Armstrong belastet

"Sah mehr als einmal, wie er sich EPO gespritzt hat"

20. Mai 2011, 09:40
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    foto: epa/monica m. davey

    Tyler Hamilton kratzt am Mythos Lance Armstrong: "Er nahm, was wir alle nahmen."

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    foto: ap/ peter dejong

    Tour de France im Juli 2002: Lance Armstrong übersteht eine  Doping-Kontrolle als Saubermann.

Olympiasieger Tyler Hamilton gesteht langjähriges Doping, wirft seinem Ex-Teamkollegen Lance Armstrong selbiges vor und gibt seine Olympiamedaille zurück

New York - Der ehemalige US-Radprofi Tyler Hamilton (40) hat langjähriges Doping gestanden und gleichzeitig schwere Doping-Vorwürfe gegen den siebenmaligen Tour-de-France-Sieger Lance Armstrong erhoben. Armstrong habe bei der Tour 1999 sowie vor der Frankreich-Rundfahrt 2000 und 2001 das Blutdopingmittel EPO verwendet, sagte der Zeitfahr-Olympiasieger von 2004 dem amerikanischen TV-Sender CBS. "Ich sah EPO in seinem Kühlschrank. Ich sah mehr als einmal, wie er es sich gespritzt hat", erklärte Hamilton., der  von 1998 bis 2001 an der Seite Armstrongs fuhr und in dieser Zeit an drei Toursiegen des Texaners beteiligt war.

Gegen Armstrong wird derzeit in den USA wegen der seit langem anhaltenden Doping-Vermutungen ermittelt. Der Amerikaner bestreitet die hartnäckigen Vorwürfe vehement. Sein Anwalt Mark Fabiani sagte nach Hamiltons Enthüllungen, der frühere Rennstallkollege habe mit den Aussagen nur den Verkauf seines geplanten Buches fördern wollen. "Er hat seine Story, die er bisher immer erzählt hat, komplett geändert", behauptete Fabiani. Hamiltons Aussagen werden am Sonntag in der Sendung "60 Minutes" ausgestrahlt. "Er nahm, was wir alle nahmen. EPO ..., Testosteron ..., Bluttransfusionen", ist Hamilton in einem Exzerpt der Sendung zu hören. "Auch ich habe es viele, viele Male getan", so Hamilton.

Die US-Ermittler um Sonderagent Jeff Novitzky sollen bei ihren Untersuchungen im Fall Armstrong auch Hamilton bereits als Zeugen verhört haben. Hamilton war als Doping-Wiederholungstäter 2009 für acht Jahre gesperrt worden und hat seine Karriere beendet. Schon kurz nach dem Gewinn von Olympia-Gold in Athen war er des Dopings überführt worden. Seine Medaille durfte er allerdings behalten, weil nach einer positiven A-Probe die B-Probe nach falscher Lagerung nicht mehr analysiert werden konnte. 

Nach seiner Dopingbeichte beschloss Hamilton nun seine gewonnene Olympia-Goldmedaille zurückgegeben. Das teilte die US-Anti-Doping-Agentur (USADA) am Freitagabend mit und kündigte eine lückenlose Untersuchung der getätigten Aussagen an. (APA/Reuters/red)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 205
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Jagatee
00
27.5.2011, 22:19
Geld Geld Geld

Sportler sind nur mehr die
Marionetten der Firmen und
Manager - - - Sportler werden
gewechselt, fast im Minuten
Tempo, die Firmen und
Manager aber bleiben - - - für
kurze Zeit kann der Sportler
dermaßen viel Geld bekommen,
wenn sie oder er, dass Talent
und die richtigen Doktoren hat -
jedem seine eigene
Entscheidung, aber Welt spitze
in Sport zu sein ohne Doping ist
wohl nur mehr Illusion - - - vom
bodybuilder bis zum RadFahrer,
körperlich nicht zu vergleichen,
aber ohne doping als Profi nur
träumen

joergipoergi
00
24.5.2011, 03:47
wer ist jetzt Olympiasieger und wer wird dritter?

Wolfgang Ullram
00
23.5.2011, 19:09
na wenn

ihn das schlechte gewissen so drückt, wieso erst jetzt?

alles scheinheilig!

