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Pressestimmen zur Strauss-Kahn-Affäre

19. Mai 2011, 08:54
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    foto: apa/epa//caroline blumberg

    Seit Tagen auf den Titelseiten der französischen Medien: Strauss-Kahn.

Internationale Pressestimmen zum Rücktritt von IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn:

"Le Monde":

"Mit Dominique Strauss-Kahn als Chef des Internationalen Währungsfonds IWF hatte die Eurozone in Washington eine Art Fürsprecher. Der Wirtschaftsprofessor, der er ist, konnte den Amerikanern die unvergleichliche Komplexität der erstaunlichen europäischen Maschinerie erläutern - eine Aufgabe, die ein sehr großes pädagogisches Geschick erfordert. Es gibt keine Garantie dafür, dass Strauss-Kahns Nachfolger an der Spitze des IWF ein Europäer wird, und es gibt auch keine Garantie dafür, sollte doch ein Europäer den Posten bekommen, dass dieser der Sache des Euro so verbunden ist wie Strauss-Kahn. Der Franzose wird in einem entscheidenden Augenblick der Euro-Krise fehlen."

"Neue Zürcher Zeitung":

"Wer an einem Fonds interessiert ist, der omnipräsent ist und mit großer Kelle anrichtet, wird Strauss-Kahns Amtszeit positiv würdigen. Zunehmend vermissen lässt der Währungsfonds aber die Fähigkeit zur Selbstkritik und Bescheidenheit. Es ist zwar ein hehres Ziel, an der Stabilität der Weltwirtschaft mitzubauen. Doch braucht es dazu die Möglichkeit, für Hunderte von Milliarden Kredite zu vergeben? Sollte der Fonds seine Hilfen nicht daran knüpfen, dass auch private Gläubiger einen Teil der Last schultern, wenn ein Land über seine Verhältnisse gelebt hat? Dass Vertreter von Schwellenländern die Nase rümpfen, weil für Euro-Staaten anscheinend Mittel a discretion zur Verfügung stehen, kann man jedenfalls gut nachvollziehen."

"Independent":

"Wie jede andere große internationale Organisation ist auch der IWF nicht fähig, schnell interne Notsituationen zu überwinden. Und es ist bedauerlich, dass die plötzliche Leere an der Spitze der Institution ausgerechnet in dem Augenblick entsteht, in dem der Druck wächst, den Führungsposten erstmals einem Kandidaten außerhalb Europas zu übertragen. Es geht also nicht nur um die Nachfolge Strauss-Kahns, sondern auch um die Frage, ob eine langjährige Tradition aufgegeben werden sollte. Einerseits gibt es gute Gründe, die Nachfolge schnell zu regeln. Doch der Anspruch Europas auf den Führungsposten sollte keineswegs übereilig aufgegeben werden und schon gar nicht, solange die Probleme der Eurozone Hauptthema des IWF sind. Eine Übergangslösung würde diese Frage offen lassen."

"Aftenposten":

"Der Fall Strauss-Kahn darf den IWF nicht daran hindern, die vielen Herausforderungen zu bewältigen, denen zahlreiche Staaten und nationale wie internationale Finanzeinrichtungen gegenüberstehen. (...) Die akute Krise für den Währungsfonds hat Forderungen lauter werden lassen, dass die wirtschaftlich stark wachsenden Länder wie China, Indien und Brasilien besser repräsentiert sein sollen, möglicherweise bis hin zum Top-Posten. Diese Forderung ist alles andere als unangemessen. Der IWF wurde 1944 gegründet. Seitdem hat sich die Welt gewaltig geändert. Internationale Einrichtungen, die erstarrt sind und dem Lauf der Zeit nicht folgen können, haben nur eine begrenzten Nutzwert."

"Gazeta Wyborcza":

"Der IWF hat Einfluss auf die Politik der EU, weil Deutschland 2010 gegen den Willen anderer Euro-Länder durchgesetzt hat, dass er an der Rettung des bankrotten Griechenlands teilnimmt. Es ging dabei nicht hauptsächlich um fehlende Finanzmittel der Euro-Zone, sondern um das Misstrauen Berlins gegenüber EU-Institutionen, die die Fälschung der Statistiken durch Athen nicht bemerkt haben. Merkel fürchtete, die EU sei nicht imstande, die griechischen Reformen streng zu überwachen.

Das Einschalten des IWF konnte (...) erst nach langem Widerstand aus Paris erfolgen und wurde in Brüssel als Demütigung unter anderem für die Europäische Kommission empfunden. Der bekannte und anerkannte Franzose hat als Chef des IWF den Streit entschärft. Wenn aber jetzt zu seinem Nachfolger jemand von außerhalb Europas mit Mitspracherecht über Rettungsprogramme ernannt werden sollte, könnte die Verbitterung über Merkels Idee zurückkehren. Kommt jetzt also eine Frau? Eine Europäerin? Vielleicht deshalb wird die Französin Christine Lagarde von Medien als eine der Favoriten gehandelt." (APA)

Psychotic
10
19.5.2011, 17:12

was haben die Polen da wieder herum zu Merkeln?
nicht im Euro also geht sie es nix an, was Merkel macht.

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