Therapiehunde in Schule

Mein Lehrer mit der kalten Schnauze

Julia Schilly, 26. Mai 2011, 06:57
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    foto: derstandard.at/julia schilly

    Jahmina, Marina, Jale und Oguzhan mit ihren haarigen Klassenkolleginnen Dina und Moppel. Verantwortung, Respekt und liebevollen Umgang miteinander lernen die Kinder in der Europaschule auch von den insgesamt vier Therapiehunden, die die Klassen seit mehr als elf Jahren begleiten.

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    Dina dreht ihre Runde und holt sich von allen Kindern eine Steicheleinheit ab. Wenn die Hündin sich zurück zieht, respektieren das die Kinder auch. Denn, wie Besitzer Bernd Jursitzky meint: Das Leben eines Therapiehundes ist sehr anstrengend.

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    Lilly, der Hund von Direktorin Ilse Henner (hintere Reihe, Dritte von links) kommt natürlich mit aufs Klassenfoto der 3b.

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    Auf die älteste Dame im Hunde-Team wird besonders Rücksicht genommen: Moppl, der Hund von Gabriele Lener, ist bereits 19 Jahre alt und nicht mehr so fit.

In einer Volksschule in Wien-Brigittenau sind Hunde fixer Bestandteil des Alltags - Ein Lokalaugenschein

Zappelig sitzen die Kinder der vierten Klasse der Brigittenauer Europa-Volksschule im Kreis auf dem grasgrünen Fransenteppich. Die neunjährige Dina - irgendwo zwischen Border Collie und Schäferhund ist ihr die Reinrassigkeit verloren gegangen - dreht ihre Runde und lässt sich gutmütig von allen das gefleckte Fell kraulen: Eine willkommene Abwechslung vom Mathematikunterricht an diesem heißen Maitag. Vierbeiner gehören in der Ganztagsschule in der Vorgartenstraße zum Alltag. Speziell geschulte Therapiehunde werden dort seit mehr als elf Jahren mit Erfolg und ohne Zwischenfälle eingesetzt.

Die Ablenkung von der Schulstunde ist an diesem Tag nur eine Ausnahme. Die Vierbeiner Dina, Moppl und Lilly dösen üblicherweise während des Unterrichts in einer Ecke des Klassenzimmers. Gemeinsam herumgetobt wird erst in der Pause oder auf Klassenausflügen. Der vierte und neueste Therapiehund Mona ist noch ein Welpe und wird gerade sozialisiert, sprich an ein schulisches Hundeleben gewöhnt.

Von dem von PopulistInnen vielbeschworenen Konfliktpotential an Schulen mit hohem Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund ist hier nichts zu spüren. Achtzig Prozent sprechen zu Hause nicht Deutsch, gröbere Konflikte gibt es in der Vorgartenstraße keine. Ob der Hund die Klassengemeinschaft mehr zusammengeschweißt hat, mag Bernd Jursitzky, Betreuer der Kinder und Herrl von Dina, nicht beurteilen, da der Hund von Anfang an dabei war: "Aber die Klasse ist sozial ganz stark."

Umgang mit einem Tier lernen

Verallgemeinerungen vermeiden die LehrerInnen, doch von Erfolgen einzelner Kinder können sie berichten. Spannend sei zum Beispiel, dass ruhigere Kinder mehr aus sich heraus kommen, sagt Jursitzky: "Kinder, die sich schwerer tun, Kontakt zu anderen Kindern herzustellen, spielen im Hof mit den Hunden und finden so auch den Anschluss zu ihren Mitschülern."

Speziell verhaltensauffälligere Kinder müssten den Umgang mit einem Tier erst lernen, berichtet Bernd Jursitzky. Sie werden dadurch einfühlsamer und verstehen, Stimmungen und Gefühle wahrzunehmen und zu berücksichtigen. Als vor einigen Jahren ein Therapiehund eine Operation hatte, übernahm die Klasse geschlossen Verantwortung für den tierischen Patienten. "Der kann im Moment nicht spielen!", damit wimmelten die Kinder ihre SchulkollegInnen im Hof ab.