Irgan Nakbu
02
23.5.2011, 16:15
Ungleichgewicht

Schade wie der Radsport in den letzten Jahren wegen Dopings niedergemacht wurde.

Dabei ist es völlig unlogisch, dass nicht auch in allen anderen Sportarten gedopt wird.

Die anderen Sportarten z.B. Fussball werden einfach nur mehr geschützt, das ist der einzige Unterschied.

Und das nur in Ausdauersportarten gedopt wird ist ein Märchen... schon eine -mit Chemie herbeigeführte- ruhige Nacht vor einem Wettkampf kann den Unterschied ausmachen.

theFan
00
27.5.2011, 14:57

im radsport ist es halt so daß sich jeder sportler selbst um sein dopingprogramm kümmern muß (und auch selbst zahln muß)

in andren sportarten, wird das über den manschaftsarzt abgewickelt wird läßt sich natürlich wesentlich professioneller durchziehn und auch leichter vertuschen

(fuentes hat 2 jahre für real und barca die trainingspläne erstellt^^)

meresi
05
22.5.2011, 19:15
WER AN DOPINGFREIE SIEGER GLAUBT

der kennt sich im spitzensport nicht wirklich aus...
und sollte solchen diskussionen fernbleiben

juergen/ebensee
00
30.5.2011, 15:45

aber unser gottwald felix der hat das nie gemacht. der hat immer nur johannisbeersaft und honigbrote gegessen. hat er sogar selber gesagt. ziemlich viele wahrscheinlich. a so a liaba bua.

meresi
00
30.5.2011, 17:20
DAS MACHEN DIE UNBEDARFTEN AMATEURE

die Angst haben vor dem Dopingmittel-side effects UND DIE LAUFEN DANN HINTERHER

angel batista
04
21.5.2011, 13:39
versteh die ganze diskussion insgesamt kaum mehr..

wer glaubt ernsthaft an die "dopingfreiheit" lance armstrongs? wie hätte er jemals einem erwiesernermaßen gedopten (und gesperrten) jan ulrich oder bspw. ivan basso davonfahren können? ulrich war ja auch nicht gerade ein anti - talent.

entweder sauberer cut jetzt (mit positiven auswirkungen in 10 bis 15 jahren) mit aller konsequenz oder "weiterwurschteln" unter der prämisse, dass "es sowieso alle machen". dann sollte man aber auch damit aufhören, den sauberen als heiligen und den doper als schwerverbrecher zu qualifizieren.

Captain Smoker
02
22.5.2011, 14:16

"wer glaubt ernsthaft an die "dopingfreiheit" lance armstrongs?" - Das glaubten hier noch letztes Jahr viele. Ich kann mich gut an Dikussionen hier erinnern.

ice daisie
04
21.5.2011, 14:59

das hauptproblem bei der argumentation für einen "sauberen" sport ist ja in wahrheit, daß keiner wirklich sagen kann, wo bestmögliche medizinische betreuung aufhört und wo doping anfängt.
in wirklichkeit gibt es ja bereits in der definition einen graubereich.

wieso sollte bsp. eigenblutentnahme und zuführung doping sein?
wieso ist die intravenöse nährstoffzufuhr kein doping?
wieso sind medikamente doping aber bspw. gesunde ernährung nicht?

das paradebeispiel der problematik ist für mich die seinerzeitige disqualifikation von baxter. so macht man den sport genauso kaputt wie mit medizinisch unkontrolliertem doping.

ach ja, der letzte satz ist nebenbei uneingeschränkt zu unterschreiben.

Karl Joda
00
31.5.2011, 06:43
wieso sind medikamente doping aber bspw. gesunde ernährung nicht?

Mit welchen Nahrungsmittel erhöhst kurzfristig den HC?

