Bionik

Gehirn steuert künstliche Handprothese

20. Mai 2011, 08:39
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    foto: apa/eckehard schulz

    Die bionische Hand wird über Muskelimpulse bedient.

Im Vorjahr operierter Patient zeige eindrucksvolle Fortschritte punkto Beweglichkeit

Wien - An der Universitätsklinik für Chirurgie der MedUni Wien wurde bereits zum zweiten Mal eine "bionische Hand" angelegt. Die Operation fand Ende April statt, nachdem der Patient nach einem schweren Arbeitsunfall zehn Jahre lang seine Hand nicht bewegen konnte. Schon im Vorjahr wurde so ein Eingriff durchgeführt. Neun Monate danach habe der junge Mann, der durch einen Autounfall schwer verletzt worden war, "eindrucksvoll gezeigt, welches Plus an Lebensqualität er durch die chirurgische Verbindung von Biologie und Technik im Alltag gewinnen konnte", hieß es am Donnerstag in einer Aussendung.

"Bei Händen besteht in fast allen ähnlich gelagerten Fällen keine Möglichkeit, die Funktionsfähigkeit auf konventionellem chirurgischen Weg wiederherzustellen. So auch in diesem Fall", skizzierte der plastische Chirurg Oskar Aszmann die medizinische Ausgangslage.

Willentlich steuerbar

Zuerst wurde dem Patienten aus dem Bein ein Muskel entnommen und in den Arm verpflanzt. Dieser Muskel kann von ihm willentlich gesteuert werden und entwickelt genug Kraft, um ausreichend starke, sogenannte Myosignale (Muskelimpulse) auszusenden. Diese dienen als elektrische Impulse für die Elektroden der künstlichen, mechatronischen Hand. Mit diesen Informationen werden in der Hand befindliche Servomotoren gesteuert. Das Resultat: Eine willentlich steuerbare, funktionsfähige Hand.

Auch bei dem im Vorjahr operierten Patienten war die linke Hand nach dem Autounfall ohne Nerven und Muskeln geblieben, die drei verbliebenen Finger ohne Funktion. Eine konventionelle biologische Rekonstruktion war ebenso wenig möglich wie eine Transplantation. Im Vorjahr entschied sich der junge Mann schließlich für eine Amputation sowie den Ersatz durch eine sogenannte bionische Hand.

Wie eine kürzlich erfolgte Untersuchung zeigte, hat der junge Mann heute mit seiner neuen Hand einen Großteil der früheren Funktionsfähigkeit wiedererlangt. Zum Ausmaß der Fortschritte meinte sein behandelnder Arzt: "Wenn man ihn heute sieht, wie gut er mit seiner neuen bionischen Hand umgeht, kommen einem vor Freude fast die Tränen." (APA)

Radiolar
10
22.5.2011, 14:11

Und worin besteht die Energieversorgung dieser Prothese ? Eine Tasche mit Batterien ?

Kondratjew -Zyklus
 
00
22.5.2011, 13:28
Ein alter Hut.

deus_ex_machina
00
22.5.2011, 10:52
Vielleicht lässt sich irgendwann einmal ein ganzer künstlicher Körper herstellen (das Gehirn ausgenommen), den man bekommt und der verfallsresistenter ist als unser jetziger?

jcMaxwell
00
20.5.2011, 13:32
die myoelektrische handprothese

wow, ganz was neues..
gibts so ca. seit den 90ern.

was interessant (bzw. neu) wäre
- sind die elektroden implantiert, oder hautoberflächenelektroden
- hat die prothese nur einen greifer oder 5 autarke finger? (das bild kann man höchstens als symbolfoto nehmen)

horli
02
20.5.2011, 21:10
Ende der 60iger Jahre entwickelt

Die ersten serienreifen myoelektrischen Prothesen wurde Ende der sechziger Jahre entwickelt und sind seither mit großen Erfolg weltweit am Markt. Mein Vater hat einen großen Anteil an dieser Entwicklung:

http://www.ot-forum.de/OT/split2... 40-141.pdf
http://eduard.horvath-vienna.at

Erschreckend wie unseriös dieser Bericht daher ist. Qualitätsjournalismus sieht anders aus.

jcMaxwell
10
21.5.2011, 09:00

na das ist ja interessant, das wusste ich noch nicht :)

Sybil
50
20.5.2011, 11:21
kommen einem vor Freude fast die Tränen

und das nicht zuletzt den prothesenherstellern und dem forschungs"affinen" herrn doktor.

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