - und daraus in Folge ein Linux-basiertes GNOMEOS entstehen lassen. Entsprechende Ideen kursieren in der Community schon seit einigen Monaten, wie auch an dieser Stelle schon mehrmals berichtet wurde. Treibende Kraft ist hier nicht zuletzt Jon McCann, der auch maßgeblich für die Koordination der GNOME3-Entwicklung zuständig zeichnete.

Linux-only

Die inhaltliche Überleitung zwischen Systemd und GNOMEOS besteht darin, dass Systemd derzeit nur für Linux verfügbar ist, mit einer fixen Abhängigkeit würde man also anderen Betriebssystemen wie FreeBSD oder Solaris das Leben etwas schwerer machen. Dies auch, da Systemd-Entwickler Lennart Poettering signalisiert, zwar nichts gegen eine Portierung des Boot-Systems auf andere Plattformen zu haben, diese aber nicht in den Hauptentwicklungszweig von Systemd aufnehmen will, um den Code möglichst schlank und übersichtlich zu halten.

Abwägungen

Zudem ist man auch bei Canonical von Systemd bisher nicht sonderlich überzeugt, nicht zuletzt da man in diesem Bereich mit Upstart eine Ubuntu-eigene Lösung hat. McCann argumentiert hier nun, dass man nicht ewig auf alle Eventualitäten Rücksicht nehmen könne, aus der gezielten Auswahl einzelner Komponenten würde letztendlich eine bessere User Experience resultieren.

Ablehnung

Dem stimmen andere GNOME-EntwicklerInnen nur teilweise - oder auch gar nicht - zu. So betonen einige im Verlauf der Diskussion, dass gerade die Platfformunabhängigkeit eine der Stärken des freien Desktops sei. Im Endeffekt geht es aber wohl auch ein stückweit um die Frage, wie offen oder verschlossen man sich gegenüber anderen Plattformen gibt - immerhin ist der Source Code ja ohnehin offen verfügbar und kann entsprechend auch von Dritten portiert werden.

Nutzen

Bei GNOME soll Systemd vorerst vor allem zur Integration mit System-Services zur Zeit- und Spracheinstellung genutzt werden. In weiterer Folge soll es aber auch zum Start der GNOME Session selbst genutzt werden, nicht zuletzt, um den Login weiter zu beschleunigen und besser administrierbar zu machen. (apo, derStandard.at, 20.05.11)

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Amdamdesdissemallepress
51
21.5.2011, 09:42

es funktioniert ja noch nichtmal der gnome3 Desktop gscheit ...wie soll da ein vernünftiges OS draus werden?

Remline Entfzeil
00
21.5.2011, 20:22

Wäre schön, wenn du sagen könntest, was bei dir nicht funktioniert. Bei mir funktioniert er nämlich tadellos.

denkender Mensch
01
21.5.2011, 00:36

Hm seit Unity und der Gnome-Shell überlege ich, mit welchem anderen Desktop ich mich am ehesten anfreunden könnte.

elek
00
23.5.2011, 12:03
same here

Mint will angeblich auch mit Gnome3 die bestehende Oberfläche beibehalten - also keine Gnome-Shell.

M. P.1
01
21.5.2011, 21:33

Ich schiele ein bisschen in Richtung Xfce. Im Grunde bin ich aber noch unentschlossen.

Wobei aber Gnome 3 auch noch im Rennen ist. So ausführlich hab ich ihn noch nicht getestet, um wirklich sagen zu können, ob ich mich damit anfreunden kann oder nicht. Die kommenden Monate werden zeigen, was meine künftige Desktop-Umgebung werden wird.

KDE4 hat dabei nur Außenseiterchancen. Bislang ist da jeder Versuch, mich damit anzufreunden, um zu KDE zurückzukehren (hab KDE bis 3 benutzt) gescheitert.

Gnome 2 war/ist für mich perfekt. Kann alles, was ich brauch, aber ohne unnötigem Klimbim. Und Xfce scheint sich gut anpassen zu lassen, um weitgehend wie Gnome 2 auszusehen.

denkender Mensch
00
21.5.2011, 22:11

Ich sehe das sehr ähnlich und beäuge daher auch XFCE und LXDE.

phaer
00
21.5.2011, 12:27

Die Gnome-Shell ist ja nur ein kleiner Teil von GNOME 3. Man kann GNOME 3 ja auch weiterhin einfach mit Metacity oder sogar Openbox als Windowmanager nutzen. Ersteres mache ich im Moment.

denkender Mensch
01
21.5.2011, 22:12

Ich würde, wenn möglich, einfach gerne bei Ubuntu bleiben und da würden zB. Lubuntu und Xubuntu halt Alternativen darstellen.

go-east
00
24.5.2011, 13:14
z.B.