Eigenblut = Zuführung von mehr roten Blutkörperchen = höhere Leistung= Doping.- Zu richtigerweise verboten

ice daisie
00
31.5.2011, 07:57

das erklärt genau gar nix.

zb. eigenblut: woher kommens, die blutkörperchen? schon aus dem eigenen körper, oder? Also noch einmal: WARUM ist das doping?

zb. nahrungsmittel vs medis: beides ist unterm strich leistungssteigernd.

bitte, bevor du mit beispielen kommst hätt ich gerne eine DEFINITION von doping gehört, die erklärt WARUM die mittel und methoden namens doping unerlaubt sind und die anderen "sauberen" nicht.

feger77
00
21.5.2011, 16:23

doch, ich glaub die liste der wada zeigt die grenze immer wieder auf, nur hält die halt leider nicht schritt mit der liste von präparaten, die sportler zu sich nehmen. wenn das mit dem epo-doping von armstrong stimmen sollte, dann muss der auf präparate zurück gegriffen haben, die bereits seit den frühen 90ern auf der liste stehen. das wär natürlich ein handfester skandal, wenn das stimmt!

Freund der kärntner Fandangos grandes (ex Foromat)
01
21.5.2011, 19:22

Was heißt stimmen sollte ?

Lance war -wie alle anderen Spitzenfahrer seiner Zeit gedopt, Epo konnte ihm sogar aus einer gefrorenen Blutprobe nachgewiesen werden (halt ohne rechtliche Relevanz, weil keine b-Probe mehr da war)

Das macht ihn zu keinem schlechteren sportler weil es eh alle gemacht haben und er trotzdem der beste war.

Mich stoert ja nur seine Beharrlichkeit beim lügen

ice daisie
00
21.5.2011, 19:03

die liste ist ja nur mehr folge einer möglichen definition. mir geht aber um die definition selbst.

Sergej Lebed
05
21.5.2011, 10:51
Es besteht wohl kein Zweifel daran, dass das, was Hamilton da sagt, sich so zugetragen hat. Und es besteht wohl auch kein Zweifel daran, dass er gerade jetzt mit dieser "No Na Gschicht" daherkommt, weil er Publicity für sein geplantes Buch braucht.

Fakt ist, dass Leute wie Armstrong, Ullrich, Contador, Björndalen und andere Ausdauersport Heroen eine unglaubliche natürliche Veranlagung haben (man hört von VO2max Werten von 90 und höher) - das hat (noch) nichts mit Doping zu tun, ist einfach ungeheures Talent.

Leider ist es aber im Ausdauer-Hochleistungssport mit geringen koordinativen Anforderungen (egal ob Rad, Lauf, Skilanglauf, Eisschnellauf, etc.) so, dass die alle "reinschmeißen", weil das Niveau und die Konkurrenz einfach so hoch sind.

Ich persönlich denke, dass wir (Fans und Medien) ja irgendwo auch - unbewußt - "beschissen" werden wollen. Wir jubeln einem Usain Bolt oder einem Fabian Cancellara zu und verschließen die Augen davor, was in Wahrheit (auch) dahinter steckt...

skitourenphilosoph
00
23.5.2011, 09:17

ein VO2-max von über 90: das ich nicht lache. Du bist wohl auch betriebsblind?

Van the Man
01
21.5.2011, 11:29
schon einmal einen Sport

mit hohen koordinativen Anforderungen ausgeübt?
Wenn ja, dann weißt du bestimmt, wie sehr die koordinativen Fähigkeiten unter einem Leistungsabfall leiden. Was ich damit sagen möchte ist, dass du auch Leute wie Ronaldo, Messi, Zidane, Ronaldo C., Nadal, Djokovic, Schumacher, Vettel...in deine Liste aufnehmen solltest. Die Sichtweise den Dopinggeneralverdacht auf Hochleistungs-Ausdauersportler zu limitieren, halte ich für eine sehr begrenzte. Wie oft gehen Spieler von europ. Spitzenklubs (Liga, Cup, CL, Nationalteam) in jedem Jahr vollgas über 90 Minuten? Völlig unrealistisch...
Es geht mMn darum wie stark protektioniert Sportler und Sportarten sind. Fußball ist superprotektioniert, werbewirksame Helden ihrer Sportart ebenso (zb. LA...)

theFan
00
27.5.2011, 20:06

bin ganz deiner meinung

zumindest bei zidane kann man sich sogar sicher sein (ganze juwe manschaft der 90er,nach der verjährungsfrist, rechtskräftig verurteilt)

fuentes hat 2 jahre die med. trainingspläne für real und barca erstellt. glaub mehr braucht man eh nicht sagen

Sergej Lebed
00
21.5.2011, 11:59

Ach ja, eines noch: Ihrem letzten Absatz stimme ich uneingeschränkt zu, ist ganz meine Rede - Leute wie Armstrong, Bolt, Björndalen, Carl Lewis, etc. sollen/sollten ja (wohl im Interesse der Sponsoren) gar nicht entlarvt werden.