Der sichere Umgang mit einem Hund ist ein weiterer Punkt, den Lehrerin Gabriele Lener hervorheben möchte: "Wir haben viele Kinder, die aus Ländern kommen, in denen es nicht selbstverständlich ist, ein Haustier zu haben." Am Anfang gab es daher vereinzelt Berührungsängste. Doch mittlerweile sind alle Ängste abgebaut, wie im Fransenteppichsitzkreis versichert wird. Oguzhan mit seinem flotten Kapuzenshirt lässt Kritik am vierbeinigen Klassenkollegen nicht gelten: "Ein Hund in der Klasse ist doch super, man hat immer etwas zum Streicheln."

Die Pädagogin berichtet schmunzelnd von einem weiteren Vorteil: "Bei Ausflügen kommt bei dem Mischling Dina der Border Collie durch. Sie läuft dann die ganze Gruppe auf und ab und überprüft, ob die 'Herde' noch vollständig ist." Jursitzky stimmt ihr zu: "Da geht kein Kind verloren."

Nur ein ausgebildeter Hund ist ein guter Hund

Auf den Hund gekommen ist die Europaschule vor mehr als elf Jahren durch ein Forschungsprojekt des Instituts für interdisziplinäre Erforschung der Mensch-Tier-Beziehung. Die WissenschafterInnen untersuchten die Auswirkung von Hunden auf die soziale Integration von Kindern. Zu diesem Zweck wurde die Klasse mit Einwilligung der Eltern jahrelang gefilmt. Die Ergebnisse wurden am Weltkongress der Mensch-Tier-Beziehungen in Rio de Janeiro präsentiert.

Doch nicht jeder Hund ist für den Einsatz in der Schule geeignet. "Es ist nicht Sinn und Zweck, dass Lehrer ihre privaten Hunde mitnehmen. Die Tiere brauchen eine spezielle Therapiehunde-Ausbildung", betont Jursitzky. Die Herkunft spiele dabei keine Rolle, sagt Schuldirektorin Ilse Henner: Alle Tiere stammen aus dem Tierheim, die zottelige Lilly lief Henner als Straßenköter in Sardinien zu.

Bellen und Knurren verboten

Wichtige Voraussetzungen sind, dass die Vierbeiner gegenüber den Kindern nicht aggressiv sein dürfen - dazu gehört, dass Bellen und Knurren in der Schule verpönt sind. Dina und ihre tierischen KollegInnen können trotzdem zeigen, wo ihre Grenzen liegen. Zieht sich der Hund zurück, wird das von den Kindern respektiert.

Die Ausbildung für Therapiehunde sei in Österreich "in einem relativ ungeregelten Zustand", sagt Lener. Es gebe relativ viele Institute, die eine Ausbildung auch für andere Tiere anbieten. "Meiner Meinung nach eignet sich aber nur der sehr soziale Hund für diese Aufgabe", ist die Lehrerin überzeugt. Moppl hat zum Beispiel eine Schule in Salzburg absolviert. "Es geht nicht darum, dass der Hund etwas Besonderes kann, sondern dass er stressresistent ist. Es kann schon passieren, dass zwanzig Kinder auf ihn zulaufen", berichtet Lener aus dem harten Alltag eines Schulhundes.

Mittlerweile ist Pause, die Kinder lassen bei dem Spielen im Hof Druck ab, bevor sie wieder in den Klassenzimmern sitzen müssen. Die kleine Moppl döst in der Sonne ein, während die SchülerInnen um sie herumtoben und zwei Männer mit dröhnenden Rasenmähern das Gras bearbeiten. Lärm- und Stresstest: "Sehr gut". (Julia Schilly, derStandard.at, 26. Mai 2011)

Kommentar posten
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reitersmann
00
10.2.2012, 20:55
Tiere schenken Freude - was wir MENSCHEN untereinander nicht schaffent

Tiere bereichern unseren Alltag! Sie schenken Abwechslung im traurigen Tag eines Pensionisten, motivieren die Kinder in die Schule zu gehen. Und ersetzen vielen Familien - die Kinder! Auch ich ärgere mich hin und wieder über Hundehalter die ihre Tiere nicht richtig führen, aber wir Menschen untereinander zeigen mehr AGGRESSIONSPOTENTIAL als Haustiere!

jumpingjack flash
00
10.2.2012, 21:04

motivieren die Kinder in die Schule zu gehen - wie geht das? bitte umcbnbcbcähere erläuterungen!