* Mint 11 (http://www.linuxmint.com/)
* Pinguy OS (http://pinguy-os.sourceforge.net)

Beide mit aktuellen Versionen jeweils basierend auf Ubuntu 11.04.

broncoo
00
21.5.2011, 11:38

wennst zu einem Ergebnis gekommen bist - bitte um Info. Mir geht's genauso :-((

nwanma
00
21.5.2011, 12:52

Ubuntu Natty Classic ohne Effekte + Gnome Do + Global Menu, links ein Panel mit den wichtigsten Anwendungen, links oben Gnome Hauptmenü, unten normales Panel mit 8 Desktops im Switcher ist meine derzeitige Variante am Laptop - schnell und übersichtlich.
Man kann auch das Linux Mint Menü installieren, Konfiguration funktioniert aber teilweise nicht bei mir.
Bald ist eben auch Linux Mint 11 fertig. Wenns etwas ältere Technologie sein darf - Linux Mint Debian (Rolling Release). Ich find auch Natty Kubuntu sehr gut, nur hat die Bereitschaft bei mir nicht fehlerfrei funktioniert.

denkender Mensch
00
21.5.2011, 22:09

Oneiric wird halt leider mit 2D-Unity anstatt mit Classic-Desktop daherkommen.

broncoo
00
21.5.2011, 19:27

Danke! Hab zZ. ein Fedora 11 - das is noch ganz OK (abgesehen von der Pulse-Audio-Katastrophe, die am Anfang Mühe gemacht hab, bis alles funktioniert hat) ...

mo
01
21.5.2011, 09:11
=> KDE

denkender Mensch
00
21.5.2011, 12:12

Zur Zeit überleg ich eigentlich eher in Richtung Fluxbox, XFCE oder LXDE. Aber ich werd mir wenn mal Zeit ist einfach ein paar Desktops in einer VBox anschauen - eine Chance bekommt jeder.

aceFruchtsaft
00
21.5.2011, 11:27

Seit KDE 4.x überlege ich, welchem anderen DE ich mich am ehesten anfreunden könnte.

Glücklicherweise sind die Apps unter Gnome so schwach (z.B. Konqueror file manager vs. Nautilus), dass ich trotzdem bei KDE bleibe.

Sir Harry....
00
21.5.2011, 15:02
Schon KDE 4.5 war völlig in Ordnung...

4.6 funktioniert tadellos. Für mich gibt es keinen Grund über Alternativen nachzudenken.

flexible
00
21.5.2011, 19:01

schliess ich mich an.. auf die beseitigung der letzten flaws kann ich warten - die meisten davon bemerk ich im täglichen arbeiten gar nicht...

es wär aber schon toll wenn das team mal wachsen würde.. bei manchen kde projekten gibts sogar 1mann "teams" - man möchte meinen dass sich irgendwo auf der welt noch weitere c++/Qt entwickler finden die etwas sparetime und interesse übrig haben... ich finde das merkt man schon manchmal wenn sich kleinigkeiten über mehrere releases nicht verbessern, die grossen arbeiten so viel zeit verschlingen dass für die "nebensächlichkeiten" kein platz mehr ist, usw.

broncoo
00
21.5.2011, 11:38

nautilus is wirklich Schrott - ich nutz' KMail und konqueror unter gnome ...

Fairy Tail
00
21.5.2011, 21:28

Weil ist er denn schlecht?

Deathflyer
11
20.5.2011, 16:25

Zu Lennart Poettering fällt mir nur folgendes ein:
http://i.imgur.com/usftZ.png

Und dass gestern wieder einmal mein Ton ned ging, und einmal der Audio-Player gecrasht ist, weil Pulseaudio mal wieder umgebaut hat...

dB. alpha3
09
20.5.2011, 18:17

oder sein "Auftritt" beim 27c3 :D
http://youtu.be/ZTdUmlGxVo0

AngelusNoctis
00
21.5.2011, 13:53

Consolekit don't kill people
People kill people

XD

Pullover aus Milch
00
21.5.2011, 01:24

lololol

denkender Mensch
00
20.5.2011, 23:34

Danke für eine unterhaltsame Stunde!

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