Großprojekt

Österreicher besprechen mit Russen Breitspur-Bahn

19. Mai 2011, 13:28

Bures, Kern, Pöchhacker treffen russischen Verkehrsminister und dessen Bahnchef

Moskau - Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) und die ÖBB unterschreiben am Donnerstag in Moskau einen Zwischenvertrag für ein verkehrspolitisches Großprojekt, das einen Landweg zwischen China und Westeuropa eröffnen würde. Konkret geht es dabei um die Verlängerung der russischen Breitspurbahn von der Ostslowakei bis Wien samt der Errichtung eines Güterterminals in Österreich, wo die Ware umgeschlagen werden soll.

Bures, ÖBB-Chef Kern und Aufsichtsratschef Horst Pöchhacker konferieren heute Nachmittag mit dem russischen Verkehrsminister Igor Lewitin und dem Chef der russischen Bahngesellschaft RZD, Wladimir Yakunin. Das Memorandum, das sie unterzeichnen werden, dient der Entscheidungsfindung über Anteile und Finanzierung der Entwicklungsgesellschaft für dieses Projekt, in das vier Staaten direkt involviert sind (Russland, Ukraine, Slowakei und Österreich), sagte Bures. Mit dem russischen Verkehrsminister wurde eine Vereinbarung über das Lenkungsgremium der Entwicklungsgesellschaft des Projekts getroffen. Bis Ende des Jahres sollen nach der Vereinbarung u.a. die Eigentümerstruktur und das Geschäftsmodell festgelegt werden.

Speziell die Finanzierung der 6,5 Mrd. Euro teuren Eisenbahnlinie von Kaschau (Kosice) bis nach Wien ist bei weitem noch nicht geklärt, hoffnungsvolle Blicke richten sich auf die EU. Der Terminal bei Wien würde weitere etliche hundert Millionen Euro erfordern.

"Eurasische Dimension"

"Für Österreich ist vorrangig zu klären, was das Projekt für den Wirtschaftsstandort und die verkehrliche Anbindung des Landes bedeutet", sagte Bures. Grundsätzlich handle es sich um ein "Verkehrsprojekt von eurasischer Dimension, das ein enormes Potenzial hat."

Mit dem Projekt könnten 33 europäische und asiatische Staaten an eine neue Güterverkehrsachse angebunden werden. Die ökonomische Bedeutung eines solchen Umschlagpunktes für Wien könne gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, argumentierte Pöchhacker. Statt in fünf Wochen über die Weltmeere könnten chinesische Exporte Westeuropa auf dem Landweg binnen zwei Wochen erreichen (und vice versa). Befürworter vergleichen ein solches Projekt mit der Rolle des Hafens von Rotterdam für die niederländische Wirtschaft.

Es handle sich dabei um ein langfristiges Projekt, das den Russen ein besonderes Anliegen sei, meinte ÖBB-Chef Kern. Kern hat zu einem früheren Zeitpunkt als Zieldatum für das Breitspur-Projekt 2024/25 genannt. Ein Infrastrukturprojekt wie dieses mache jedenfalls nur auf Grundlage ausreichender Warenströme Sinn. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 94
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MBraun
00
21.5.2011, 09:51
Teil2 Breitspur wirtschaftlich sinnvoll?

In einer modernen Umspuranlage kann man während der Fahrt die Spurweite der Züge verstellen. Somit könnte man die vorhandene Infrastruktur nutzen um die Warenströme zu befördern. Es könnte zwar sein, das das bestehende Schienennetz in der Slowakei ausgebaut werden müßte, allerdings wäre dies sicher billiger und sinnvoller als eine Breitspur zu verlängern! Mein Tipp an die ÖBB wäre, sich Güterwagen mit den Talgo Drehgestellen anzuschaffen und mit diesen auf dem bestehendem Netz nach Russland zu fahren. :) Käme bestimmt billiger, als Milliarden in den Gleisbau zu stecken...

Tschikist
00

Güterwagons sind in Massen vorhanden, in der Nachbeschaffung billig und werden außerdem von ganz vielen Privatfirmen besessen. So ein Drehgestell kostet sicher mehr als ein kompletter "dummer" Güterwaggon.

Außerdem müsste sich ein Logistiker immer überlegen, welchen Waggon er jetzt nach Österreich schickt. Und der steht dann garantiert in Wladiwostok, wenn er in Almaty gebraucht wird.

Umspuren ist nur im Personenverkehr sinnvoll, wo die immer gleichen Waggons auf immer der gleichen Strecke pendeln. Wien-Moskau und zurück zum Beispiel.