Lilith Boessse
 
00
28.5.2011, 09:37
glaube nicht,

dass das stressfrei für die hundsis abläuft!

ciao4zampe
 
10
28.5.2011, 21:42
lilith. ich befasse mich sehr intensiv mit hunden

1.)
seit dem 23.9.1987 und wenn sie mir auch nur ein minimum an vertrauen schenken: hunde sind nicht
"sprachlos". es gibt auch unter menschen sehr unterschiedlich aufgefasste signale (unser "o.k." daumen an zeigefinger
welches anderswo KRASSE beleidigung darstellt
http://reisen-ohne-limit.de/?p=66

ja bitte: sind UNTERSCHIEDE zwischen _menschen_
immerhin!

2.)
bei hund oder katz brauchen sie nur die
sich zurückziehende
körperhaltung berücksichtigen:

* die gesuchte distanz
* die /hund/ eingezogene rute
* die /katz/ peitschende rute
* der gekrümmte buckel

3.)
das ist nicht feindseeligkeit.
das bedeutet fürs _allererste_ nur:

- dich kenn ich nicht.
- bleib d u mir derweil vom leib
(weil ich dir /noch nicht/ vertraue).

Enassus
 
00
Und?

Deswegen soll den Schulhunden besser gehen? Ihre Aussage ist mehr als nur lächerlich.

bm.koger
 
15
28.5.2011, 15:54
ich habe, bevor es den gedanken an therapiehunden gab

meine schäferhündin täglich in der klasse dabeigehabt (verhaltensauffällige kinder). ich kann mich in den 13 jahren, die sie dienst in der schule machte, an keinen negativen vorfall erinnern. für die hündin waren die kinder ihr rudel, auf das sie aufpasste und für die kinder war die hündin ausweinpartner, wenn ich zu streng war, spielpartner bei ausflügen und therapeutin. du magst mich immer, sagte mein schüler nach einem tobsuchtsanfall, bei dem er die klasse zerlegte, als ihn die hündin wedelnd beschwichtigte - und das war das entscheidende. für den hund waren es nicht problemfälle und "gestörte", sondern geachtete rudelmitglieder - wir menschen bringen diese werthaltung nicht so selbstverständlich hin.

froilein froilein
121
28.5.2011, 19:18
Kein Wunder dass die Kinder verhaltensauffällig werden,

wenn Sie Ihren Hund dauernd mitbringen.

Wie gestört muss jemand sein, um überhaupt auf so eine Idee zu kommen....

Und ist es Ihnen nicht peinlich hier öffentlich einzugestehen, dass jeder Hund ein besserer Pädagoge ist, als Sie es sind?

Enassus
 
10
So weit

denkt der/die/das nicht.

Jägermeister
00
Bin weder Fräulein, weder schön, kann ungeleitet nach Hause gehn.

running man
11
30.5.2011, 21:58

Aber sonst ist eh alles in Ordnung mit Ihnen, oder?

belgma
 
11
30.5.2011, 10:33

jössas ... was sindn sie für ein armes würschtl?

bm.koger
 
13
28.5.2011, 20:58
wenn das ironie war

wars schlechte, wenns ernst gemeint ist, mein herzlichstes beileid, sie sind in jeder hinsicht arm dran. schade dass sie damals nicht bei mir in die schule gegangen sind - dann gings ihnen heute besser.

belgma
 
00
27.5.2011, 17:36
pünktchen und martin

*lol* immerhin hat pünktchen den artikel auch schon ausfindig gemacht ... auch, wenn noch kein posting von ihr veröffentlicht wurde ^^

Flugmanagment
00
27.5.2011, 19:10
ad Pünktchen

ja 12 inhaltslose und sinnlose nie erscheinend werdende Postings sind es bereits bei mir

peter schmidt
 
00
27.5.2011, 16:19
Mah der Moppel

Nach aktueller Berechnungsweise in Menschenjahren ja schon über 90 und noch berufstätig!