Sergej Lebed
01
21.5.2011, 11:56
Antwort auf Ihre erste Frage: Nein, leistungsmäßig habe ich nur Laufsport betrieben (konkret war ich ein paar Jahre im HSZ, für mehr als einen Platz unter "ferner liefen" bei einer Crosslauf EM hat es aber nicht gereicht).

Fußball, Tennis und ähnliches habe ich nur hobbymäßig (und nur mit geringem Talent) ausgeübt.

Ich bin ja grundsätzlich bei Ihnen, dass eine (durch Doping erzielte) Verbesserung der Kondition auch für Fußballer und Tennisspieler interessant ist (und ja - in der NHL wird auch niemand "sauber" sein). ABER, salopp formuliert: Aus einem Patocka wird niemals ein Messi, egal mit welchem Präparat... ;-) Was ich damit sagen möchte: Die Bedeutung ist dort eine ungleich geringere als bei jemandem, dessen Spezialität es ist, eine Stunde lang eine Kraftausdauerleistung auf einem Zeitfahrrad zu erbringen... Und dessen "Doping-Wahrscheinlichkeit" (deshalb ist er mir beim ersten Posting eingefallen) omv Weltfachverband mit 0 bewertet wird... *brüll*

Van the Man
00
21.5.2011, 12:14
Der Vergleich Patocka - Messi hinkt gewaltig,

das ist als würd ich behaupten aus einem Julian Knowle würde mit Doping ein Nadal werden - und da tu ich dem Julian Knowle noch unrecht, denn der ist im Tennis mehr als Patocka im Kicken. Klar wird aus der Nr 15.000.000 im Fußball (geschätzt Patocka) keine Nummer 1 (vermutlich Messi). Dasselbe gilt für die Ausdauersportler. Da sind es halt nicht die koordinativen Fähigkeiten die das Talent ausmachen sondern die pysiologischen. In beiden Bereichen ist Talent nötig um an die Spitze zu kommen. Doping besorgt die letzten paar Prozentchen.
Was wäre Messi mit der Physis eines Maradona im heutigen Fußball? Was wäre Nadal mit der Physis von Skoff (möge er in Frieden ruhen unser Horsti). Wenn die Beinarbeit im Tennis nachlässt, dann geht's bergab.

Sergej Lebed
00
21.5.2011, 12:38

Na, das will ich doch hoffen, dass der Vergleich Patocka - Messi hinkt... ;-)

Und off-topic: Ich halte Julian Knowle für einen außerordentlich starken Doppelspieler (auch wenn sich seine Karriere jetzt dem Ende zuneigen dürfte) und Jürgen Patocka für einen ziemlichen Antikicker.

Aber bitteschön, seien Sie ehrlich: Um eine bessere Beinarbeit als die "Hand Gottes" oder der - auch von mir geschätzte - Horsti (übrigens: Ehrenmitglied des Tennisclubs Hamburg-Rothenbaum) zu erreichen, brauche ich nicht unbedingt Doping. Um bei einem Athleten, der 35-40.000 km pro Jahr am Rad trainiert (so schaut´s meines Wissens derzeit im Profiradsport aus), die letzten paar Prozent "herauszukitzeln", kann ich mir aber kaum was anderes vorstellen...

Van the Man
01
21.5.2011, 13:30
und bei einem Fußballer oder Tennisspieler

soll das nicht funktionieren mit den letzten paar Prozenten?
Noch ein Denkansatz: Lance Armstrong fuhr an vielleicht 40 Tagen im Jahr Rennen, davon vielleicht an 15 vollgas. Der Rest war gezielte Vorbereitung und Regeneration. Messi geht an geschätzten 70 Tagen im Jahr vollgas.

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