MBraun
00
21.5.2011, 09:43
Teil1 Breitspur wirtschaftlich sinnvoll?

Ich denke nicht, das eine Verlängerung der Breitspur von Kaschau bis Wien wirtschaftlich sinnvoll wäre! Es ist zwar möglich, das das Projekt ein Geschäft für die ÖBB sein könnte, allerdings rechnen sich die errechneten 6,3 Milliarden Euro die in einen Streckenneubau investiert werden müßten, nie und nimmer! Immerhin gibt es bereits jetzt in Kosice einen Umschlagterminal wo Güter umgeladen werden. Dies müßte allerdings gar nicht mehr erforderlich sein, wenn man eine gewisse Anzahl an Güterwagen kauft, die mit Drehgestellen der Firma Talgo ausgerüstet sind. Wendet man dieses Innovative Verfahren an, sind ganze Güterzüge innerhalb von ein paar Minuten "automatisch" von Breitspur auf Normalspur umgestellt!

BK W. Shoyssel
00
20.5.2011, 14:44
zu so einem Projekt

sagt man nur bei sehr schwerwiegenden Gründen nein.

Das ist ja eine Jahrtausendchance, so eine direkte Anbindung an Wladiwostok. Da würd ich den Russen das österriechische Schienenstück von Wolfsthal bis Wien sogar in Gold ausführen.

Dilbert
00
20.5.2011, 13:08

Die Umschlagbahnhöfe Zahony und Cierna nad Tisou sind bei weitem nicht ausgelastet.

Jake Gittes
01
20.5.2011, 11:40

Jetzt können wir bald die Tomaten aus China importieren. Toll. Bin ich voll für.

Alfred Rotkatholik
21
20.5.2011, 10:37
Frage an Radio Eriwan

Wäre bei diesem Projekt auch ein Schnellbahnverkehr Wien-Moskau-Wladiwostok möglich?
Antwort: Im Prinzip ja, allerdings erst nach Aufnahme von Russland in die EU.

Wicked Vienna
00
23.5.2011, 15:27

;)

Igor Gassner
00
20.5.2011, 09:13
Müssens wenigstens die Panzer

nimma umladen

Pierre d´Aubusson
01
31.5.2011, 21:57

Ab Wien gilt das für beide Seiten....

. g.bac
01
20.5.2011, 08:47
entweder das ganze ist ein riesenflop

oder ein batzen geschäft, aber dann stellt sich die frage, warum die slowakei den güterterminal nicht gleich bei sich in bratislava baut.

den donauhafen haben sie auch, die hochrangigen eisenbahnknoten laufen auch durch, an die autobahnen (nach norden) sind sie eher besser angebunden als wien.

und wenns die eu finanzieren soll, wozu sich wegen 30km (!!) auf einer tausend-km-strecke mit einer zusätzlichen bürokratischen hürden belasten?

der nutzen für die eu wäre in bratislava vollkommen der gleiche die kosten um einiges niedriger.

obibiber
06
20.5.2011, 09:14

was sie schreiben, stimmt schon, allerdings geht's in der EU auch immer um national-interessen und Ö schaltet sich da vermutlich dazu, um eben mit der bahnstrecke die fehlende anbindung, die sie beschreiben, zu umgehen. die vision, die da ein wenig durchscheint, ist jene, dass wien ein umschlagplatz von waren aus china wird und damit wirtschaftlich als standort profitiert. (eine kurz-diskussion um das für und wieder lass ich hier jetzt mal aus.)

Para Dox
00
20.5.2011, 13:13
Nein

Es war und ist Idee und Wunsch der Russen die Bahn bis nach Wien zu führen. Es war nicht die Intention Österreichs.

Vorname Nachname
00
20.5.2011, 14:21
clever

um die EU an den kosten zu beteiligen

die warenstrieme werden aber am ende nicht ueber wien sondern ueber bratislava gehen, kann ja niemand den auftraggebern vorschreiben wo sie umladen lassen

die letzten 30km breitspurbahn koennen wir dann als ausflugslinie benuetzen

mit dem twin city liner nach bratislava, mit dem breitspur-salonwaggon wieder zurueck nach wien

das ganze beworben und gefoerdert vom PID der wieder mal einen schoenen grund fuer die ausschuettzung des werbefuellhorns ueber die wohlgesinnten medien hat ..

sozusagen eine win - win situation ..

Para Dox
00
20.5.2011, 21:15

Die Sinnhaftigkeit traue ich mir nicht zu beurteilen. Kann auch sein, dass Wien die bessere Verkehrsanbindung insb. Schienenanbindung nach West- und Südeuropa hat.