Wahrscheinlich ist er schon taub, dass mag zu seiner überirdischen Ruhe beitragen.

K. K. Lacke
25
27.5.2011, 14:46
woher kommen die Soziopathen die Tiere hassen und tierhaltenden Mitmenschen psychische Krankheiten unterstellen müssen?

Hass entsteht gemeinhin aus ANGST

woher kommt Angst vor Tieren?

Ängste begründen sich stets mit erlebten/empfundenen Traumata

leider sind besonders Tierängste meist vom MENSCHEN erzeugte Traumata

KEIN Kind hat von sich aus Angst vor Spinnen... aber haufenweise Erwachsene haben solche Angst vor diesen Tieren daß sie Kinder anweisen diese nicht anzugreifen, sich fernzuhalten, etc. Für die Kinder entstehen Ängste die sie nicht erklären können, aber die ihnen wenn sie Pech haben ihr Leben lang bleiben

warum also gibt es Menschen, die solche Angst vor Hunden haben, daß sie geifernd Hass predigen müssen?

meine Vermutung ist, daß bereits deren Eltern in vielen Fällen unfähig waren ihre Kinder ohne solche künstlichen Ängste zu erziehen

RANGER14
 
23
27.5.2011, 13:44
BILDUNG minimiert UNFÄLLE

BRAVO, es gibt sehr viele derartige Projekte bereits seit einiger Zeit. - SEHR GUT, dass auch mal darüber berichtet wird, Kinder haben wenig bis gar keine Vorurteile wenn wir Erwachsenen nicht ständig ein "dummes Vorbild" sein müssten und eigene Ängste übertragen würden, damit wiederum Kindern Angst eintreiben und ihren natürlichen freudigen Zugang verhindern. Man braucht Hunde nicht zu lieben, oder diese selbst im eigenen Haus zu haben um gut informiert zu sein, über diese eigene Spezies Hund, die es geniest in unserer Menschen Nähe zu sein und nicht aus Bösartigkeit Unfälle verursacht - diese Eigenheit ist nur dem Mensch vorbehalten. Ich beobachte immer wieder Kinder bei meinen Sicherheitskursen, die es ebenfalls genießen in der Nähe eines

Martin Müller10
 
72
27.5.2011, 11:15
Viele Römer hier im Forum so wie es aussieht,

dürften alle wie Romulus und Remus im Wolfsrudel sozialisiert worden sein ;-)

Hoopy
00
30.5.2011, 11:24

Aber es müssen keine Römer sein, vielleicht hast du den ja auch schon gehört:

homo homini lupus est

Hoopy
00
30.5.2011, 11:21

Hat die aussage einen Sinn?

oxy
02
28.5.2011, 09:11
viele römer..

das ist im gewissen sinne die gesamte menschheit. und umgekehrt. ohne menschliche zivilisation gäbe es gar keine hunde und ohne hunde gäbe es keine menschliche zivilisation im heutigen sinn - das glaubt jedenfalls österreichs wissenschafter des jahres.

timba
02
27.5.2011, 16:04
Lieber

in einem Wolfsrudel als mit ihresgleichen. Der Schaden an Gesellschaft wär zu groß!

Christ Kind
02
27.5.2011, 13:25
Du

frisst sicher auch kleine Kinder...

Kontrahent1
02
27.5.2011, 12:10
Womöglich nur ganz normal

ohne Phobien entwickelte Menschen mit einem Herz für Mitgeschöpfe?

scriptingguy
01
27.5.2011, 11:17
Tja - einer der beiden hats wenigstens zu was gebracht (wenn auch nicht durch Nächtenliebe).

Mal schauen, was über dich in den Geschichtsbüchern stehen wird...

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