Um EU Gelder geht's wohl nicht, da sie Slowakei seit längerem EU Mitglied ist.

double standard
00
20.5.2011, 08:29

können haselsteiner deripaska und die anderen üblichen verdächtigen putin nicht bestechen russland auf normalspur umzulackieren?

Und jedem seine eigene Busspur
82
20.5.2011, 08:15
ÖBB Krida

Nachdem die ÖBB und speziell der Bereich Cargo Pleite ist in einer Weise, dass jeder zusätzliche Container den Verlust erhöht, nachdem die Bahn gegen das Schiff nicht konkurrieren kann, auch in Russland, nachdem die zeitkritische Ware sowieso per Flugzeug reist, und die Ware die Zeit hat das Schiff nimmt, kann ich als Steuerzahler dieses Projekt nur fürchten, da es letztlich nur zu einer Stärkung des Umschlages in Bratislava kommen wird und zu einer Erhöhung des Verlustes in Österreich.
Die Kriminellen in unserer Regierung und in der ÖBB haben ihre Stiftungen in Liechtenstein, und reiben sich schon die Hände über die Kick-Backs die hier fliessen werden...

alexander blass
22
20.5.2011, 08:10
Bahnverbindung China-Deutschland

Es gibt bereits eine Bahnverbindung welche z.b von Fujitu-Siemens genutzt wird Güter von China nach Düsseldorf zu befördern..( 17 Tage unterwegs.. )

Das Problem liegt im wesentlichen darin das China zwar mittlerweile Euro standardisierte Schienen hat ( breite und belastbarkeit ) aber eben die Russen noch nicht ( zu schmal nicht genug belastbar ) deshalb müssen die Russen erneuern..( damit ohne umladen der Zug direkt von China nach Deutschland fahren kann )

Da China Gasverträge mit Russland hat wir seitens der Chinesen Druck gemacht dieses Projekt durch zu führen und die Russen werden das ja auch tun wie man sieht..

Die VÖEST baut eben die besten Schienen..Österreich die besten Tunnel und Bahntrassen, auch das ist wahr.

Club-der-dichten-Toten
03
20.5.2011, 11:44

Sorry, aber das ist Unsinn.
Die Russen haben eine breitere Spur als wir, die Trassen auf der Transsib sind durchaus belastbar.
Und klar gibt's bereits Züge, nur müssen da - wie bei den Personenzügen - alle Waggons umgespurt werden und das dauert halt ziemlich lange und ist bei sehr langen Güterzügen sehr mühsam. Vor allem, weil das zweimal passieren muss...

aflen
03
20.5.2011, 10:06
Naja, so stimmt das aber auch nicht ....

Zitat: "... aber eben die Russen noch nicht ( zu schmal nicht genug belastbar ) deshalb ...".

Die russische Eisenbahn fährt mit Breitspur, die ist weder zu schmal (ÖBB: 1435 mm, russische Breitspur: 1520 mm!) noch zu wenig belastbar. Im Gegenteil!

Hans Krankls Frisör
00
20.5.2011, 02:32
Bei den Unmengen an Containern

die jeden Tag mittels Schiffen von China nach Europa kommen frag ich mich eine Sache: Warum steht diese Zugverbindung nicht schon seit 10 Jahren?

BM2
 
40
20.5.2011, 02:06
china ist schneller

bei aller euphorie der oesis zum thema breitspur. in china wird inzwischen ein hochgeschwindigkeitsnetz für züge mit 380 km/h gebaut - gesamtlaenge 30.000 km in 5 jahren. anschluss bis berlin. und wielang(sam) faehrt man nach muenchen ? knapp 100 kmh schnitt.

http://www.bild.de/politik/w... .bild.html

Johannes Kopp
 
01
20.5.2011, 12:10
Ist ja ganz nett was Sie da schreiben

aber eben auch nicht vergleichbar. Denn bitte schön was hätte ein 380 km/h schneller Zug auf der Strecke Wien - München verloren. Bis der voll beschleunigt hat, muss er schon wieder bremsen...

Und die chinesischen Grössendimensionen sind halt ein bischen anders als in unserer Alpenrepublik...

aha15
00
20.5.2011, 10:10

hahaha.. den hochgeschwindigkeitsanschluss nach berlin will ich sehen. und die person, die 20 stunden in einem 380km/h schnellen zug verbringen möchte.

ausserdem hat china die max v reduziert. aus effienzgründen

Para Dox
00
20.5.2011, 13:17

Die 300 km/h im ICE von München bzw. Ingolstadt - nach Nürnberg merkt man im Zug überhaupt nicht. Man sieht nur wie langsam die Autos auf der Autobahn sind.

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